Kräuter-Wanderung: Burg Rodenstein im Odenwald

  

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Im Wald ändert sich schlagartig die Vegetation, wie es sich für einen Wald gehört.

Am Boden liegen massenhaft stachelige Hüllen von Esskastanien.

Die Kastanienfrüchte selbst sind deutlich weniger, woraus wir schliessen, dass sie eifrig gesammelt werden.

Wenn wir wollten, könnten wir aber noch genug sammeln, um uns nach der Wanderung die Bäuche voll zu schlagen. Ich bin ganz erstaunt, wie viele Esskastanien-Bäume hier wachsen.

Aus dem Moos leuchten dottergelbe Butterpilze, die eine ganze Serie von leckeren Pilzfunden einläuten.

Ganz unauffällig stehen auch noch einige Waldmeister-Sterne an der Böschung des Waldweges.

Etwas später entdecke ich eine Kreuzkraut-Art, die ich nicht so recht zuordnen kann.

Die Blüten sehen fast aus wie die vom Fuchskreuzkraut, aber die Pflanze ist viel kleiner und die Blüten sind fast wie in einer Kerze angeordnet.

Meine Bestimmungsbücher wissen auch keinen Rat.

Dann erreichen wir Burg Rodenstein.

Leider ist sie nur noch eine Ruine, aber man kann noch eine Menge alte Gemäuer sehen.

Auf einigen Infotafeln erfährt man auch mehr über die Burg und die schaurigen Sagen, die sich um sie ranken.

So wie ich es verstanden habe, ist schon der erste Burgherr (oder war es der letzte?) nach einer langen Reise ins Morgenland, von der er eine südländische Kurtisane mitbrachte, in der Burg zu Tode gestürzt.

Fortan stand kein guter Stern über Burg Rodenstein.

Der Rodensteiner soll angeblich spuken und immer wieder kommen Menschen im Bereich der Burg ums Leben - berichten die Legenden.

Es soll auch einen Schatz geben, aber wer zu intensiv nach ihm sucht, ist oft des Todes. Einer der Schatzsucher wurde beispielsweise von einem Stein erschlagen, der sich von einer der alten Mauern löste während der Mann ein tiefes Loch grub.

Ein anderer Schatzsucher wurde von einem schweren Bild des Rodensteiners erschlagen, als er nach erfolgreicher Schatzsuche in einem nahen Gasthaus den Fund des Schatzes feierte. Das Töchterchen des Wirtes war ganz unglücklich darüber, denn sie hatte ein Auge auf den glücklichen Schatzfinder geworfen.

Ganz in der Nähe der Burg reckt sich der Wildweiber-Felsen aus dem Waldboden.

Dieser Felsen diente den wilden Weibern anscheinend als Dusche, denn ein kleiner Wasserfall ergiesst sich über den Felsen.

Diese wilden Weiber waren wohl recht obskure Frolleins, denn sie hausten mitten im Wald abseits der Burg.

Bald darauf verlassen wir den Wald und kommen zu einer lieblichen Wiese, die die schaurigen Legenden bald vergessen lässt.

Lupinen stehen am Wegesrand wie leuchtende Kerzen.

Und überall wachsen Äpfel - zahllose Äpfel.

Manche der Äpfel liegen einfach so auf der Strasse und leuchten lecker und verführerisch.

Walnüsse und Birnen gibt es auch zuhauf.

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