Moringa

(Moringa olifeira)

  

Moringa

Der Moringa-Baum ist ein schnellwachsender Baum der Tropen. Dank seiner nährstoffreichen Früchte, Blätter und Wurzeln kann er in den armen Ländern einen wichtigen Beitrag zur Ernährung von Menschen und Tieren leisten.

Auch die Vielfalt der Heilwirkungen der Moringa ist enorm. So kann Moringa nicht nur in den ärmeren Ländern sondern auch hierzulande eine ganze Hausapotheke darstellen, zur Behandlung von vielen Alltagserkrankungen bis hin zu schwerwiegenderen Gesundheitsproblemen.



Steckbrief

Haupt-Anwendungen:
Tonikum
Heilwirkung:
antibakteriell,
ausleitend,
Blutdruck stabilisierend,
blutzucker senkend,
entzündungshemmend (Blätter),
fungizid,
Immun stärkend,
schleimlösend,
virostatisch,
Anwendungsbereiche:
Abwehrschwäche,
Anämie,
Arteriosklerose,
Asthma,
Blasenentzündung,
Bluthochdruck,
Bronchitis,
Diabetes,
Ekzeme,
Entzündungen,
Hämorrhoiden,
Hautprobleme,
Haarausfall,
Heißhunger auf Süßigkeiten,
Husten,
Immunschwäche,
Kopfschmerzen,
Krebs (unterstützend zur Chemotherapie),
Leberschwäche,
Migräne,
Müdigkeit,
Neurodermitis,
Nierenschwäche,
Rheuma (Wurzeln),
Schlafstörungen,
Schuppenflechte (Psoriasis),
Schwermetallvergiftung,
Schilddrüsenerkrankungen,
Übergewicht,
Unterernährung,
wissenschaftlicher Name:
Moringa olifeira
Pflanzenfamilie:
Bennussgewächse - Moringaceae
englischer Name:
Miracle Tree
andere Namen:
Meerrettich-Baum, Wunderbaum, Singhu, Drumstick Tree
Verwendete Pflanzenteile:
Blätter, Früchte, Samen, Wurzeln
Inhaltsstoffe:
Senfölglycosid, Vitamine, Mineralstoffe, Aminosäuren, Alkaloide, Kalzium, Kalium, Betacarotin, Eisen, Vitamin C
Sammelzeit:
Je nach Reife-Zeit


Anwendung

Moringa kann man auf viele Arten und Weisen anwenden.

Die häufigste Art, Moringa in Mitteleuropa anzuwenden ist die Einnahme von Kapseln.

Kapseln

Moringa-Kapseln

Kapseln mit Moringa-Blatt-Pulver werden in verschiedenen Dosierungen im Handel angeboten, z.B. im Internet.

Die allgemeine Verzehrempfehlung liegt bei 10 g Pulver täglich. Diese Menge kann man mit Kapseln jedoch kaum erreichen, außer man nimmt konzentrierte Extrakte.

Normale Moringa-Kapseln enthalten zwischen 500 mg bis 1.000 mg. Davon nimmt man 2-4 Kapseln täglich mit etwas Wasser ein.

Am besten nimmt man anfangs nur eine Kapsel täglich ein, damit sich der Körper an die Moringa gewöhnen kann. Sonst kann es zu Blähungen und anderen Verdauungsbeschwerden kommen.

Pulver

Moringa-Pulver

Im Handel wird Pulver aus den Moringa-Blättern angeboten, z.B. im Internet.

Dieses Pulver kann man selber in Kapseln einfüllen, mit Wasser einnehmen, oder mit verschiedenen Nahrungsmitteln kombinieren, z.B. Jogurt.

Die empfohlene tägliche Dosis liegt bei 10 g, das ist etwa ein Esslöffel voll.

Allerdings sollte man langsam mit der Einnahme beginnen und zunächst höchstens einen halben Teelöffel täglich einnehmen. Nach und nach kann man die Menge erhöhen.

Das Pulver, das man hierzulande kaufen kann, enthält naturgemäß weniger Wirkstoffe als frische Blätter, weil durch den Trocknungsprozess und die Lagerung viele Inhaltstoffe verloren gehen. Allerdings entspricht 10 g Pulver deutlich mehr frischen Blättern (ca. 40 g), weil Pflanzenteile durch das Trocknen leichter werden. Das gleicht den Verlust an wertvollen Inhaltstoffen zumindest teilweise wieder aus.

