Rosenwurz

(Rhodiola rosea)


  

Rosenwurz Die Rosenwurz ist eine alte Heilpflanze Skandinaviens und Sibiriens. Sie wächst in Gebirgen und im hohen Norden.

Dort trotzt sie mit einem nach Rosen duftenden Wurzelstock den harten klimatischen Bedingungen und blüht im Mai mit wunderschönen gelben Blüten.

Rosenwurz stärkt und hilft gegen Stress, das wurde in medizinischen Studien bestätigt.

Ihre traditionellen Anwendungsgebiete sind jedoch viel umfassender. Sie reichen von Müdigkeit über Infektanfälligkeit und Depressionen bis hin zu Burnout.

Heutzutage wendet man die Rosenwurz meistens in Form von Kapseln an, die eingenommen werden.



Steckbrief

Haupt-Anwendungen:
Stress,
Schwäche
Heilwirkung:
adaptogen,
anregend,
durchblutungsfördernd,
stärkend,
tonisierend,
wundheilend,
Anwendungsbereiche:
Ängste,
Altersschwäche,
Alzheimer,
Anti-Aging,
Burnout,
Chronic Fatigue Syndrom (CFS),
Demenz,
Depressionen,
Erkältung,
Erschöpfung,
Gedächtnisschwäche,
Herz-Kreislauf-Erkrankungen,
Konzentrationsstörungen,
Kopfschmerzen,
Leistungsschwäche,
Müdigkeit,
Parkinson,
Reizbarkeit,
Schlafstörungen,
Unfruchtbarkeit,
Vergesslichkeit,
wissenschaftlicher Name:
Rhodiola rosea
Pflanzenfamilie:
Dickblattgewächse (Crassulaceae)
englischer Name:
golden root
andere Namen:
Goldene Wurzel, Solotoy Koren (Sibirien), Rosenrot (Norwegen), Ginseng des Nordens,
Verwendete Pflanzenteile:
Wurzelstock, selten: Blüten, Blätter
Inhaltsstoffe:
Phenolische Glycoside: Rosavin ,Rosin, Rosarin, Rosiridol, Rosaridin, Rodiolin, Flavonoide, Rhodiolosid, Phytosterole, Phenolcarbonsäuren
Sammelzeit:
Wurzelstock im Herbst, Blätter und Blüten im Mai


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Anwendung

Rosenwurz-Kapseln

Die Rosenwurz wird heutzutage vorwiegend in Form von Kapseln eingenommen.

Die Kapseln enthalten Pulver oder Extrakte des Wurzelstocks der Rosenwurz.

Je nach gewünschter Dosierung werden die Kapseln ein oder mehrmals täglich eingenommen. Erstmals sollten Rosenwurz-Kapseln morgens eingenommen werden, bevorzugt auf nüchternen Magen.

Am Abend sollte man die Rosenwurz besser nicht mehr einnehmen, das es sonst zu Einschlafstörungen kommen könnte.

Anstatt als Kapsel kann man die Rosenwurz wahlweise auch als Tee oder als Tinktur anwenden.

Tee

Für einen Rosenwurz-Tee übergießt man ein bis zwei Teelöffel Rosenwurz Wurzelstock, Blätter oder Blüten mit einer Tasse fast kochendem Wasser und lässt ihn zehn Minuten ziehen.

Anschließend abseihen und den Rosenwurztee in kleinen Schlucken trinken.

Von diesem Tee trinkt man ein bis drei Tassen täglich.

Wie bei allen stark wirksamen Heilkräutern sollte man nach sechs Wochen Daueranwendung eine Pause einlegen und vorübergehend einen anderen Tee mit ähnlicher Wirkung trinken. Anschließend kann man wieder sechs Wochen lang Rosenwurz-Tee trinken. Durch die Pause werden eventuelle unerwünschte Langzeitwirkungen verhindert und die erwünschte Rosenwurz-Wirksamkeit bleibt erhalten und lässt nicht durch Gewöhnung nach.

