Kräuter-Wanderung: Der Belchen ruft

  

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Schliesslich folge ich der Familie, die einen Einstieg in den Berg gewählt haben, der entfernt einen Pfad ähnelt.

Damit meine ich nicht den breiten Holzweg in der Bildmitte, sondern das schräg verlaufende Band, das nach oben führt.

Auch dies hier wird kein echter Pfad, sondern steile Wildnis, die mich aber schliesslich auf einen weiteren Querweg führt.

Viel später, als ich zuhause auf einer ziemlich neuen Karte nachschaue, die ganz am Rande auch den Belchen zeigt, sehe ich, dass wir tapfer nach rechts hätten gehen müssen, so wie es die Wegmarkierung vorschlug. Offenbar wurde der Weg in den letzten Jahren geändert.

Was habe ich aus dieser Verirrung gelernt?

Vertraue den Wegmarkierungen, wenn die mitgeführte Karte schon etwas älter ist!

Einen Vorteil hat mein Irrweg jedoch, denn so konnte ich ein paar Pflanzen abseits der ausgetretenen Wege entdecken.

Diesen schönen Wald-Ziest hätte ich wohl nie gesehen, wenn ich auf dem richtigen Weg geblieben wäre.

Auch diese interessante Flechte habe ich wohl meiner Verirrung zu verdanken.

Leider kenne ich mich mit Flechten nicht aus, und darum kann ich ihr keinen Namen geben.

Als ich schliesslich den Weg wiederfinde bin ich superfroh und erleichtert.

Auf Dauer hätte ich es wohl nicht durchgehalten, senkrecht den Berghang hoch zu stapfen.

Auch wenn der richtige Pfad schmal ist und über Stock und Stein führt, gibt er doch ein wenig Sicherheit und ist lange nicht so anstrengend, wie ohne Weg zu gehen.

Einmal mehr denke ich an die tapferen Macher der Wanderwege, die die Wege Jahr für Jahr gangbar halten und beschildern. Ein grosses Lob an die Wegbereiter!

Der Berghang oberhalb vom Weg sieht streckenweise ziemlich wild aus.

Immer wieder sieht man umgefallene Bäume, die teilweise schon vom Moos überwuchert sind.

Moos wächst hier ziemlich viel.

An manchen Stellen bildet es dichte Polster.

Nach langen Bergauf-Steigungen komme ich zu einem Brunnen, der aus einem Baumstamm besteht. Es handelt sich um das Hohkelch-Brünnele auf 1203 m Höhe.

Wunderbar kaltes Wasser rinnt aus einem Rohr.

Voller Freude trinke ich, wasche mir Gesicht und Arme und fülle meine Wasserflaschen nach.

Die Erfrischung tut enorm gut und stärkt mich für den weiteren Aufstieg, der von hier aus gar nicht mehr weit ist.

Beim Brunnen wächst ein stechender Hohlzahn mit roten Blüten.

Etwas weiter auf dem Weg sehe ich einen Purpur-Fingerhut.

Schliesslich öffnet sich der dunkle Wald vor mir und der helle Himmel wird sichtbar.

Davor scheint ein Tor zu sein.

Ob das Tor wohl geschlossen ist und mir den Durchgang zum Licht verweigert?

Nein, das tut es nicht, denn man kann das Tor aufmachen und durchgehen.

Ich habe den Hoh-Kelch erreicht.

Das ist diese Kuhle zwischen Belchengipfel und seinem Neben-Buckel, die dem Belchen schon aus der Ferne sein typisches Aussehen gibt.

Das Bild zeigt den Blick auf diesen Neben-Buckel, der noch ein paar Meter höher liegt als die Kuhle.

Wenn ich jetzt noch voller überschüssigem Tatendrang wäre, würde ich dort einmal kurz hinwandern, um ihn mir genauer anzusehen.

Aber so tatendurstig bin ich nicht mehr, vor allem angesichts des weiten Abstieges und der Heimfahrt, die später noch vor mir liegen.

Also wende ich mich in Richtung Belchengipfel, der noch ein Stückchen entfernt ist.

Erstmal geht es wieder in dern Wald hinein.

Auf dem Weg zum Wald sehe ich eine Gruppe Blutwurz.

Jetzt, wo ich sie direkt erkenne, entdecke ich sie wohl öfter als vorher, als ich noch dachte, es wäre ein unbedeutendes Fingerkraut.

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