Hinweis:

Nicht jeder mag den Geschmack der Moringa-Blätter und manche bekommen Verdauungsbeschwerden davon, auch wenn sie mit kleinen Mengen beginnen. Daher ist es sinnvoll, erst einmal eine kleine Menge zu kaufen, um festzustellen, ob man Moringa-Pulver mag und verträgt.

Tee aus dem Pulver

Moringa-Tee

Mit dem Pulver kann man auch einen Tee zubereiten.

  • Dazu übergießt man 1 Esslöffel Moringa-Pulver mit 2 Tassen kochendem Wasser.
  • Man kann auch Ingwer-Scheiben dazugeben, um den Geschmack und die Wirkung zu verbessern.
  • Diesen Tee lässt man 5 Minuten lang ziehen.
  • Danach abseihen und auf Wunsch mit Limettensaft und/oder Honig verfeinern.
  • In kleinen Schlucken trinken und genießen.

Smoothie

Gerne wird Moringa-Pulver selbstgemachten Smoothies beigefügt.

So verstärkt man die Gesundheitswirkung eines Smoothies und hat gleichzeitig ein leckeres Getränk.

Hier ein Beispiel Smoothie-Rezept:

Folgende Zuaten werden vermischt:

  • 1 TL Moringa-Pulver
  • 1 reife Banane
  • 40 - 50 g junger Spinat
  • evtl. 1 E Kokosöl
  • 200 ml Hafermilch (oder Mandelmilch, Sojamilch, Reismilch usw.)

Alles im Mixer klein mixen. Dann genießen.

Wasser-Desinfektion

In den Ländern, in denen der Moringa-Baum heimisch ist, werden die Moringa-Samen häufig für die Wasser-Reinigung verwendet.

Mit Moringasamen kann man ganz einfach verunreinigtes Flusswasser oder Wasser aus Regentonnen reinigen, sodass man es als Trinkwasser verwenden kann.

Dazu werden 2 Samen zerstoßen, um damit 1 Liter Wasser zu reinigen.

Die zerstoßenen Samen werden zum Wasser hinzugefügt und mehrere Minuten lang umgerührt.

Schwebstoffe und Bakterien werden durch die Inhaltstoffe der Samen gebunden, das nennt sich Koagulation. Anschließend sinken diese verbundenen Schadstoffe auf den Boden des Wassergefäßes.

Außerdem werden Bakterien abgetötet, unter anderem durch die Senfölglykoside, die in der Moringa enthalten sind.

Allein schon wegen dieser Anwendung wäre der Moringa-Baum in ärmeren, warmen Ländern eine wertvolle Pflanze, weil der Zugang zu sauberem Trinkwasser dort oft ein großes Problem ist.

Moringa-Öl für die Hautpflege und als Speiseöl

Moringa-Öl wird aus den Samen gepresst.

Es ist ein ausgezeichnetes Speiseöl, und es eignet sich auch sehr gut für die Hautpflege.

Man kann Moringa-Öl einfach anstelle von anderen Speiseölen in der Küche verwenden, beispielsweise als Salatöl.

Für die Hautpflege eignet sich Moringa-Öl zur Behandlung der gesamten Haut, also auch des Gesichtes. Man kann Moringa-Öl anstelle einer Tages- oder Nachtcreme dünn auf das Gesicht auftragen und gut einreiben. Trockene Haut wird wieder geschmeidig und das unangenehme Spannungsgefühl verschwindet.

Auch für andere Hautbereiche ist Moringaöl als Hautöl gut geeignet.

Außerdem kann man trockene Haarspitzen mit diesem Öl pflegen.

Moringa-Öl eignet sich auch gut als Massage-Öl.

Moringa als Nahrungsmittel

Wenn man frische Moringa-Früchte oder Moringa-Blätter bekommen kann, kann man diese als Nahrungsmittel zubereiten.

In den Heimat-Gegenden der Moringa tragen die Früchte und Blätter nicht unwesentlich zur Ernährung bei.

Die Pflanze enthält sehr viele wichtige Nährstoffe, z.B. Proteine, Vitamine und Mineralstoffe. Daher kann sie einen wichtigen Beitrag gegen Mangelernährung leisten.

Die Früchte werden zubereitet und gegessen wie grüne Bohnen.

Auch die Blätter kann man als Gemüse kochen. Allerdings sind die Blätter recht klein, sodass man viele davon braucht, um eine nennenswerte Portion zu bekommen.

