Maralwurzel

(Rhaponticum carthamoides)

  

Maralwurzel Die Maralwurzel ist eine stärkende Heilpflanze, die ursprünglich aus Russland kommt.

Optisch ähnelt die Maralwurzel den Disteln, jedoch ohne eine Distel zu sein. Sie wird bis zu hüfthoch und hat violette Blüten.

Maralwurzel gehört zu den adaptogenen Heilpflanzen, d.h. sie stärkt ohne nennenswerte Nebenwirkungen. Insbesondere hat die Maralwurzel die Fähigkeit die Muskeln zu stärken, was viele gesundheitliche Vorteile hat und insgesamt verjüngend wirkt.



Steckbrief

Haupt-Anwendungen:
Tonikum
Heilwirkung:
Adaptogen,
Fruchtbarkeits fördernd,
Gedächtnis stärkend,
Herz stärkend,
Immunsystem stärkend,
Konzentrations fördernd,
Muskel stärkend,
Nerven stärkend,
Verbesserung des Blutkreislaufes,
Anwendungsbereiche:
Abwehrschwäche,
Arteriosklerose,
Depressionen,
Erkältung,
Erschöpfung,
Gedächtnisschwäche,
Halsschmerzen,
Herzschwäche,
Immunschwäche,
Konzentrationsschwäche,
Metabolisches Syndrom,
Müdigkeit,
Muskelschwäche,
Nervenschwäche,
Osteoporose,
Schlaganfall,
Übergewicht,
wissenschaftlicher Name:
Rhaponticum carthamoides, Leuzea carthamoides
Pflanzenfamilie:
Korbblütler - Asteraceae
englischer Name:
Maral Root
andere Namen:
Maralpflanze, Hirschwurzel, Saflor-Bergscharte
Verwendete Pflanzenteile:
Wurzel, teilweise auch Blätter
Inhaltsstoffe:
Steroide: Ecdysteroid (Ecdysterone), Flavonoide, Anthocyanen, ätherische Öle
Sammelzeit:
Herbst


Anwendung

Maralwurzel kann man wahlweise als Kapseln, Wurzelpulver, Tee oder als Tinktur anwenden.

Die häufigste Art, Maralwurzel anzuwenden ist heutzutage die Einnahme von Kapseln.

Kapseln

Im Handel werden zahlreiche Kapseln mit dem Wurzelpulver der Maralwurzel angeboten.

Je nach Kapselgröße, z.B. 250mg nimmt man 1-3 Kapseln pro Tag ein. Am besten mit Wasser.

Tee

Für einen Maralwurzel-Tee übergießt man ein bis zwei Teelöffel Maralwurzel oder die Blätter mit einer Tasse kochendem Wasser und lässt ihn zehn Minuten ziehen.

Anschließend abseihen und den Maralwurzeltee in kleinen Schlucken trinken.

Von diesem Tee trinkt man ein bis drei Tassen täglich.

Wie bei allen stark wirksamen Heilkräutern sollte man nach sechs Wochen Daueranwendung eine Pause einlegen und vorübergehend einen anderen Tee mit ähnlicher Wirkung trinken. Anschließend kann man wieder sechs Wochen lang Maralwurzel-Tee trinken. Durch die Pause werden eventuelle unerwünschte Langzeitwirkungen verhindert und die erwünschte Maralwurzel-Wirksamkeit bleibt erhalten und lässt nicht durch Gewöhnung nach.

Tinktur

Um eine Maralwurzel-Tinktur selbst herzustellen, übergießt man Maralwurzel-Stücke in einem Schraubdeckel-Glas mit Doppelkorn oder Weingeist, bis alle Pflanzenteile bedeckt sind, und lässt die Mischung verschlossen für 2 bis 6 Wochen ziehen.

Dann abseihen und in eine dunkle Flasche abfüllen.

Von dieser Tinktur nimmt man ein bis drei mal täglich 10-50 Tropfen ein.

Wenn einem die Tinktur zu konzentriert ist, kann man sie mit Wasser verdünnen.



Wirkung

Die Hauptwirkung der Maralwurzel kommnt durch ihre Ecdysterone. Das sind natürliche Steroide, also eine Art Hormone, die auch in anderen Pflanzenarten vorkommen.

Durch die Ecdysterone wird unter anderem das Muskelwachstum angeregt. Daher wird die Maralwurzel gerne von Sportlern angewendet, um ihre Leistungsfähigkeit zu verbessern. In Russland haben zeitweise ganze Nationalmannschaften die Maralwurzel eingenommen, um bessere Leistungen zu erzielen.

Muskelwachstum ist aber nicht nur für Sportler und Bodybuilder interessant, sondern für Jedermann.

