Kräuter-Wanderung: Zum Naturschutzgebiet Taubergiessen

  

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Auf der landseitigen Böschung des Deiches ragen viele kleinblütige Königskerzen in die Höhe.

Diese hier ist eine der schönsten Exemplare.

Obwohl ich die meiste Zeit auf Deichen am Rhein entlang fahre, ändert sich der Pflanzenbewuchs doch streckenweise immer wieder.

Viele Pflanzen kommen jedoch auch fast überall vor, mal mehr mal weniger.

An einer Stelle wächst auch das aufrechte Fingerkraut, das ich nur selten sehe.

Später komme ich zu einer Rampe, auf der vermutlich Boote zu Wasser gelassen werden.

In den Ritzen der Betonrampe wächst Portulak, der dickfleischige Wildsalat.

Hier in der Betonritze sind seine Blätter aber sehr viel kleiner als in unserem Garten, wo der Portulak sehr üppig wuchert.

An dieser bequemen Einstiegstelle in den Rhein kann ich nicht mehr widerstehen.

Ich krempel meine Hosen so hoch wie es geht über die Knie hinaus und wate ein Stückchen ins Wasser hinein.

Die Erfrischung für die Füsse ist herrlich.

Sie reicht zwar nicht aus und ist auch nicht mit viel Schatten oder einem Ganzkörperbad vergleichbar, aber wenigstens sind jetzt die Füsse etwas abgekühlt.

Gestärkt kann ich wieder weiterfahren.

Am Rheinufer stehen riesige Sump-Engelwurze.

Das Ufer ist an dieser Stelle so steil, dass ich nicht näher rankomme an die prächtigen Pflanzen.

Daher kann ich keine Nahaufnahme der Blüten machen.

Auf einmal liegt mitten auf dem Weg eine Schlange.

Ich bremse scharf und schleiche mich vorsichtig an.

Ein wenig mulmig ist mir dabei schon.

Aber die Schlange rührt sich überhaupt nicht. Schliesslich komme ich zu dem Schluss, dass sie wahrscheinlich tot ist.

Auf einem Wehr sitzen lauter Kormorane auf breiten Pfosten.

Das sieht wirklich lustig aus: Auf jedem dieser Pfosten hockt ein grosser, schwarzer Vogel.

Ob sie dort nach Futter Ausschau halten?

Am Rand des Wehrs verläuft eine Fischtreppe.

Zumindest sieht diese unterteilte Wasserrutsche so aus wie eine Fischtreppe.

Da ich die Sonnenhitze kaum noch aushalte, nehme ich die erstmögliche Strecke, die durch den Wald führt. Im Wald ist es wunderbar angenehm schattig. Dafür nehme ich sogar die etwas holprigere und weitere Strecke gerne in Kauf.

Schliesslich erreiche ich das Burkheimer Schloss.

Jetzt ist es nicht mehr sehr weit bis nach Hause.

Ich finde sogar wieder einen Waldweg, der von Burkheim nach Breisach führt.

Hier geht es zwar ziemlich hin und her, aber ich geniesse den Schatten sehr.

Bei einer dieser Hin- und Herschlenker der Strecke komme ich vorübergehend aus dem Wald heraus.

Da steht plötzlich mitten in der Felder-Landschaft ein Turm, der eingeschlagene Fenster hat, wie ich beim näheren Hinschauen erkenne.

Der Turm wirkt auf mich, wie einem Endzeitroman entsprungen, einerseits viel zu modern für diese Waldgegend, andererseits aber kaputt und aufgegeben. Das inspiriert mich zu abenteuerlichen Geschichten.

Von hier aus habe ich auch einen guten Blick über die Wiesen und auf den Kaiserstuhl, den ich auf dieser Tour noch gar nicht gesehen hatte.

Bald schon erreiche ich Breisach und bin fast zuhause.

Beim Überqueren des Rheins sehe ich in der Ferne dicke Wolken, die sich im Norden zusammenbrauen.

Es wird auch plötzlich immer windiger.

Das vorhergesagte Abendgewitter scheint sich auf seinen Auftritt vorzubereiten.

Nachtrag:
Das Gewitter ist dann tatsächlich gekommen und es hat tagelang geregnet. Hier bei uns war der Regen zwar ausgiebig, aber nicht besorgniserregend.

Woanders war der Regen wohl deutlich schlimmer, denn der Rhein stieg innerhalb der letzten Tage immer mehr an.

Aus dem friedlichen Freizeitgewässer wurde ein reissender, brauner Strom, der wildes Treibholz statt Boote transportierte und gegen die Ufer schäumte.

Als ich am Donnerstag, den 9. August dieses Bild geschossen habe, war der Pegel bei 4,32 m das ist mehr als zwei Meter über normal. Bis zum Abend ist der Pegel dann noch auf 4,61 m angestiegen.

Die Radwege, die ich auf meinem Ausflug befahren habe, sind teilweise bestimmt stark überschwemmt und unpassierbar. Wie gut, dass ich schon vorher nach Taubergiessen gefahren bin.

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