Kräuter-Wanderung: Zum Totenkopf-Gipfel

  

Seite 3


Zu den Seiten 1 - 2 - 3 - 4 - 5 - 6 - 7

Der rote Klee hier sieht besonders schön aus.

Oder habe ich vielleicht sonst nicht so gründlich hingeschaut?

Es ist erstaunlich, welche Pflanzenschönheit wir als alltäglich hinnehmen und normalerweise keines zweiten Blickes würdigen, weil wir eine Pflanze als Alltagskraut oder gar als Unkraut wahrnehmen.

Mit kräftig sonnengelben Farbtupfern drängt sich eine Pflanze aus der Familie der Korbblütengewächse ins Auge.

Die Blüten sind die wahre Pracht, doch wie heisst diese Pflanze bloss?

Bei den gelben Korbblütlern fällt mir die Antwort auf diese Frage oft schwer, mal abgesehen vom Löwenzahn, denn ich sehr gut von anderen Gelblühern unterscheiden kann.

Zurück zu der Pflanze am Weinberg: Ist es nun ein Wiesen-Pippau oder ist es vielleicht ein Savoyer Habichtskraut?

Die Form der Blätter ist es schliesslich, die mich zu letzterem tendieren lässt, denn die Zacken der Blätter zeigen eher zur Spitze als zum Stengel. Aber sicher bin ich mir noch lange nicht, ob es sich wirklich um ein Savoyer Habichtskraut handelt.

Im Gras entdecke ich einige Braunnellen.

Diese kleinen Blumen stehen an dieser Stelle nicht im Mittelpunkt, man muss sich, wie üblich, auch sehr weit runterbeugen, um ihnen zu begegnen.

Auch Schafgarbe wächst zwischen den Weinreben.

Der Kräuter-Reichtum der Rebterassen hängt wohl auch damit zusammen, dass die Winzer vom gründlichen Hacken eher abgekommen sind und sich mehr und mehr das schlichte Abschneiden der hohen Wildkräuter und Liegenlassen des Schnittgutes verbreitet hat.

Die Wegwarte blüht an einigen Stellen ausgesprochen prachtvoll.

Ein treuer Begleiter an den Wegen ist die Wegwarte schon den ganzen Sommer lang.

Da wird sie ihrem Namen voll gerecht.

Dort, wo der Weinlehrpfad an der höchsten Stelle angekommen ist, mache ich eine Vesper-Pause auf einer Bank.

Am Rand des kleinen Plateaus wächst Wirbeldost mit seinen wie zerzaust wirkenden Blüten.

Auch Blut-Storchschnabel wächst an der Picknickstelle.

Das samtige Dunkelrosa finde ich ganz enorm.

Kein Wunder, dass auch die leuchtenden Geranien dieser Familie entstammen.

Bei meinem Picknick hatte ich Gelegenheit mir zu überlegen, ob ich einen Abstecher zum Gipfel des Totenkopfs mache oder ob ich auf dem Weinlehrpfad bleibe und von hier aus wieder nach unten wandere.

Die Fernsicht ist nicht so überragend, aber mein Tatendrang lockt mich auf den Berg, zumal er zum Greifen nah scheint.

Ich habe mir schon zu Hause extra eine Strecke ausgetüftelt, bei der ich auf dem Rückweg wieder hier lande und den Weinlehrpfad weiter verfolgen kann.

Also auf geht's!

Weisser Honigklee steht vor einer Felswand.

Wie viele andere Pflanzen hat er offenbar durch das feuchte Wetter im August profitiert.

Ende Juli sahen viele Pflanzen karg und ausgedörrt aus, auch die Honigklees, denen ich begegnet bin. Jetzt stehen sie wieder voll im Saft.

Auch die Vogelwicke gedeiht prächtig und zeigt ihre schönen Blüten.

Sie ist einer dieser Fälle, wo ich immer wieder staune, was die Natur unseren Sinnen alles zu bieten hat, wenn wir nur genau hinschauen.

An vielen Stellen blüht auch das einjährige Berufkraut.

Wie unverdrossen es schon seit Monaten immer neu Blüten hervorbringt.

Weiter...