Kräuter-Wanderung: Zum Totenkopf-Gipfel

  

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Nach dem Abenteuer auf dem echten Totenkopf gehe ich brav zurück zum offiziellen Weg, der mich wieder zum Bickensohler Weinlehrpfad bringen soll.

Ein Stück weit muss ich auf der kleinen Strasse gehen.

Von hier aus öffnet sich zwischen den Bäumem ein prima Blick auf den Badberg.

Der Kaiserstuhl ist so idyllisch, dass ich ihn oft mit dem Auenland der Hobbits vergleiche.

Das wird mir bei diesem Anblick mal wieder deutlich bewusst.

Nach kurzer Strecke verabschiedet sich der Wanderweg von der Strasse und führt auf schmalem Weg direkt den Berg hinunter.

Am Wegrand stehen Maiglöckchen, deren Beeren inzwischen orange-rot sind.

An den meisten Stellen sind die Beeren oll oder gar zertreten.

Nur hier und da sieht man mal gut erhaltene Maiglöckchen-Beeren.

Auch hier gilt: Achtung! Maiglöckchenbeeren sind giftig, wie die ganze Pflanze. (In kundiger Hand ist das Maiglöckchen jedoch eine gute Heilpflanze gegen schwache Herzen.)

Immer wieder zieren Glockenblumen den Wegrand. Beim Anblick von Glockenblumen muss ich meistens an beflügelte Elfen denken.

Aber meistens sind sie nur schwer scharf zu erhaschen.

Hier ist mir unter vielen Versuchen mal ein scharfes Foto gelungen.

An manchen Stellen in diesem Wald wächst auch der Salbei-Gamander.

Ein Stück weit erinnern einige der hiesigen Pflanzen an den Schwarzwald, wie auch dieser Salbeigamander, den ich bisher nur im Schwarzwald entdeckt hatte.

Es ist wohl teilweise mehr die Waldumgebung als die absolute Höhe, die über die vorhandenen Pflanzen bestimmt.

Der steile Waldweg wird flacher und lichter.

Hier ist der Boden plötzlich grasbedeckt.

Erstaunlich, welch unterschiedliche Gegenden man hier auf kurzer Distanz erleben kann.

Dann sehe ich einige Wald-Wachtelweizen.

Auch diese kenne ich sonst eher aus dem Schwarzwald.

Auf einmal treffe ich auf eine Vielzahl von Pilzen.

Vor allem sind es ein paar leckere Maronen, die ich erspähe.

Von den Steinpilzen, die es dieses Jahr anscheinend überall in grossen Mengen gibt, ist keine Spur. Aber Maronen sind natürlich auch tolle Speisepilze.

Von diesem Kandidaten soll man aber besser die Finger lassen, denn es ist ein Pantherpilz.

Erst selten habe ich bisher einen Pantherpilz gesehen, der offensichtlich ein Verwandter des Fliegenpilzes ist, wie man schon an den Tupfen auf der Pilzhaut erkennen kann.

Hinter der Pilzecke komme ich bald zu einer Waldkreuzung, die es in sich hat.

Hier kreuzen sich sternförmig eine Menge Wanderwege. Es scheint fast, als würde kaum ein Weg an dieser Sternkreuzung vorbeiführen.

Fragt sich nur, wo ich lang gehen muss.

Der Oberrotweiler Wanderweg mit dem blauen Kreis führt mich halb zurück, aber das deckt sich mit der Karte, also schreite ich zuversichtlich aus.

Schon von weitem höre ich einen Bach gluckern, ein Bach, der mir laut Karte zeigt, dass ich auf dem richtigen Weg bin.

Beim Bach angekommen, stehe ich vor lauter Schachtelhalm-ähnlichen Stecken, die aber keine "Blätter" haben, sondern nur die unterteilten Stengel.

Dank meiner neuen Kamera kann ich sogar Töne aufnehmen, was ich bei dieser Gelegenheit voller Freude ausprobiere.

Hier klicken, um das Wassergluckern zu hören...


Am Wegrand wächst Giersch, wie andere Pflanzen auch in seiner Frühlings-Form.

Dass es Ende August soviele Pflanzen gibt, die sich wie im Frühling verhalten, finde ich schon sehr merkwürdig.

Aber die Herbstblüte mancher Pflanzen ist ja ein bekanntes Phänomen.

Nur in der jetzigen Ausprägung ist es mir bisher unbekannt.

Nach ein paar Irrungen und Wirrungen, die jedoch nur zeigten, dass ich auf dem richtigen Weg war, komme ich an die Stelle, an der ich am Anfang meines Gipfelsturms aufgebrochen war.

Die Sonne strahlt durch die Lücke in den Bäumen, wo ein kleiner Weg den Hin- und den Rückweg miteinander verbindet.

So froh, wie ich vorher war, in den Wald zu kommen, so froh bin ich jetzt, das Licht des Weinbergs wieder zu sehen.

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