Kräuter-Wanderung: Zur Gottesanbeterin auf dem Badberg

  

Seite 5


Zu den Seiten 1 - 2 - 3 - 4 - 5 - 6

Etwas weiter oben sehe ich den Badberg-Gipfel vor mir aufragen.

Es ist kein besonders hoher und spektakulärer Gipfel, nicht einmal für den Kaiserstuhl, denn er reicht nur bis 435 Meter über den Meeresspiegel, aber man hat vom Badberg-Gipfel aus eine herrliche Aussicht über den inneren Kaiserstuhl.

Es lohnt sich also, den Gipfel zu erklimmen.

Auf dem Weg zum Gipfel sehe ich in östlicher richtung den Vogelsang-Pass, der einen Blick auf die Rheinebene und den Schwarzwald erlaubt.

Am Fusse des Vogelsang-Passes sieht man unseren Ausgangsort Alt-Vogtsburg.

Einige Männertreu-Pflanzen stacheln am Berghang um die Wette.

Und dann entdecke ich sie!

Eigentlich wollte ich ja nur mal wieder ein Bild vom Jakobs-Kreuzkraut machen, aber als ich mich ihm nähere, erblicke ich sie an seinem Stengel:

Eine prächtige Gottesanbeterin!

Welch ein Erlebnis. Noch nie habe ich die Gottesanbeterin in freier Wildbahn gesehen. Seit vielen Jahren hoffte ich darauf, sie hier am Badberg zu erspähen und jetzt endlich sitzt sie vor mir an einer Blume.

Sie hält brav still und lässt sich ausgiebig von mir fotografieren.

Fast scheint es mir, als würde sie mich beäugen und geniessen, so fotografiert zu werden.

Ob sie es wohl war, die die Flügel der Schmetterlinge zerrupft hat? Immerhin ist sie ja ein Raubtier.

Nach dem Erlebnis mit der Gottesanbeterin hätte ich den weiss blühenden mittleren Wegerich fast übersehen.

Als Bruder von Spitz- und Breitwegerich hat er ähnliche Heilwirkungen wie diese, aber eindeutig die schönsten Blüten, die meistens weiss und manchmal rosa sind.

In der Nähe wachsen auch Goldastern.

Sie ähnelt ein wenig den Goldruten und auch den Kreuzkräutern, hat aber ganz dünne Blätter, die fast wie weiche Nadeln am Stengel sitzen.

Auch der aufrechte Ziest gibt sich ein Stelldichein auf dieser Bergwiese.

Schliesslich habe ich den Gipfel erreicht und geniesse die Rundum-Sicht.

Hier ein Blick auf Schelingen und den nördlichen Teil des Kaiserstuhls.

Im Vordergrund fällt der Blick das Tal des Badbergs hinunter, denn der Badberg hat eine geschwungene U-Form, in dessen Mitte wir jetzt ganz oben stehen.

Ins Gras schmiegt sich ein Sonnenröschen, dessen Blüten an Hahnenfuss-Blüten erinnern, aber deutlich grösser sind und nicht so glänzen.

Es richtet seine Blüte nach dem Lauf der Sonne aus, was ihm seinen Namen eingebracht hat.

Das Sonnenröschen gehört zur Familie der Zistrosengewächse, ist also mit den mediterranen Zistrosen verwandt.

Der Weg und der Berg führt am Kamm des Badbergs entlang.

Im Hintergrund sieht man auch den Haselschacher Buck, auf dem man einfach weiterwandern kann, wenn man nach dem Badberg noch nicht genug hat.

Weiter...