Tinktur

Um eine Rosenwurz-Tinktur selbst herzustellen, übergießt man den zerkleinerten Rosenwurz-Wurzelstock in einem Schraubdeckel-Glas mit Doppelkorn oder Weingeist, bis alle Pflanzenteile bedeckt sind, und lässt die Mischung verschlossen für 2 bis 6 Wochen ziehen.

Dann abseihen und in eine dunkle Flasche abfüllen.

Von dieser Tinktur nimmt man ein bis drei mal täglich 10-50 Tropfen ein.

Wenn einem die Tinktur zu konzentriert ist, kann man sie mit Wasser verdünnen.

Gelegentlich kann man Rosenwurz-Tinktur auch fertig kaufen.



Wirkung

Rosenwurz-Blüte Die Wirkung der Rosenwurz wurde durch medizinische Studien belegt. In diesen Studien wurden die stärkenden und stressmindernden Eigenschaften der Rosenwurz bestätigt.

Es wird vermutet, dass die Rosenwurz den Abbau von Dopamin und Serotonin verlangsamen, sodass es zu einem erhöhten Spiegel dieser wichtigen Substanzen kommt. Diese Wirkungsweise erklärt auch den Nutzen der Rosenwurz gegen Depressionen und Parkinson.

Rosenwurz soll auch einen günstigen Einfluss auf die Produktion von Endophinen haben, den körpereigenen Schmerzmitteln und Stimmungsaufhellern.

Zudem wird vermutet, dass die Rosenwurz die Ausschüttung der Stresshormone verringert.

Zu diesen Wirkungen auf die Hormone gibt es jedoch noch keine ausreichenden medizinischen Studien.

Traditionell gehört die Rosenwurz zu den Adaptogenen. Adaptogene helfen dabei, sich an erhöhte Stresssituationen anzupassen, was sowohl äußeren als auch inneren Stress betrifft. Das gilt beispielsweise für Arbeitsstress, schlechte Umweltbedingungen, Lärmbelästigung, hohe körperliche Belastung, aber auch Ängste und Depressionen.

Andere typische Adaptogene sind beispielsweise der Ginseng, Schisandra, Jiaogulan.



Anwendungsgebiete

Die meisten Anwendungsgebiete der Rosenwurz ergeben sich aus ihrer Eigenschaft als Adaptogen.

Die europäische Arzneimittelagentur (EMA) empfiehlt die Rosenwurz gegen stressbedingte Erschöpfung, Müdigkeit, physische Leistungsfähigkeit, mentale und kognitive Leistungsfähigkeit, nachtschichtbedingte Müdigkeit, Schlafarchitektur, Episoden leichter bis mittelschwerer Depressionen, generalisierte Angststörungen.

In der skandinavischen und russischen Volksheilkunde wird die Rosenwurz noch weitreichender angewendet.

Beispielweise wird die Rosenwurz traditionell gegen vielerlei Altersbeschwerden eingesetzt. Die Rosenwurz soll verjüngend wirken und das Leben verlängern.

Auch gegen Demenz-Erkrankungen wie Alzheimer soll die Rosenwurz helfen und dabei das Gedächtnis stärken.

Sie soll auch die Fruchtbarkeit stärken und vor unerfülltem Kinderwunsch und Impotenz schützen.

Im Studium wird die Rosenwurz gerne verwendet, um die geistige Leistungsfähigkeit zu steigern, die Konzentration und Lernfähigkeit zu verbessern und letztlich zu besseren Prüfungsergebnissen zu verhelfen.

Sportler verwenden die Rosenwurz, um ihre körperliche Leistungsfähigkeit zu verbessern und bessere Trainingsergebnisse zu erzielen.

Rosenwurz soll aber auch die Abwehrkräfte stärken und somit vor Erkältungen und anderen Infektionskrankheiten schützen.

Auch gegen Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems soll die Rosenwurz helfen und somit gegen Herzinfarkt und Schlaganfall vorbeugen.

