Kräuter-Wanderung: Von Freiburg auf den Schauinsland

  

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Dann sehe ich ihn endlich, den Eugen-Keidel-Turm, den Aussichtsturm auf dem Gipfel des Schauinslands.

Der Turm wurde nach einem früheren Freiburger Bürgermeister benannt.

Ich bin superfroh, als ich endlich hier angekommen bin.

Die Strapazen der letzten Stunden sind fast schon vergessen.

Natürlich lasse ich es mir nicht nehmen, auf den Turm hinauf zu klettern, um den Ausblick von dort zu geniessen.

Der Feldberg scheint zum Greifen nah.

Auf einem Schild habe ich gelesen, dass er für den Wanderer nur 14,5 km entfernt ist.

Am liebsten würde ich gleich dorthin wandern.

So schlimm kann meine Erschöpfung also gar nicht sein, denke ich mir, wenn ich schon an den nächsten Gipfelsturm denke.

Aber in Echt ziehe ich eine sofortige Wanderung zum Feldberg natürlich nicht in Betracht.

Auf einer sanft geschwungenen Hochebene ganz in der Nähe ist Hofgrund, ein kleines Bergdorf.

Von dort aus kann man bestimmt wunderbare Wandertouren unternehmen.

Auch der Belchen ist in erreichbarer Nähe und bestimmt noch zahlreiche andere lohnende Wanderziele.

Auch Freiburg sieht man vom Schauninsland-Gipfel aus.

Es verschwimmt ein wenig im Dunst der diesigen Luft.

Der Kaiserstuhl, der auf dem Bild über Freiburg liegt, wirkt wie ein flacher Fladen, zuerst erkenne ich ihn nicht einmal, denn dass er nur so ein unscheinbares Ding ist, hätte ich nicht erwartet.

Die Vogesen sieht man nur als dunstig-blaues Band ganz weit hinten.

Bei guter Sicht kann man von hier aus sogar bis zu den Alpen sehen, man sieht beispielsweise die Jungfrau und andere Hochgebirgs-Gipfel. Aber davon kann man heute nicht einmal träumen.

Nach einem gründlichen Rundum-Blick steige ich wieder vom Turm herab und mache mich auf den Weg zur Bergstation, die ein Stück entfernt liegt.

Unterwegs fällt mir der Alpenlattich auf.

Seine Blüten erinnern ein wenig an Wegwarten-Blüten, aber sie sind violetter und fast alle sind ziemlich zerzaust.

Stamm und Blätter des Alpenlattichs erinnern an die Gänsedistel, die bei uns auch schon als Unkraut im Garten gewachsen ist.

Ein paar kleine Weidenröschen sind auch zu sehen.

Ich staune, dass sie es bis nach hier oben geschafft haben.

Schliesslich komme ich zur Seilbahn und kann den Gondeln bei ihrer Reise zusehen.

Jetzt habe ich mir eine kleine Erfrischung redlich verdient.

Auf dem Weg in die Bergstation sehe ich noch eine Art Ginster.

Welche Ginster-Art es genau ist, habe ich bisher leider noch nicht herausgefunden.

Ginster finde ich schwierig zu unterscheiden, fast so schwierig wie gelbe Korbblütler.

Nach einer kurzen Pause kaufe ich mir eine Fahrkarte für die Seilbahn.

Ich finde die Fahrt zwar ziemlich teuer, aber immerhin habe ich eine ganze Gondel für mich alleine.

Also mache ich es mir bequem und geniesse die Fahrt nach unten, die etwa eine Viertelstunde dauert.

Meine Gefühle schwanken zwischen Hochgenuss und ein wenig Höhenangst, der Genuss ist aber stärker.

Bis ich schliesslich wieder zuhause bin, muss ich noch einen Bus, zwei verschiedene Strassenbahnen, einen Zug und schliesslich mein Fahrrad nehmen. Es ist also die reinste Reise, aber es hat sich voll gelohnt.

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