Kräuter-Wanderung: Frühling am Limberg

  

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Der Wald entlässt mich auf das Hochplateau des Limbergs.

Hier wird Weinbau betrieben.

Der Wechsel der Atmosphäre könnte kaum krasser sein. Zuerst noch der lauschige Wald und jetzt brennende Sonnenhitze auf bisher blattlosen Weinstöcken.

Vom hinteren Ende des Limbergs aus hat man einen herrlichen Blick auf die Oberrheinebene in Richtung Norden.

Eine Biene nascht fleissig an den gelben Blüten, die zwischen den Weinreihen wachsen.

Wie eifrig das Bienchen ist.

Es enthuscht immer wieder so schnell, von Blüte zu Blüte, dass ich es kaum schaffe, ein scharfes Bild davon zu knipsen.

Hier in der Ecke des Limberges steht auch der Keltengrab-Hügel.

Dieses Keltengrab ist der sichtbarste Teil der jahrtausendealten Geschichte dieses Bergplateaus.

Etwas weiter nach Süden gab es noch ein römisches Kastell, eine frühmittelalterliche Burg und sogar ein befestigtes steinzeitliches Dorf. Aber von all diesen ärchäologischen Schätzen ist leider nichts mehr zu sehen.

Man kann aber durchaus behaupten, dass hier Menschen ansässig waren, seit sie anfingen steinerne Siedlungen zu bauen.

Zwischen den Weinpflanzen blüht hier auch die Traubenhyazinthe.

In Gärten wäre das zwar nichts Besonderes, aber wild wachsend sind Traubenhyazinthen eine echte Rarität.

Und hier stehen sie einfach so zwischen dem "Weinbergs-Unkraut".

Obwohl der Weg über den Weinberg eigentlich nicht weit ist, wird er mir doch ziemlich lang, denn ist inzwischen brennend heiss hier oben.

Ich habe mich zwar schon mehrmals mit starker Sonnenmilch eingerieben, aber mein Gesicht brennt im Sonnenschein und daher creme ich mich noch einmal ein. Und auf dem Weg durch die Weinreben senke ich meinen Kopf, damit mir die Sonne nicht so stark ins Gesicht brennen kann. Ob ich wohl um einen Sonnenbrand herumkomme?

(Später weiss ich: ich habe Glück gehabt und wahrscheinlich hat auch die Sonnenmilch geholfen. Mein Gesicht ist nur leicht gerötet)

Ein wenig gruselt es mich vor dem Klimawandel. Wenn es jetzt schon im April so heiss ist....

Im südlichen Bereich des Weinberges gibt es einen Stichweg zum "Vogesenblick".

Von hier aus hat man bei klarer Luft einen guten Blick auf die Vogesen.

Heute ist es so diesig, dass ich gerade einmal bis zum Rheinkanal und zur dahinter liegenden Ebene schauen kann.

Auf der anderen Seite der Hochebene sieht man Sasbach, wie es malerisch zwischen den Hügeln und vor dem Kaiserstuhl liegt.

Zwischen dem Limberg und Sasbach liegt noch der Lützelberg.

Eigentlich führt der Lehrpfad auch noch auf diesen Lützelberg und zu seiner Wallfahrtskapelle.

Doch ich glaube, ich werde die Abkürzung wählen und dieses Mal auf den Lützelberg verzichten. Der Lehrpfad ist auch ohne den Lützelberg schon ziemlich ausgiebig und ich habe sowieso noch die Hälfte des Weges vor mir.

Hier am südlichen Ende des Limberg-Plateaus steht auch ein Weissdorn, den ich im letzten Sommer mit unreifen Beeren gesehen hatte. (Siehe: Kräuter-Radtour: 28.7.2006: Zum Limberg bei Sasbach - Seite 4)

Dieses Mal komme ich auch zu unreifer Zeit, aber diesmal sind es die Blüten, die sich auf ihren Auftritt vorbereiten.

Wahrscheinlich müsste ich schon nächste Woche wieder herkommen, um die Weissdornblüten rechtzeitig zu erwischen. Aber ich glaube, dass ich nächste Woche lieber woanders hinradel. Mal sehen, vielleicht finde ich dort auch Weissdornbüsche.

In der Nähe des Weissdorns steht eine Wanderhütte.

Hier setze ich mich für ein paar Minuten in den Schatten und geniesse den kräftigen Wind, der von Nordosten bläst.

Ohne den Wind wäre es hier vermutlich fast unerträglich, aber so ist es im Schatten recht angenehm.

Ausserdem bin ich froh, dass ich reichlich Wasser mitgenommen habe. Der Durst ist bei der Hitze nämlich ziemlich gross.

Von der Hütte aus sind es nur noch ein paar hundert Meter, bis ich wieder einen Wald erreiche. Erleichtert tauche ich in den Schatten der Bäume ein.

Der Weg führt mich zu einem Ausblick auf einen der zahlreichen Steinbrüche des Limbergs.

Zu meinen Füssen fällt eine gelbliche Wand steil in die Tiefe.

An ihrem Fuss wachsen kahle Bäume. Ob die wohl noch Blätter bekommen?

Erst bei genauerer Betrachtung des Abgrunds stelle ich fest, dass ich tatsächlich direkt am Abgrund stehe. Ein kleiner Baum hat mich zuerst über diese Tatsache hinweggetäuscht.

Der Boden auf dem ich stehe, schein sogar ein klein wenig über zu stehen.

Da wird mir doch etwas mulmig und vorsichtig ziehe ich mich zurück.

Auf dem Weg ins Landesinnere treffe ich auf ein paar Pflanzen, die mich an Lungenkraut erinnern.

Aber die Blätter sind viel länger und spitzer.

Das kann kein Lungenkraut sein.

Erst zuhause stelle ich nach einigen Recherchen fest, dass es sich um den blauroten Steinsamen handelt.

Das ist eine seltene Pflanzenart, die im Jahr 2000 die Pflanze des Jahres war.

Früher wurde sie als Heilpflanze geschätzt, vor allem für Lungen- und Darmkrankheiten.

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