Insbesondere über 30 wird verbessertes Muskelwachstum interessant, denn von selber verliert man ab diesem Alter ca. 1% Muskelmasse pro Jahr. Je älter man wird, desto nötiger hat man also eine Unterstützung des Muskelwachstums, vor allem für Senioren.

Denn kräftige Muskeln habe eine ganze Reihe von gesundheitsfördernden Eigenschaften.

Muskeln steigern den Stoffumsatz des Körpers auch in Ruhe, also wenn man auf dem Sofa liegt. Gewicht halten und Abnehmen gelingen also leichter mit kräftigen Muskeln.

Sie stellen auch zahlreiche Substanzen her, als wären sie Hormondrüsen. Etwa 400 zur Zeit bekannte verschiedene Substanzen werden von den Muskeln produziert. Je mehr Muskeln man hat und je mehr man sie bewegt, desto mehr dieser Substanzen werden hergestellt. Unter anderem werden hormonähnliche Myokine von den Muskeln produziert. Myokine haben entzündungshemmende Eigenschaften, sie helfen unter anderem gegen Depressionen, Demenz und Herz-Kreislauferkrankungen. Durch die Bewegung der Muskeln stellt der Körper also seine eigenen Medikamente her.

Einige der Heilwirkungen der Maralwurzel kommen also indirekt zustande durch das Muskelwachstum.

Aber auch die anderen Wirkstoffe (Flavonoide, Anthocyane, ätherische Öle) haben gesundheitsfördernde Wirkung, unter anderem stärkend auf das Gefäßsystem.

Nebenwirkungen

Bei der Anwendung der Maralwurzel kommt es kaum zu Nebenwirkungen.

In Einzelfällen kam es zu phototoxischen Reaktionen bei der Maralwurzel-Anwendung, d.h. man wird lichtempfindlicher und es kann zu Sonnenbrand, Juckreiz, Rötung und anderen Hautsymptomen kommen.




Anwendungsgebiete

Maralwurzel Die Anwendungsgebiete für die Maralwurzel sind vielfältig. Sie betreffen grob gesagt viele Arten von Schwäche.

Muskelschwäche

Das Haupt-Anwendungsgebiet der Maralwurzel ist zweifellos die Muskelstärkung.

Dadurch ist die Maralwurzel für Leistungssportler, Hobbysportler und insbesondere Bodybuilder sehr interessant.

Die muskelstärkende Wirkung ist jedoch auch für alle Nichtsportler ab 30 Jahre geeignet, um den natürlichen Muskelaufbau zu verhindern oder zu verlangsamen.

Abwehrschwäche / Immunschwäche

Über die Stärkung der Muskeln und mithilfe der anderen Inhaltstoffe kann die Maralwurzel das Immunsystem stärken.

Dadurch ist man weniger anfällig für Erkältungen, Halsschmerzen und andere Infektionskrankheiten. Aber auch die Neigung zu Allergien und Autoimmunerkrankungen wird verringert, weil das Immunsystem tut was es soll.

Arteriosklerose

Durch die Flavonoide und Anthocyane wirkt die Maralwurzel günstig auf die Blutgefäße.

Dadurch kann die Maralwurzel gegen Arteriosklerose helfen. Die Durchblutung des Körpers wird verbessert.

Infolgedessen kann man gegen Herzinfarkt und Schlaganfall vorbeugen.

Schlaganfall

Einerseits wirkt die Maralwurzel vorbeugend gegen Schlaganfall, weil die Gefäßgesundheit verbessert wird.

Andererseits kann die Maralwurzel auch die Rehabilitation nach einem Schlaganfall fördern, vor allem durch das Muskelwachstum bzw. die Muskelstärkung.

Herzschwäche

Das Herz wird durch die Maralwurzel in mehrfacher Weise gestärkt und Herzinfarkt kann vorgebeugt werden.

Durch die Muskelstärkung bewegt man sich natürlicherweise mehr, und dadurch wird auch das Herz gestärkt.

Auch die gefäßstärkende Wirkung der Maralwurzel wirkt sich günstig auf die Herzgesundheit aus.

Einem Herzinfarkt oder Angina Pectoris kann vorgebeugt werden. Bei bestehender Koronarer Herzkrankheit wird die Herzdurchblutung verbessert und die Beschwerden gelindert.

Depressionen / Nervenschwäche

Depressionen und depressive Verstimmungen werden durch die Maralwurzel indirekt gelindert.

Die gestärkten Muskeln schütten unter anderem Endorphine und andere stimmungsaufhellende Substanzen aus.

Das Nervensystem wird gestärkt, und man neigt weniger zu Reizbarkeit und nervlicher Erschöpfung.

Erschöpfung / Müdigkeit

Durch die Muskelstärkung und die bessere Durchblutung des Körpers wird man insgesamt leistungsfähiger und ermüdet nicht so leicht.

