Kräuter-Wanderung: Zur Mondhalde im Kaiserstuhl

  

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Im Schatten der Hohlgasse wächst ein spätes Schöllkraut.

Lange schon habe ich kein blühendes Schöllkraut mehr gesehen.

In meinem Garten ist das Schöllkraut schon seit Monaten verblüht.

Und dann erreiche ich meinen Zielort Oberrotweil mitten im Kaiserstuhl.

Als Hauptort der Gemeinde Vogtsburg leistet es sich ein schmuckes Rathaus.

Hinter dem Rathaus befindet sich die Touristen-Information, wo ich ein Infoheft über den Lehrpfad erstehe. Das Heftle gefällt mir sehr gut. Es ist liebevoll gemacht und enthält alle Infos, die man auch auf dem Lehrpfad finden kann. Eine sehr praktische Angelegenheit, wenn man die Informationen über den Weinbau und die Heilkräuter zu Hause nochmal auf sich wirken lassen will.

Bei der Touristen-Information kann ich auch mein Fahrrad stehenlassen, denn der Lehrpfad ist für meinen Geschmack zu steil für mein Fahrrad.

Nach einer kurzen Strecke durch den Ort komme ich am Fuss des Berges zum Ausgangspunkt des Lehrpfades für Weinbau und Heilpflanzen.

Laut Info soll der Lehrpfad zwei Kilometer lang sein, was wohl auch stimmt. Aber beim Anblick der Karte beschleicht mich der Verdacht, dass der Lehrpfad kein Rundweg, sondern eine One-Way-Tour ist, ein Verdacht, der sich später bestätigen wird.

Mit Rückweg habe ich also die doppelte Strecke vor mir. Nur mal so als Info am Rande, falls jemand den Lehrpfad nachwandern will.

Direkt unter der Tafel über den Lehrpfad blühen die bunten Kronwicken.

Schon vor dem eigentlichen Beginn des Lehrpfades stehen die Doste, der wilde Oregano.

Bei ihrem Anblick frage ich mich, wieviele Heilpflanzen ich hier wohl wild und undokumentiert finden werde im Vergleich zu den offiziellen Heilpflanzen des Lehrpfades.

Direkt daneben lässt eine wilde Möhre ihre Samen ausreifen.

Einer der vielen rotschwarzen Käfer erfreut sich an dem Samenstand der wilden Möhre.

Dann geht der Lehrpfad richtig los.

Der blaue Spätburgunder wird vorgestellt, eine Rebensorte, für die der Kaiserstuhl besonders bekannt ist.

Mir selbst schmeckt der Spätburgunder nicht so gut, weil mir Rotweine meistens zu herb sind (der Spätburgunder ist aber einer der mildesten), aber ich trinke sehr gerne den Spätburgunder Weissherbst, der aus den helleren Trauben dieser Sorte und aus den Beeren mit Edelfäule gewonnen wird.

Dadurch entsteht ein fruchtig, leichter Rosé-Wein. Gute Spätburgunder Weissherbste moussieren auch ein wenig, was ich ganz besonders gerne mag - aber das nur am Rande.

Zu meinem Erstaunen wachsen neben dem Schild aber keine blauen Trauben, sondern irgendwelche grünen.

Ob es Müller-Thurgau ist oder weisser Burgunder?

Egal, auf jeden Fall passt es nicht zum Schild und ich entdecke auch in der Nähe keine blauen Trauben.

Allmählich wird mir bewusst, dass dieser Weinlehrpfad nicht über die Sorten am direkten Standort informiert, sondern eher theoretisch an die Sache herangeht.

Ganz anders als beim Lehrpfad bei Bickensohl, wo man die einzelnen Rebsorten sehr gut kennenlernen kann.

An der Böschungsseite der Wanderstrasse sehe ich die Waldrebe, die sich zur Zeit in einer besonders hübschen Entwicklungsphase befindet.

Die langen Büschelhaare sehen so richtig nett zerzaust aus.

Am Fusse der Böschung wächst reichlich Mauerpfeffer, was gut zu der trockenen, warmen Umgebung passt.

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