Selbst gegen Krebs soll die Rosenwurz helfen, dem Volksglauben zufolge. Eine stärkende Wirkung zum besseren Verkraften der medizinischen Behandlung ist durchaus denkbar.



Geschichtliches

Die Rosenwurz wurde schon im Altertum als Heilpflanze eingesetzt. Obwohl sie eher eine Pflanze des hohen Nordens ist, und dadurch hauptsächlich von Skandinaviern, Balten und Russen verwendet wurde, war sie auch dem berühmten, griechischen Arzt Dioskurides im 1. Jh n.Chr. bekannt.

Dennoch spielte die Rosenwurz im Mittelmeerraum und Mitteleuropa keine große Rolle in der Kräutermedizin.

Sehr beliebt war sie hingegen bei den nordischen Völkern. Die Wikinger nutzten die Rosenwurz, um sich vor dem Kampf zu stärken. Sie nutzten die Rosenwurz aber auch, um die Fruchtbarkeit zu verbessern und sich vor Infektinskrankheiten zu schützen.

Die Frauen benutzten die Rosenwurz gerne wegen ihres Duftes und rieben sich damit ein.

Über die alten Handelsrouten wurde die Rosenwurz bis nach China und in die Mongolei gebracht.

In Mitteleuropa war die Rosenwurz lange Zeit nicht sehr bekannt und wurde auch entsprechend selten als Heilpflanze benutzt. Sie wurde jedoch in manchen Gärten als Heilpflanze kultiviert und war auch manchen Kräuterheilkundigen bekannt.

So schreibt beispielsweise Leonhart Fuchs in seinem Kreutterbuch von 1543:

"Die Rosenwurz oder Rhodia radix der alten verzerrt und zerteylt / legt den weetagen des haupts / mit rosenöl vermischt zerstossen und über die Stirn und schläff geschlagen / wie sölchs Disoscorides anzeygt."

Das bedeutet in etwa, dass man einen mit Rosenöl vermischten Wurzelbrei auf Stirn und Schläfen verstreichen soll, um Kopfschmerzen zu behandeln. Dieser Anwendungstipp soll von Dioskurides stammen.

Fuchs schreibt außerdem:

"Die Rosenwurz wechst fürnemlich in Östereich unnd Ungarn / würt aber jetzund bey uns auch in Gärten gepflanzt."

Damals wuchs die Rosenwurz also relativ häufig in Österreich und Ungarn, wurde aber zunehmend in deutschen Gärten angebaut. Die skandinavische und sibirische Herkunft der Rosenwurz war Leonhard Fuchs also anscheinend nicht bekannt.

In der modernen Pflanzenheilkunde spielte die Rosenwurz lange Zeit kaum eine Rolle, weil eher mediterrane und mitteleuropäische Pflanzen beliebt waren. Später wurden als Modepflanzen auch exotische Pflanzen beispielsweise aus China beliebt, z.B. der Ginseng.

Erst vor wenigen Jahren wurde die Rosenwurz als überaus beliebte Heilpflanze entdeckt, vermutlich auf der Suche nach neuen Modepflanzen, weil die bisherigen an Reiz verloren hatten.

Dadurch hat es die Rosenwurz inzwischen zu einer starken Beliebtheit gebracht, die ihren starken Heilkräften gerecht wird.

Man kann sie im Fachhandel als Nahrungsergänzungsmittel bzw. Kräuterheilmittel in Kapselform kaufen.




Pflanzenbeschreibung

Rosenwurz

Rosenwurz ist in Skandinavien, im Baltikum und in Sibirien heimisch. In Mitteleuropa kommt sie gelegentlich in Gebirgsregionen vor.

Sie wächst bevorzugt auf feuchten Böden, kommt aber auch hin und wieder auf trockenen, sandigen Böden vor. Man findet die Rosenwurz bis in Höhen von über 2.000 Meter. Rosenwurz wächst gerne in Schluchten, auf Feuchtwiesen und in Mooren. Auch auf Klippen ist die Rosenwurz anzutreffen.