Moringa als Tierfutter

In den Heimat-Gegenden des Moringa-Baums werden die Blätter gerne als Tierfutter verwendet.

Für die Tiere ist es ein stärkendes Kraftfutter.

Von Kühen, die mit Moringa-Blättern gefüttert werden, wird berichtet, dass sie über 40% mehr Milch geben als ohne Moringa-Futter.



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Wirkung

Einerseits enthält Moringa zahlreiche Nährstoffe wie Vitamine, Mineralstoffe und Aminosäuren. Moringa enthält beispielsweise die meisten essentiellen Aminosäuren, sodass ihre Proteine besonders wertvoll sind. Dadurch hat Moringa eine stärkende Wirkung auf den Körper.

Viele Krankheiten, die durch Mangelernährung, z.B. Vitaminmangel zurück gehen, können durch Moringa geheilt werden, z.B. Skorbut.

Hierbei sollte man jedoch beachten, dass die teilweise extrem hohen Nährstoff-Werte, die für die Moringa angegeben werden, sich auch frische Moringa-Bestandteile beziehen. Durch die Trocknung und Lagerung bei Pulver und Kapseln gehen einige dieser Nährstoffe verloren.

Die eigentliche medizinische Wirkung ist vor allem auf die Senfölglycoside zurück zu führen. Solche Senfölglykoside sind beispielsweise auch im Meerrrettich und in der Kapuzinerkresse enthalten, und machen diese zu kraftvollen Heilpflanzen.

Senfölglykoside wirken antibakteriell und schleimlösend, sie befreien die Atemwege. Sie können auch Viren blockieren und Pilzinfektionen stoppen. Zudem wirken sie entzündungshemmend.

Die meisten Senfölglykoside sind in den Wurzeln des Moringabaums enthalten. Diese Wurzeln muss man jedoch schälen, weil ihre Schalen gesundheitsschädliche Alkaloide enthalten.

Heilpflanzen mit Senfölglykosiden werden häufig zur Behandlung und Vorbeugung von chronischen Blasenentzündungen eingesetzt. Daher kann man auch Moringa zur Vorbeugung von Harnwegsinfekten verwenden.

Moringa soll bei Krebszellen den Zelltod der Krebszellen bewirken, ohne gesunde Zellen zu schädigen. Diese Wirkung wird durch spezielle Enzyme hervorgerufen. Dies wurde in Studien mit Ratten entdeckt.

Moringa wirkt auch stabilisierend auf den Blutdruck, sodass man es sowohl gegen Bluthochdruck als auch gegen niedrigen Blutdruck verwenden kann. Dies ist eine traditionelle Anwendung der indischen Ayurveda-Heilkunde.

Auch der Blutzucker soll durch Moringa gesenkt werden. Daher kann man es unterstützend zur medizinischen Therapie gegen Diabetes verwenden.

Nebenwirkungen

Bei zu hohen Dosierungen der Moringa kann es zu leichtem Durchfall kommen.

Manche Menschen vertragen die Senfölglykoside auch in normalen Dosierungen schlecht. Diese Menschen haben auch Probleme mit Meerrettich und Kresse. Bei diesen Menschen kommt es bei Einnahme von Moringa-Produkten zu Magenschmerzen und anderen Verdauungsbeschwerden.



Anwendungsgebiete

Moringa wird in erster Linie als Stärkungsmittel verwendet und für ein verbessertes Wohlgefühl.

Anwender der Moringa erhoffen sich durch die Anwendung eine Verbesserung vielfältigster Gesundheitsprobleme. Bis zu 300 Krankheiten sollen mithilfe der Moringa behandelt werden können.

Unterenährung / Mangelernährung / Anämie

In den meisten armen Ländern, in denen Moringa wächst, wird Moringa als Teil der Ernährung verwendet. Dadurch werden unterernährte Menschen wieder aufgepäppelt, wenn sie Moringa-Produkte essen. Moringa kann man also durchaus als Lebensretter bezeichnen.

Auch Blutarmut durch Eisenmangel kann man mit Moringa behandeln.

Bluthochdruck / Niedriger Blutdruck

Traditionell wird Moringa in der indischen Ayurveda-Heilkunde zur Regulierung des Blutdrucks angewendet. Bei zu hohem Blutdruck wird der Blutdruck gesenkt, und bei zu niedrigem Blutdruck wird der Blutdruck erhöht. Solche Regulierungsmechanismen sind bei Heilpflanzen häufig, denn sie unterstützen die gesunden Körperfunktionen und wirken nicht einseitig, wie die meisten chemischen Medikamente.

