Kräuter-Radtour: Fahrt zur Petite Camargue Alsacienne

  

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Der Kanal mit dem verlockend blauen Wasser verläuft zwischen Wiesen auf der einen Seite und Wald auf der anderen Seite.

Das Wasser sieht zwar sehr verführerisch aus, aber hier ist Baden verboten, was auf zahlreichen Schildern deutlich gemacht wird.

Dieses Badeverbot ist wohl auch sinnvoll, denn ab und zu fahren hier Schiffe entlang, einige davon ziemlich schnell. Sogar ein grosser Lastkahn kommt vorbei.

Über den Kanal hinweg hat man einen guten Blick auf den Schwarzwald.

Die Luft ist mal wieder ziemlich diesig, aber dennoch glaube ich, in der Ferne den Blauen zu erkennen.

Auf dem Ausguck-Hügel sehe ich noch das Jakobs-Greiskraut.

Die kanadische Goldrute blüht auch schon an einigen Stellen, ihre grosse Blütezeit hat sie aber noch vor sich.

Ich verlasse den Ausguck-Hügel wieder und setze meinen Weg am Kanalufer fort.

Am Ufer des Kanals wachsen zahlreiche Sanddorn-Büsche.

Bei einigen davon kann man schon die orangenen Beeren erkennen.

Während ich die Sanddorn-Bilder knipse, spüre ich plötzlich ein starkes Pieksen an der linken Wade.

Ich schaue meine Wade argwöhnisch an und sehe: nichts.

Dennoch sticht es weiterhin ziemlich doll. Ich wundere mich, dass simples Gras so stark pieksen kann. Nach einer Weile lässt es jedoch nach und ich vergesse den stechenden Zwischenfall.

Erst viel später, nachdem ich wieder zuhause bin, entdecke ich an der pieksenden Stelle eine rote Schwellung und frage mich, was das wohl sein kann.

Am nächsten Tag ist die Schwellung und Rötung ziemlich gross geworden, was meinen Argwohn noch mehr erregt.

Inzwischen vermute ich, dass mich dort beim Sanddorn eine Dornfinger-Spinne gebissen hat. Diese Spinnen sollen die giftigsten Spinnen in Mitteleuropa sein. Aufgrund der zunehmenden Wärme vermehren sie sich immer mehr.

Falls ihr wissen wollt, wie ich meinen Dornfinger-Biss behandel: Zuerst habe ich die Stelle mit Pappel-Propolis-Creme eingerieben und dann mit Schwedenkräuter-Creme. Als mir die Sache mit der Dornfinger-Spinne einfiel, habe ich über Nacht einen Breiumschlag mit Parakresse-Blättern gemacht.

All diese Massnahmen haben lindernd gewirkt, aber nicht zu einer wundersamen Spontanheilung geführt, was auch nicht zu erwarten war. Bestimmt gibt es noch zahlreiche andere Möglichkeiten Dornfinger-Bisse zu behandeln.

Nach etlichen Kilometern Kanalstrecke komme ich zu einer grossen Schleusenanlage, wo sich der Kanal teilt.

Der breitere Teil fliesst nach wenigen hundert Metern in den Rheinkanal und ein schmaler Kanal bleibt übrig, der mich weiter bis zur kleinen Camargue begleiten wird.

Durch das ganze Kanalverzweigungsgewühl wird man als Radfahrer bequem geleitet und man kann überall sehr gut mit dem Rad fahren.

Der schmale Kanal führt bis nach Huningue und mündet erst dort in den Rhein.

Sein Wasser ist sehr trübe und fliesst auch nur langsam.

Dennoch macht es Freude, an ihm entlang zu radeln.

An vielen Stellen wächst der Blutweiderich in üppigen Gruppen.

Der Blutweiderich ist immer wieder eine Augenweide.

Auch Nachtkerzen sehe ich hier und da.

Auf der Landseite des Weges stehen Schlehen-Sträucher, die schon zahlreiche ihrer blauen Früchte tragen.

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