Kräuter-Wanderung: Zur Mondhalde im Kaiserstuhl

  

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An den Hängen der oberen Rebterassen wachsen viele Wolfsmilch-Pflanzen.

Mit ihren drolligen Blüten sehen sie immer so aus, als würden sie aus einer anderen Welt kommen.

Ganz in der Nähe steht auch eine Gruppe Männertreu.

Diese stacheligen Pflanzen sind nicht etwa Disteln oder Kletten, sie sind auch keine Verwandten der Karden, sondern sie gehören in die Familie der Doldenblütler. Wer würde das beim Anblick dieser Pflanzen spontan vermuten?

Dann habe ich die Mondhalde erreicht, den Gipfelpunkt dieser Wanderung und den Abschluss des Lehrpfades.

Hier gibt es einen Parkplatz, wo alle, die sich die Serpentinen ersparen wollen, ihre Autos abstellen können.

Ausserdem gibt es eine kleine Schutzhütte und mehrere Bänke und Tische.

Ich nutze eine der Bänke und lege eine schmackhafte Mittagspause ein.

Natürlich hat man von hier oben auch eine phantastische Aussicht.

Hier ein Blick auf Bischoffingen, ein Nachbarort im Norden von Oberrotweil.

Ich habe mit der Kamera ganz nah rangezoomt, in Echt sieht es ziemlich weit weg aus.

Auf dem Plateau der Mondhalde stehen auch zwei grosse Felsen aus Vulkangestein, die in den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts bei der Flurbereinigung entdeckt wurden.

Der eine Felsen sieht aus wie ein Hinkelstein.

Hinter der kleinen Hütte ist eine Scheibe angebracht, auf der man lesen kann, wo sich welche Berge, Orte und geographische Gegebenheiten befinden.

So eine Scheibe ist ganz praktisch, wenn man hier oben steht und wissen will, was man wo eigentlich sehen kann.

In der anderen Blickrichtung sieht man auch Oberbergen, ein weiterer Ort der Gemeinde Vogtsburg.

Oberbergen würde ich als "Herz" des Kaiserstuhls bezeichnen, denn es ist wirklich mitten im Zentrum des kleinen Gebirges.

Im Hintergrund sieht man den Badberg.

Dieser Berg steht im oberen Bereich unter Naturschutz und besteht vorwiegend aus Trockenrasen und Halbtrockenrasen.

Dort wachsen die tollsten Pflanzen, unter anderem auch viele Orchideen und es gibt dort sogar Gottesanbeterinnen, diese seltenen heuschreckenähnlichen Schaben.

Der Badberg steht auf meiner Wander-Wunschliste auch ganz weit oben.

Von hier oben kann man auch die Auswirkungen der Flurbereinigung sehr gut sehen.

Auf diesem Bild sieht man Beispiele der alten, kleinen Rebterassen.

Die einzelnen Terassen sind sehr schmal und meistens nicht über Wege erreichbar.

Durch die Flurbereinigung sind die kleinen Terassen riesigen Flächen gewichen, die durch hohe Böschungen voneinander getrennt sind.

Zu allen Anbauflächen führen Wege, die von den kleinen Weinbergstreckern befahren werden können. Das erleichtert die Arbeit der Winzer enorm.

Was auf den ersten Blick wie eine Schändung der Natur wirkt, wenn man die eckigen Riesenterassen sieht, entpuppt sich bei öfterem Besuch als durchaus naturfreundlich.

Die Böschungen sind sehr gross und so steil, dass kein Mensch darauf rumtrampeln kann. Daher können sich viele Pflanzen und Tiere auf den Böschungen ansiedeln.

Unterwegs habe ich sogar mehrere Smaragdeidechsen gesehen, aber sie waren zu schnell wieder weggehuscht, um sie zu fotografieren.

Auf dem Rückweg nehme ich einen anderen Weg und dort sehe ich dann auch endlich die blauen Trauben des Spätburgunders, auf die ich ja schon ganz am Anfang gehofft hatte.

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