Krebs

Im Tierversuch wurde eine krebshemmende Wirkung durch Moringa-Produkte nachgewiesen.

Das heißt jedoch nicht, dass man Moringa als alleiniges Heilmittel gegen Krebs anwenden sollte.

Sinnvoll ist es, Moringa begleitend zur schulmedizinischen Krebsbehandlung einzusetzen, also parallel zu Chemotherapie, Operation oder Bestrahlung.

Man kann Moringa auch zur Vorbeugung von Krebs einsetzen, denn im Körper entstehen ja ständig einzelne Krebszellen, die meistens vom Immunsystem erkannt und abgetötet werden. Diesen Vorgang kann man mithilfe von Moringa unterstützen.

Husten / Bronchitis / Asthma

Moringa wirkt mithilfe der Senfölglykoside antibakteriell und schleimlösend. Die Atemwege werden befreit.

Dadurch kann man Moringa gegen die meisten Atemwegswerkrankungen einsetzen.

Husten und Atembeschwerden werden verringert und eventuelle Krankheitserreger werden bekämpft.

Harnwegsinfekte

Die Senfölglykoside in Moringa-Produkten sind besonders gut geeignet, um Harnwegsinfekte zu bekämpfen.

Gerade Blasenentzündungen neigen dazu chronisch zu werden. In diesen Fällen kann Moringa (oder Meerrettich und Kapuzinerkresse) dabei helfen, dass die Blasenentzündung wieder ausheilt.

Dadurch kann man auch aufsteigende Harnwegsinfekte verhindern, beispielsweise Nierenbeckenentzündungen.

Diabetes

Moringa-Produkte wirken leicht senkend auf den Blutzucker-Spiegel.

Daher kann man Moringa begleitend zur Diabetes-Therapie einsetzen.

Übergewicht / Adipositas

Moringa-Früchte und frische Blätter haben eine gute Sättigungwirkung bei niedrigem Kaloriengehalt. Manche sprechen sogar von negativen Kalorien, weil der Körper angeblich mehr Energie bei der Verdauung verbraucht als Moringa als Nahrungsmittel liefert.

Die vielen Mikro-Nährstoffe in Moringa-Produkten sorgen dafür, dass kein unnötiger Hunger oder Appetit aufgrund von Mangelzuständen besteht.

Erfahrungsgemäß hat Moringa eine regulierende Wirkung auf den Appetit. Im Fall von Appetitmangel wird der Appetit angeregt, weil die Verdauung gestärkt wird.

Heißhunger auf Süßigkeiten und andere kalorienreiche Nahrungsmittel wird jedoch verringert.

Außerdem wirkt Moringa anregend und regulierend auf die Schilddrüse. Dadurch wird der Stoffwechsel angeregt und die Gewichtsabnahme erleichtert.

Moringa ist jedoch kein offiziell anerkanntes Diätmittel, um Übergewicht zu bekämpfen. Das heißt, man muss es einfach selber ausprobieren, ob Moringa beim persönlichen Abnehmen helfen kann.

Hautprobleme

Moringa-Öl aus den Samen ist ein wertvolles Pflanzenöl, das sich sehr gut zur Hautpflege eignet.

Bei trockener Haut kann man Moringa-Öl sogar zur Gesichtspflege verwenden, anstelle einer Tagescreme oder Nachtcreme.

Moringa-Öl wirkt stark rückfettend, wodurch die Haut besser die Feuchtigkeit halten kann.

Daher kann man Moringa-Öl auch gegen Falten verwenden.

Zudem wirkt Moringa-Öl entzündungshemmend und antibakteriell.

Das macht es geeignet für die Anwendung bei Neurodermitis und Schuppenflechte.



Geschichtliches

Der Moringa-Baum war ursprünglich in Nord-Indien im Himalya heimisch.

Von dort hat er sich stark verbreitet und wächst inzwischen fast überall in den Tropen und Subtropen.

In vielen Ländern wird Moringa inzwischen angebaut, weil er gut mit dem warmen Klima und Trockenphasen klar kommt und eine wertvolle Nahrungs- und Heilpflanze ist. Außerdem wirkt er der Entwaldung entgegen.