Die mehrjährige Pflanze wird bis zu 60 Zentimeter hoch. Meistens wird sie jedoch nur etwa 25 Zentimeter hoch.

Sie hat eine lange Pfahlwurzel und einen bis zu 5 Zentimeter dicken Wurzelstock. Dieser Wurzelstock riecht nach Rosen, wenn man ihn frisch aufschneidet.

Von diesem Rosenduft hat die Pflanze ihren Namen bekommen.

Im Frühjahr treibt die Wurzel zunächst die pseudo-quirlig angeordneten Blätter aus.

In Bodennähe wächst dann eine rundliche Blattrosette.

Die Blätter sind sukkulent, also etwas fleischig und werden 1 bis 4 Zentimeter groß. Sie sind häufig etwas löffelförmig und auf beiden Seiten kahl.

Die Rosenwurz ist zweihäusig, es gibt also männliche und weibliche Rosenwurz-Pflanzen.

Aus der rundlichen Rosette wächst der schließlich der Stengel. An ihm wachsen wechselständig angeordnete Blätter.

Die gelben Blüten der weiblichen Pflanzen erscheinen meistens im Mai bis August. Sie sitzen am oberen Ende der Stengel. Die kleinen Blüten stehen in dichten Blütenbündeln zusammen. Nach einer Weile verfärben sich die Blüten orange bis rot. Die männlichen Blüten der Rosenwurz verfärben sich pupurfarben.

Aus den weiblichen Rosenwurz-Blüten entwickeln sich ab Juli/August rote Balgfrüchte, die die Samen enthalten. Die Samen werden bis zu 1 Millimeter lang.



Anbautipps

Die Rosenwurz kann im Garten angebaut werden. Hierfür bevorzugt sie Gegenden mit einem rauen Klima.

Zwar mag die Rosenwurz einen sonnigen Standort und kann nicht im Schatten angebaut werden. Es sollte aber nicht zu warm werden, damit die Rosenwurz sich an ihrem Standort wohl fühlt.

Als Boden eignen sich die meisten nährstoffarmen Böden, z.B. Sand oder Lehm. Der Boden sollte gut entwässert sein, denn die Rosenwurz mag keine Staunässe.

Mit Trockenphasen kommt die Rosenwurz relativ gut klar. Sie kommt auch gut mit maritimen Einflüssen klar und gedeiht in Küstenregionen.

Die Samen werden im zeitigen Frühjahr (März) ausgesät.

Im Herbst kann man die Wurzelstöcke teilen und die Pflanze so vermehren.

Da die Pflanze zweihäusig ist, braucht man männliche und weibliche Pflanzen, wenn man Samen gewinnen will.



Sammeltipps

Normalerweise ist die Rosenwurz kaum wildwachsend anzutreffen. Nur selten findet man die Rosenwurz in Mitteleuropa in Gebirgsregionen. Im hohen Norden kann man die Rosenwurz schon eher wild wachsend finden.

Gelegentlich findet man die Rosenwurz verwildert, nachdem sie aus Gärten entkommen ist.

Im Allgemeinen muss man die Rosenwurz jedoch selbst im Garten anpflanzen, um sie ernten zu können.

Frühestens im Alter von drei Jahren ist der Wurzelstock groß genug, um geerntet zu werden. Der Herbst ist die Erntezeit für die Wurzelstöcke.

Dazu gräbt man den Wurzelstock aus und lässt ein Stück davon in der Erde zurück, damit die Pflanze wieder wachsen kann.

Der Wurzelstock wird gereinigt und dann im Halbschatten getrocknet.

Man kann auch direkt eine Tinktur mit dem frischen Wurzelstock ansetzen.

Die Blätter werden im Frühjahr gesammelt und die Blüten zur Blütezeit.

Man kann sie trocknen und später einen Tee daraus zubereiten.




Disclaimer: Frage Deinen Arzt oder Apotheker
Der Besuch dieser Seite kann nicht den Besuch beim Arzt ersetzen.
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