Daher hilft die Maralwurzel gegen ständige Müdigkeit, z.B. auch gegen das Chronic Fatigue Syndrom (CFS).

Auch im Fall von Burnout kann die Maralwurzel helfen.

Gedächtnisschwäche / Konzentrationsstörungen

Muskeln schütten unter anderem Substanzen aus (Myokin BDNF), die die Gedächtnisleistung und das Lernvermögen verbessern.

Dadurch kann ein schlechtes Gedächtnis und Konzentrationsschwäche verbessert werden.

Auch eine Demenz kann dadurch günstig beeinflusst werden.

Metabolisches Syndrom / Übergewicht

Die durch die Maralwurzel gestärkten Muskeln helfen bei der Gewichtsabnahme, denn Muskel verbrauchen sehr viel Energie.

Starke Muskeln machen die Zellen auch empfänglicher für Insulin und kurbeln den Fettstoffwechsel an.

Dadurch wird auch der Bluthochdruck verringert, die Blutfettwerte gesenkt und die Insulinresistenz verringert.

Maralwurzel kann daher auch gegen das Metabolische Syndrom helfen und beugt somit schwerwiegenden Herzkreislaufkrankheiten vor.

Osteoporose

Starke Muskeln sorgen durch die von ihnen produzierten Myokine für einen verbesserten Aufbau von Knochensubstanz.

Knochenschwund geht zurück und die gefürchtete Osteoporose kann verringert werden.




Geschichtliches

Vor Jahrhunderten beobachteten Jäger im russischen Altai-Gebirge, wie die Altai-Hirsche (Maralhirsche) nach einem schwächenden Winter häufig die Wurzel der Saflor-Bergscharte fraßen. Dadurch erholten sich die Maralhirsche schnell und fanden zu neuer Kraft.

Das inspirierte die damaligen Menschen dazu, die Wurzeln als Heilpflanze zu verwenden.

Wegen der Maralhirsche wird die Saflor-Bergscharte häufig Maralwurzel genannt oder Hirschwurzel.

Die Maralwurzel gehört seither zu den traditionellen Heilpflanzen in Russland und anderen nordasiatischen Ländern.




Pflanzenbeschreibung

Maralwurzel ist in Russland, Kasachstan, China und in der Mongolei heimisch.

Sie wächst bevorzugt in subalpinen Höhen zwischen 1.200 und 1.900 Metern. In Chinas Xinjang wächst die Maralwurzel sogar auf Höhen von über 2.000 Metern.

Die mehrjährige Pflanze wird bis zu 90 Zentimeter hoch, in seltenen Fällen sogar bis zu 1,40 m.

Im Frühjahr treibt die Wurzel zunächst gelappte Blätter aus.

In Bodennähe wächst dann eine Blattrosette.

Die Blätter sind kurz gestielt.

Ab dem Frühsommer wächst der etwa 1 cm dicke Stengel. An ihm wachsen fiederteilige, längliche Blätter, die bis zu 25 Zentimeter lang werden. Diese Blätter sitzen direkt am Stengel.

Die an Disteln erinnernden großen Blüten erscheinen ab Juli. Sie sind hell violett und haben zahlreiche dünne Röhrenblüten. Der Blütenkorb darunter ist bräunlich und bis zu 6 Zentimeter im Durchmesser.

Aus den Maralwurzel-Blüten entwickeln sich nach relativ kurzer Zeit die Samen. Die Samen erinnern an die Pusteblumen des Löwenzahns (Achänen, Pappus), mit dem die Maralwurzel auch verwandt ist.



Anbautipps

Der Anbau der Maralwurzel ist auch in Mitteleuropa möglich.

Sie braucht einen mittel sonnigen Standort und eher wenig Wasser.

Da die Maralwurzel mehrjährig ist, kommt sie im Folgejahr erneut aus dem Boden.

Von speziellen Kräuter-Gärtnereien wird die Maralwurzel als junge Pflanze im Topf angeboten.

Sie kann von März bis Oktober gepflanzt werden.



Sammeltipps

Da die Maralwurzel nicht in Mitteleuropa heimisch ist, kann man sie hierzulande nur sammeln, wenn man sie im Garten anbaut.

Im Sommer kann man die Blätter der Hirschwurzel sammeln und an einem luftigen, halbschattigen Platz trocknen.

Nach zwei bis drei Jahren kann auch die Wurzel der Maralwurzel ernten. Die geschieht am besten im Herbst.

Die Wurzel wird ausgegraben und ein Teil davon wieder eingepflanzt, damit die Pflanze weiterleben kann.

Dann wird die Wurzel gereinigt, geschnitten und möglichst zügig getrocknet, z.B. bei 50°C im Backofen oder in einem Dörrapparat.