Kräuter-Wanderung: Der Belchen ruft

  

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Schon nach kurzer Zeit habe ich ordentlich an Höhe gewonnen.

Der kleine Ort Mulden, durch den ich eben noch mühsam gestrampelt bin, liegt schon ganz klein in der Ferne unten im Taleinschnitt.

Dann erreiche ich das "Schwarzwaldhaus 1902".

Es sieht noch uriger aus, als ich es von meiner letzten Wanderung auf den Belchen in Erinnerung habe. Aber es wirkt sehr ähnlich wie in der Fernsehserie.

Nachmittags von 14:00 bis 18:00 kann man es sogar besichtigen. Allerdings muss man Eintritt bezahlten, für Erwachsene kostet es 4 Euro. Ich denke mir, das ist eine ganz gute Finanzierungs-Möglichkeit, um das Haus als Museum erhalten zu können.

Kurz hinter dem Schwarzwaldhaus wächst eine Silberdistel.

Hurra!

Nach Silberdisteln habe ich auch schon lange gesucht.

Was für ein Prachtexemplar diese Silberdistel ist; ich bin ganz begeistert.

Die Skabiose neben der Silberdistel ist auch wunderschön, aber dennoch verblasst ihre ausstrahlung etwas gegenüber der seltenen Distel.

Wie kaum anders zu erwarten, wächst hier auch Augentrost.

Daneben sehe ich auch noch einen Hornklee, den ich normalerweise eher in der Ebene erwarte.

Aber schliesslich ist es hier noch gar so weit oben, in die richtigen Höhen will ich erst noch aufsteigen.

Auf der Feldbergwanderung bin ich ja schon auf 1200 m Höhe gestartet, weshalb der Aufstieg eigentlich nur ein Klacks war. Das ist hier ganz anders, denn Münstertal liegt bei etwa 400 m Höhe, daher muss ich etwa 1000 Höhenmeter bewältigen. Mal sehen, wie ich das schaffe.

Die malerischen Häuser von Kaltwasser, die sich an einen steilen Wiesenhang schmiegen, sind die letzte Bastion der Zivilisation, bevor die Bergtour richtig los geht.

Der Serpentinen-Wanderweg im Wald ist schmal, steil und dunkel.

Hier wird der Schwarzwald seinem Namen wirklich gerecht.

Streckenweise wächst hier nichts ausser den allgegenwärtigen Fichten.

Auf einer winzigen Lichtung stehen jedoch gleich zahlreiche Pflanzen.

Natürlich gibt es hier das häufige Fuchs-Kreuzkraut.

Dann entdecke ich auch Pfennigkraut, einen nahen Verwandten des Gilbweiderichs, dessen Triebe am Boden kriechen.

Mit dem Gilbweiderich ist dieses Pfennigkraut so eng verwandt, dass es auch Rundblättriger Gilbweiderich genannt wird. Beide gehören zur selben Gattung.

Das Pfennigkraut ist eine alte Heilpflanze. Es enthält Gerbstoff und Saponine, was für eine vielseitige Anwendung spricht.

Auf der Lichtung wächst auch noch die Braunwurz.

Wenn man sich die Knubbeln so anschaut, wundert es nicht, dass die Signaturenlehre einen Bezug zu den Lymphknoten sieht.

Leider ist der Weg auf den Belchen nicht ganz so gut ausgeschildert, wie ich es vom Schwarzwald inzwischen gewöhnt bin.

Daher ist mein Vertrauen gering, als ein leicht verbogener Wegweise nach rechts weist, wo ich auf der Karte einen schmalen Serpentinen-Weg nach oben vermute, der aber nicht zu sehen ist.

Ich habe mich verirrt!

Auch ein Stückchen hin und hergehen bringt mich einer Lösung nicht näher.

Jedoch treffe ich eine nette Familie mit Kindern, denen es genauso geht wie mir.

Nach etwas Kartenstudium und Überlegen entschliessen wir uns, einfach mal den Berghang hinauf zu steigen, in der Hoffnung, irgendwo einen quer verlaufenden Weg zu finden.

Ein Gutes hat die Situation jedoch, denn sie zeigt, dass man in schwierigen Situation manchmal gute Weggefährten finden kann, ganz spontan und kurzfristig.

Einen Querweg finden wir schliesslich, nachdem wir uns keuchend nach oben geschleppt haben.

Doch wieder ist von einem abgehenden Serpentinenweg nichts zu sehen.

Ich trenne mich wieder von der Familie, die weiter steil nach oben klettert, und verfolge den Querweg ein Stück weit.

Der Weg wird immer schmaler und endet schliesslich bei einem Bach mitten im Geröll.

Also heisst es: Umkehren.

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