Kräuter-Wanderung: Zum Totenkopf-Gipfel

  

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Ein kleiner Weg führt in den Wald hinein.

Nach der heissen Sonne, die mich auf dem Weinberg begleitet hat, bin ich ganz froh, in den Schatten zu kommen.

Auf dem Hinweg zum Totenkopf folge ich dem Oberrotweiler Wanderweg Nummer 2.

Mitten auf dem Waldweg wachsen kräftige Beinwell-Blätter.

Das ist auch wieder so ein Fall von zweitem Frühling nach der Dürreperiode im Juli.

Die Beinwellblätter stehen so saftig da wie zuletzt im April oder Mai.

Ein Pilz erinnert mich daran, dass die Pilzsaison begonnen hat, und dass sie dieses Jahr besonders üppig sein soll.

Im Schatten der Bäume steht das Hexenkraut mit seinen drolligen Früchtchen.

Das "Hexenkraut" heisst tatsächlich so, auf lateinisch Circaea lutetiana, von der Circe aus der Odyssee hergeleitet.

Dabei hat das Hexenkraut eigentlich gar keine besondere Wirkung. Aber es sieht sehr merkwürdig aus, was wohl ausgereicht hat, um ihm den magischen Namen zu geben.

Auch Gundermann wächst hier im kühlen Schatten.

Es bedeckt Teile des Bodens, ganz so, wie es das auch in unserem Garten gerne macht.

Der Waldweg ist die reinste Labsal nach der knallenden Weinberg-Sonne.

Ich atme auf und geniesse das Dämmerlicht, das durch die Blätter fällt.

Passend zu meinem Ziel geht der Weg ordentlich bergauf.

Auch Farn gedeiht hier im Wald.

Er steht in kleinen Gruppen auf dem Laub.

Der Wald verändert immer wieder seinen Charakter, was den Weg zum Gipfel so richtig interessant macht.

Der Boden unter meinen Füssen federt elastisch, was das Gehen zur wahren Wonne werden lässt, auch wenn es bergauf geht.

An einer lichten Stelle steht der Waldmeister.

Seine Blüten sind längst verschwunden und die Blätter sind ziemlich hart geworden.

Sie riechen auch nicht mehr nach Waldmeister, aber man kann sie eindeutig an der Form erkennen.

In der Nähe stehen auch verblühte Schwalbenwurz-Pflanzen.

Sie haben Schoten gebildet, die an Pepperonis erinnern.

Auch das kleine Springkraut scheint sich hier im Wald wohl zu fühlen.

Seine gelben, interessant geformten Blüten blinzeln fröhlich aus dem Grün der Blätter.

Als der Wanderweg direkt auf die Leitplanke des Strässleins zum Totenkopf zu läuft, guck ich erst mal dumm aus der Wäsche.

Ob es vorgesehen ist, dass man über die Leitplanke klettert, um dann auf der Strasse weiter zu gehen?

Bin ich womöglich falsch gegangen?

Beim Näherkommen stellt sich heraus, dass der Wanderweg für ein paar Meter neben der Leitplanke entlang geführt wird.

Danach verabschiedet sich der Wanderweg wieder von der Strasse.

Eine Weile führt der Weg eher um den Gipfelbereich herum und fast schon wieder davon weg.

Wieder zweifel ich daran, ob ich richtig gegangen bin.

Bis das Schild "Totenkopf" auftaucht und einen Weg anzeigt, der direkt auf den Gipfel zu läuft.

Auch diesmal bin ich also richtig gegangen und habe mich nur zu schnell verunsichern lassen.

Auf geht's zur letzten Etappe des Gipfelsturms.

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