Kräuter-Wanderung: Von Freiburg auf den Schauinsland

  

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Von einem Felsvorsprung aus habe ich einen atemberaubenden Blick auf Freiburg und die Rheinebene.

Hier weht ein richtig kräftiger Wind, so exponiert ist der Felsvorsprung, aber ich stehe weit genug entfernt vom Rand, um nicht herunter zu fallen.

Leider ist es heute diesig, darum erkennt man die Rheinebene nur als blassen Schleier, aber dennoch ist der Blick ganz wunderbar.

Der kleine Ort im Vordergrund ist übrigens Günterstal, an dem ich inzwischen deutlich vorbeigegangen bin.

Direkt über einem Felsen erhebt sich eine Königskerze.

Das sieht echt klasse aus, wie majestätisch sich diese Pflanze in die Höhe reckt.

Als wäre sie der Wächter am Ausgang des Kybfelsens.

Hinter dem Kybfelsen geht es deutlich bergab.

Für kurze Zeit frage ich mich sogar, ob ich mich vielleicht verirrt habe, denn neben mir steigt das Gelände wieder an.

Aber dann wird mir klar, dass der Abstieg nötig war, denn ich komme zu einem Sattel, der ein gutes Stück unter der Kybfelsen-Höhe liegt. Hier muss man also runter, denn auf der Höhe des Kybfelsens gibt es nur Luft und keinen Wanderweg.

Wie üblich bei den grösseren Satteln kreuzen sich hier viele Wege. Es gibt auch Bänke, auf denen man Picknick machen kann.

Aber der Kybfelsen war viel romantischer als Picknickplatz.

An einer Stelle wächst vielblütige Weisswurz.

Aus den Blüten sind inzwischen grüne Beeren geworden, die wie kleine Glocken vom Stengel herunterhängen.

Dann sehe ich eine Gruppe Pflanzen, deren Blüte wie Baldrian aussieht.

Die Blätter sehen aber anders aus, viel grösser als beim richtigen Baldrian.

Bisher habe ich noch nicht herausgefunden, ob es sich um eine Baldrian-Art handelt oder vielleicht sogar um eine ganz andere Pflanze.

Nachtrag (ein paar Tage später): Inzwischen weiss ich, dass es sich um einen Zwergholunder handelt. Ich lag also völlig daneben.

Der Ausblick vom Bergsattel aus ist mal wieder beeindruckend.

Hier ein Blick in Richtung Schwarzwald über die anderen Berge und Täler.

Der senkrechte Strich auf dem Bild ist der dünne Stamm eines toten Baumes.

Hier sieht man häufig solche Baumgerippe, sodass ich mich frage, in welchem Zustand der Wald wohl ist, aber damit kenne ich mich nicht gut genug aus.

Vom Bergsattel aus geht es wieder in den Wald hinein und deutlich bergauf.

Die Höhe, die ich beim Abstieg verloren habe, muss ich schliesslich wieder gutmachen.

Und noch viele hundert Höhenmeter mehr, denn ich will vom Sattel aus ja noch etwa 500 Meter aufsteigen.

An einer Stelle ist der Weg so schroff, dass ein paar Holzstämme als Geländer um einen Felsen herumführen.

Ich bin sehr froh über das Geländer, denn die Umsteigun des Felsens ist mir doch etwas unheimlich.

Ansonsten schreite ich recht zügig voran, denn ich will nicht zu spät auf dem Schauninsland ankommen.

Der Weg wird immer steiler, denn das liegt in der Natur einer Gipfelbesteigung.

Allmählich komme ich nicht nur ins Schwitzen, sondern mein Herz klopft auch immer schneller.

Weil ich weiss, dass noch einiges vor mir liegt, gehe ich möglichst langsam, denn ich will unterwegs ja nicht schlapp machen. Aber auch langsamen Schrittes finde ich den Aufstieg sehr mühsam, dabei ist er kaum steiler und auch nicht länger als der Aufstieg zum Kybfelsen, aber ich habe natürlich nicht mehr so viel Kraft wie am Anfang.

Zwischendrin öffnet sich der Wald für ein paar Meter und der Ausblick über den Schwarzwald zeigt mir, dass ich schon einiges an Höhe gewonnen habe.

Die umgebenden Berge liegen jetzt nicht mehr um mich herum, sondern eher unten.

Wegen meiner Erschöpfung und auch weil es auf diesem Wegstück kaum neue Pflanzen gibt, gibt es von einer weiten Wegstrecke nur wenige Bilder. Dabei schien es mir als das weiteste Stück der ganzen Wanderung.

Kurz vor dem Gipfel sehe ich den ersten Alpendost.

Ab hier wächst er auf einmal in grösserer Zahl.

Der Name Alpendost passt wohl recht gut zu dieser Pflanze, denn hier sind zwar nicht die Alpen, aber immerhin befinden wir uns inzwischen schon deutlich über 1000 Meter Höhe.

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