Kräuter-Radtour: Den Rhein entlang

  

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Dann komme ich an eine bunte Wiese voller Kräuter, die die bisher fast kräuterlose Strecke voll ausgleicht.

Schon am Wegesrand blüht der Klappertopf, ein Halbschmarotzer, dessen kleine Wurzeln auf den Wurzeln anderer Pflanzen aufsitzen und sich dort mit Nährstoffen versorgen.

Viele Pflanzen auf der Wiese haben Schaum irgendwo zwischen den Blättern und zwar die unterschiedlichsten Arten.

Dieser Schaum wird von Schaumzikaden produziert, die dort ihre Brut heranwachsen lassen.

Auch einige Klatschmohn-Pflanzen setzen leuchtend rote Farbtupfer auf die Wiese.

Hier ein besonders hübsches Exemplar mit schwarzen Tupfen auf dem Blütengrund.

Bei genauem Hinschauen entdecke ich winzige Acker-Stiefmütterchen.

Die Blüten sind ganz winzig und man muss sich weit runterbeugen, um sie zu erkennen. Aber die Form ist unverkennbar und erinnert stark an grosse Stiefmütterchen und Veilchen.

Etwas weiter weg wächst der Ackerschachtelhalm auf einem Acker.

Und dann bin ich auf der Höhe von Burkheim angekommen und fahre zum Rhein, hoch auf den Deich, wo man entlangradeln kann.

Ich liebe es, wenn sich die breite Wasserfläche des Rheins vor mir öffnet, auch wenn alles ziemlich reguliert aussieht, aber das Wasser fliesst mit echter Kraft.

Hier fliessen Rheinkanal und Rhein zusammen, da sich damals beim Bau des Kanals herausgestellt hat, dass der Rhein saft- und kraftlos wird, wenn man ihm durch den Kanal das ganze Wasser abgräbt. Daher wurden Schleifen gebaut, wo sich beide wieder treffen und der Kanal, der immerhin 98% des Wassers enthält, den echten Rhein mit frischem Wasser versorgt.

In Nordrichtung sieht man rechts im Hintergrund ein hellblaues Wehr, wo sich Kanal und Rhein wieder trennen. Links fliesst der Kanal weiter.

Direkt am Ufer wächst der Ackerschotendotter, den man ja eigentlich gar nicht an einem Flussufer erwartet.

Da er aber an mehreren Stellen entlang des Ufers wächst, scheint er sich hier wohl zu fühlen.

Der Rhein wird eifrig beschifft von grossen Transportschiffen.

Wenn sie vorbeigefahren sind, platschen ziemlich hohe Wellen ans Ufer. Sie können sich zwar nicht mit Atlantik-Wellen messen, aber mit Mittelmeer-Wellen durchaus.

Immer wenn ich das Klatschen der Wellen höre, stelle ich mir vor, am Meer zu sein und geniesse es unendlich.

Den Schwänen scheint es am Rhein auch zu gefallen, denn es gibt eine Menge davon.

Ich hatte auch den Eindruck, dass sie mir hinterherschwimmen oder fliegen und mich immer wieder einholen, wenn ich stehenbleibe, um ein paar Fotos zu knipsen.

Wahrscheinlich erhoffen sich sich Futter von mir, aber ich habe ihnen nichts anzubieten.

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