Kräuter-Wanderung: Der Belchen ruft

  

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Ab Münstertal fängt der Schwarzwald so richtig an.

Hier wird es auch bergiger und der Weg wird steiler. Anfangs kann ich noch radeln, aber schliesslich muss ich mein Fahrrad schieben, denn ich bin alles andere als ein Bergfahrer.

Ich fahre in das überaus idyllische Tal des kleinen Ortes Mulden. Dieses enge Tal wird rundum von Hügeln und Bergen umgrenzt, der Berg auf der Südseite ist der Belchen.

Während ich keuchend strampel sehe ich im Augenwinkel ungewohnte rosa Farbtupfer.

Nach ein paar Metern wird mir klar, was ich das gesehen habe: die Herbstzeitlose.

Ganz begeistert stelle ich mein Fahrrad an einer passenden Stelle ab und eile zurück zu den Herbstzeitlosen. Schon seit Jahren bin ich auf der Suche nach Herbstzeitlosen, um sie zu fotografieren.

Ich bin ganz begeistert, sie endlich gefunden zu haben.

Schliesslich sehe ich auch von hier aus den Belchen.

Sein Gipfel ist von Wolken verhüllt.

Ob ich ihn wirklich besteigen soll?

Oder ist die Regenwahrscheinlichkeit so hoch, dass ich es besser bleiben lasse? Bei Regen sind die schmalen Pfade nämlich gefährlich rutschig. In der Wettervorhersage wurde eine gewisse Regenwahrscheinlichkeit angekündigt. Die Entscheidung hebe ich mir bis nach dem Frühstück auf.

Am Wegrand sehe ich hübsche, kleine Eisenkraut-Blüten.

Auch Pyrenaeen-Storchschnabel wächst hier auf der Bergwiese.

Über einen kleinen Taleinschnitt hinweg kann ich auch das Haus sehen, in dem die Dokusoap "Schwarzwaldhaus 1902" vor fünf Jahren gedreht wurde.

Dieses Haus sah schon bei meiner letzten Belchenwanderung vor siehen Jahren besonders urig aus, da kann ich mich noch gut dran erinnern. Kein Wunder, dass die Fernsehmacher dieses Haus für ihre Zeitreise ins Jahr 1902 ausgewählt haben: Es liegt abseits und man fühlt sich wie in alte Zeiten zurückversetzt.

Schliesslich erreiche ich den Kiosk beim Besucherbergwerk.

Hier gibt es erst einmal ein gutes Frühstück für mich.

Ich gönne mir einen Heidelbeer-Schmandkuchen, der noch besser schmeckt, als der Name vermuten lässt.

Einen offiziellen Standplatz für mein Fahrrad gibt es hier leider nicht, aber ich bin sicher, dass die nette, junge Dame von dem Kiosk ab und zu einen Blick auf mein Fahrrad werfen wird, wenn ich es in Sichtweise abstelle. Zumindest stelle ich mir das so vor.

Bei dem Geländer über einen winzigen Bach werde ich fündig, was die Suche nach einem brauchbaren Fahrrad-Abstellplatz angeht.

Hier steht es nicht im Weg und ich kann es doppelt anketten.

Direkt bei meinem Fahrrad schiesst ein kleiner Wasserfall aus einem Rohr. Das rauscht ganz herrlich.

Umrandet wird der Mini-Wasserfall von japanischem Staudenknöterich, der offenbar blüht.

Zumindest halte ich die hochstehenden gelbgrünen Rispen für Blüten. Auf den meisten Bildern sehen die Blüten des japanischen Staudenknöterichs aber eher weiss aus, daher bin ich mir nicht so ganz sicher, was es mit diesen grünlichen Dingern auf sich hat.

Beim Bergwerk ist heute ein Fest mit Blasmusik und Bierzelt auf dem Vorplatz.

Hier tummeln sich jede Menge Leute.

Im eigentlichen Bergwerk gibt es Sonderführungen.

Ich bin ja stark versucht, an solch einer Führung teilzunehmen, denn mich würde durchaus einmal interessieren, wie es im Innern aussieht. Aber die Zeit ist dafür einfach zu knapp, denn der Weg auf den Belchengipfel ist weit und steil.

Wenigstens einen kleinen Blick risikiere ich in den Eingangstunnel des Bergwerks.

Ich finde es sehr geheimnisvoll und es riecht kühl und nach Gestein.

Vielleicht komme ich extra noch einmal her, nur um das Bergwerk zu besuchen.

Heute will ich auf den Berg steigen, dessen werde ich mir immer sicherer.

Allerdings frage ich mich, ob ich mich später eine tollkühne Närrin schimpfen werde. Vielleicht auf dem Abstieg oder auf dem langen Rückweg mit dem Fahrrad oder am nächsten Tag, wenn mir alle Muskeln weh tun.

Im Moment ist mir das jedoch egal, denn der Belchen ruft ganz laut nach mir.

Unterhalb des Bergwerk steht ein sehr üppiger Schlehen-Strauch.

Er ist nicht nur gross, sondern auch dicht mir Schlehen-Früchten bewachsen.

Ein paar hundert Meter weiter steht der schönste Gilbweiderich, den ich je gesehen habe.

Er sieht nahezu perfekt aus.

Da muss ich natürlich gleich jede Menge Fotos von ihm machen.

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