Kräuter-Radtour: Ins Liliental

  

Seite 3


Zu den Seiten 1 - 2 - 3

An einem Hang leuchtet mich ein echtes Labkraut mit seinen filigranen, gelben Blüten an.

An dieser Stelle geht es schon seit einer Weile steil den Wiesenweg bergan, zu steil zum fahren, darum schiebe ich mein Fahrrad bis es wieder flacher wird.

Als ich zu Fuss im Liliental unterwegs war, ist mir nie so stark aufgefallen, wie steil es ist. Zu Fuss sind die Steigungen gut zu schaffen, wenn auch etwas anstrengend. Aber mein Strassenfahrrad und ich schaffen es nicht, hier zu radeln.

Was soll's? Immerhin hat mich das Rad gut hergebracht.

Am gleichen Hang wächst Wirbeldost, eine ziemlich unbekannte Pflanze, die aber hübsch aussieht mit ihren runden Blütenständen und den rötlichen Blüten.

Ein typischer Vertreter der Lippenblütler. Er wird auch "Wilder Basilikum" genannt.

Auf der Orchideen-Wiese blühen zur Zeit keine Orchideen. Denen ist es wohl zu sommerlich.

Aber man hat einen herrlichen Blick bis zum Schwarzwald.

In der Ferne kann man sogar den Belchen erahnen.

Hier mache ich eine kleine Trinkpause, denn ich bin ordentlich durchgeschwitzt und mächtig durstig.

Statt Orchideen blühen auf der Wiese ein paar späte Johanniskräuter.

Mich begeistert immer wieder, wie sie ihr Büschel Staubblätter frech von sich recken. Das gibt den Blüten eine gewisse Dynamik.

Daneben wachsen auch Dost-Pflanzen, deren Blüte sich offenbar dem Höhepunkt nähert.

Mir gefällt es, wieviele kräftige Gewürzpflanzen hierzulande wild wachsen. Dadurch fühlt man sich fast wie in Mittelmeerländern.

Schon von weitem habe ich sie blöken hören und dann sah ich sie auch, die Schafe.

Sie wurden gerade getränkt und kamen voller Begeisterung angerannt, um das kühle Nass zu schlürfen. Der Schäfer erzählte mir, dass sie vorher die Wiese gewechselt hatten und daher zwei Stunden lang auf Wasser verzichten mussten.

Anscheinend benutzen die Gärtner des Lilientals keinen Rasenmäher, um die Wiesen im Zaun zu halten, sondern eine Herde lebendige Wiesenkürzer.

Am Waldesrand stehen Glockenblumen und blinzeln ins Sonnenlicht, das nur ab und zu einmal dort hin scheint.

Und hier ist sie wieder, die Hütte aus Weidenzweigen, die mir schon im Frühling so gut gefallen hat.

Die jungen Weiden sind gewachsen und wirken etwas mehr als Hüttenwand, wenngleich sie wohl noch ein paar Jährchen wachsen müssen, bis die Hütte so ist, wie von ihrem Erbauer geplant.

An vielen Stellen wachsen Kletten, die allmählich auch mit der Blüte beginnen.

Auch woanders sehe ich immer mal wieder Kletten, aber hier im Liliental sind sie an manchen Ecken die beherrschende Pflanze, abgesehen von den Bäumen natürlich.

Wenn ich schon im Liliental bin, will ich natürlich auch sehen, was aus den Einbeeren geworden ist.

Sie tragen inzwischen blau glänzende Beeren und werden ihrem Namen voll gerecht.

Die Beeren sehen verführerisch aus und ich kann mir nur mühsam verkneifen, eine davon zu naschen. Aber schliesslich siegt die Vernunft, denn auf Übelkeit habe ich keine Lust.

Die merkwürdig geformten Früchte des Mispelbaums haben mich verlockt, ein paar Fotos von ihnen zu schiessen.

Wenn sie wirklich gegen Morbus Crohn helfen, wie in Russland vermutet wird, dann hat die Mispel bestimmt auch hierzulande eine glorreiche Zukunft vor sich, wenn diese Fähigkeit erstmal richtig entdeckt wird.

Das Geissblatt, das sich an einem Baum hochrankte, war leider schon grossteils verblüht.

Aber einige der Blüten waren noch in einem recht hübschen Zustand.

Und schon ist der Ausflug vorbei.

Die Fahrt vom Liliental zurück nach Ihringen ging wie ein Sausewind, denn es ging grossteils bergab und ich konnte kaum so stark bremsen, wie die Strasse mich immer schneller werden liess.

Dann husch, husch durch Ihringen durch und hier bin ich schon wieder auf dem Weg nach Breisach.

Ein letzter Blick auf den Kaiserstuhl und das malerisch gelegende Städtchen Ihringen.

Von meinem einsamen Fahrradweg aus gesehen, der kurz nachdem ich dieses Bild gemacht habe, gar nicht mehr einsam war, denn, wie schon anfangs erwähnt, kamen mir plötzlich hunderte von wild radelnden Kindern entgegen. Da wusste ich, dass nicht nur mein Ausflug, sondern auch die Schule für heute zu Ende ist.

Zurück zum Start ...