In Südindien wird Moringa besonder intensiv angebaut. Auch in Ostafrika wird der Moringabaum ausgiebig kultiviert. Man findet auch Moringa-Anbau in: Südamerika, Honduras, Niger

Seit 2012 wird Moringa sogar auf Teneriffa angebaut, weil sich die Pflanze gut für das dortige meist trockene Klima eignet.




Pflanzenbeschreibung

Moringa

Moringa ist ursprünglich in der Himalaya-Region heimisch, kommt aber inzwischen fast überall in den Tropen und Subtropen vor.

Der Moringabaum wächst bevorzugt auf durchlässigen Sandböden, kommt aber auch mit anderen Böden klar.

Der mehrjährige Baum wird schon im ersten Jahr bis zu 8 Meter hoch. Insgesamt wird er bis zu 12 m hoch.

Normalerweise ist der Stamm mitteldick und hat einen Durchmesser zwischen 20 und 40 cm. Unter bestimmten Bedingungen wächst der Stamm jedoch verdickt und sieht dann flaschenartig aus.

Aus dem Stamm wachsen zahlreiche lange, dünne Äste, die teilweise herab hängen.

Die Blätter sind dreifach gefiedert und werden insgesamt bis zu 60 cm lang. Das einzelne Blättchen ist eiförmig oder oval und wird nur etwa 2 cm lang.

Aus den Blattachseln entspringen die Blüten, die in Rispen wachsen und zahlreiche Blüten umfassen. Die einzelne Blüte ist weißlich-gelb und wird bis zu 3 cm groß. Die Blüten duften ähnlich wie Veilchen.

Aus den Moringa-Blüten entwickeln sich die langen Früchte, die im unreifen Zustand an Bohnen erinnern. Diese bohnenartigen Früchte werden bis zu 90 cm lang, meistens jedoch zwischen 25 und 50 cm. Im weiteren Verlauf der Reifung werden die Früchte (Samen-Kapseln) braun und erinnern optisch an Trommelstöcke, weshalb der Moringa-Baum auch als Drumstick Tree bezeichnet wird. Bei vollständiger Reifung öffnen sich die Samenkapseln in drei Teile und geben die darin befindlichen Samen frei.

In den langen Samenkapseln befinden sich zahlreiche Samen, die bis zu 1,5 cm groß werden. Sie sind dreikantig oder rund und haben papierartige Flügel, die der Verbreitung dienen.



Anbautipps

Obwohl Moringa eine Pflanze der Tropen ist, kann man sie in Mitteleuropa anbauen, zumindest in Kübeln und in milden Klimazonen oder im Haus.

Als Boden eignet sich ein nährstoffarmer Boden, z.B. Kakteenerde. Sandboden ist besser geeignet als schwerer Lehmboden.

Die Samen keimen relativ leicht. Man bekommt Moringa-Samen im Handel, z.B. im Internet. Dabei sollte man darauf achten, dass man keimfähige Samen kauft.

Am besten sät man die Moringa-Samen im Frühjahr, wenn die Pflanze draußen wachsen soll.

Unter günstigen Bedingungen wächst der Moringa-Baum so schnell, dass man schon im Herbst die ersten Früchte ernten kann.

Nicht umsonst wird der Moringa-Baum in Afrika als "newer deat" bezeichnet, also "niemals tot". Auch wenn sich die Blätter völlig zurückgezogen haben, und der Baum wie tote Stöcke aussieht, kann er bei ausreichender Pflege (z.B. wässern) wieder austreiben.



Sammeltipps

In Mitteleuropa wächst der Moringa-Baum nur, wenn man ihn selber im Garten oder Haus anbaut. Eine Wildsammlung ist daher nicht möglich.

Die Blätter kann man ernten, wenn sie ausgewachsen aber noch zart sind. Am besten verbraucht man sie frisch, z.B. in Smoothies, Salaten oder als Gemüse.

Die länglichen Früchte kann man ernten, solange sie noch grün und zart sind. Dann kann man sie wie Bohnen zubereiten und essen.

Die Samen erntet man sobald sie reif sind. Sie eignen sich zur Wasserdesinfektion, und um daraus Öl zu pressen.

Die Wurzel kann man ausgraben, beziehungsweise einen Teil der Wurzel, damit die Pflanze weiterwachsen kann. Die Wurzel enthält sehr viele Senfölglykoside, sollte aber unbedingt geschält werden, weil die Schale giftige Alkaloide enthält.