Gegen Haarausfall ist Ölauszug aus der Klettenwurzel recht bekannt. Die Klettenwurzel hilft aber auch gegen vielerlei Hauterkrankungen und wirkt blutreinigend.
Steckbrief
| Haupt-Anwendungen: |
Haarausfall, Hautleiden, |
|---|---|
| Heilwirkung: |
blutreinigend,
entgiftend, harntreibend, schweißtreibend, |
| Anwendungsbereiche: |
Abszesse
Brandwunden Diabetes (als Nahrungsmittel) Ekzeme Flechten Furunkel Gelenkrheuma Geschwüre Hautunreinheiten Kopfschuppen Lebererkrankungen Magenbeschwerden Offene Wunden Seborrhoe Wechseljahrsbeschwerden Wundheilung |
| wissenschaftlicher Name: | Arctium lappa |
| Pflanzenfamilie: | Korbblütler = Asteraceae |
| englischer Name: | Burdock |
| volkstümliche Namen: | Bardana, Bolstern, Haarballe, Haarwachswürze, Kinzel, Kirmsen, Kladde, Klebern, Klibe, Klibusch, Klitzebusch, Klusen, Wolfskraut |
| Verwendete Pflanzenteile: | Wurzeln |
| Inhaltsstoffe: | Inulin (Lignane), Schleimstoffe, Fettsäuren, Phosphorsäure, Gerbsäure, fettes Öl, ätherisches Öl, antibiotisch wirkende Stoffe |
| Sammelzeit: | September, Oktober |
Anwendung
Die Klettenwurzel kann man als Tee oder Tinktur verwenden. Gerne wird die Klettenwurzel auch als Ölauszug oder Salbe benutzt.
Sogar in der Küche kann man Klettenwurzeln als Wildgemüse einsetzen.
Klettenwurzel-Tee
Klettenwurzel-Tee wird als Kaltauszug hergestellt, der nach 5-stündigem Ziehen kurz aufgekocht wird.
- Für diesen Kaltauszug nimmt man pro Tasse (1/4 l) einen gehäuften Teelöffel Klettenwurzel-Stücke.
- Die Wurzelstücke werden mit kaltem Wasser übergossen.
- Dann lässt man den Tee 5 Stunden ziehen.
- Anschließend wird der Tee bis zum Sieden erhitzt.
- Der Tee soll eine Minute lang sieden.
- Dann wird er abgeseiht.
Anwendung des Klettenwurzel-Tees
Von diesem Tee trinkt man 3 mal täglich eine Tasse.
Innerlich kann man die Klettenwurzel als Tee zur Blutreinigung und Förderung der Leber- Galletätigkeit anwenden.
Siehe auch:
Man kann den Tee auch äußerlich für Waschungen, Bäder oder Kompressen nutzen.
Als Spülung kann man den Klettenwurzel-Tee gegen Haarausfall oder Kopfschuppen anwenden.
Als Waschung, zum Betupfen oder als Umschlag kann man Klettenwurzel-Tee bei Ekzemen, Geschwüren, Hautunreinheiten und anderen Hauterkrankungen verwenden.
Klettenwurzelöl
Besonders beliebt ist das Klettenwurzelöl, das man zur Einreibung des Haarbodens gegen Haarausfall verwenden kann.
Wirksam ist diese Anwendung jedoch nur bei Haarausfall, der durch Anregung der Durchblutung des Haarbodens behoben werden kann, beispielsweise Haarausfall nach längeren Krankheiten. Bei dauerhaftem Haarausfall aus hormonellen Gründen, kann man auch von der Klettenwurzel keine Wunder erwarten.
Klettenwurzel-Öl wird als Ölauszug zubereitet. (siehe: Ölauszug selber machen)
Das Klettenwurzel-Öl ist auch im Handel erhältlich, beispielsweise in Apotheken.
Klettenwurzel-Salbe
Eine Salbe aus dem Klettenwurzel-Öl hilft gegen verschiedenste Hauterkrankungen. (siehe: Salben Grundrezept)Statt Salbe kann man für Hautprobleme auch den frisch ausgepressten Saft verwenden.
Klettenwurzel-Tinktur
Mit einer Klettenwurzel-Tinktur kann man die Heilkraft der Klettenwurzel haltbar machen, damit man sie bei Bedarf zur Verfügung hat.
Außer der Wurzel kann man für die Tinktur auch die Blätter der Klettenpflanze verwenden.
- Wurzel und Blätter werden zerkleinert und ausgedrückt.
- Dann werden sie in ein Schraubdeckel-Glas gefüllt.
- Mit Weingeist oder Doppelkorn werden die Klettenbestandteile übergossen, bis sie bedeckt sind.
- Dann lässt man sie 2 bis 4 Wochen lang an einer warmen Stelle stehen und ziehen.
- Anschließend wird die Tinktur abgeseiht.
Innerlich kann man von der Tinktur 3 mal täglich 5 Tropfen mit Wasser verdünnt einnehmen.
Für die äußerliche Anwendung kann man die Tinktur mit Wasser verdünnen und dann ähnlich anwenden wie den Tee.
Klette in der Küche
Klettenwurzeln, -Blätter und Klettenstängel kann man als Wildgemüse in der Küche nutzen.
Klettenwurzel-Kaffee
Aus Klettenwurzel-Stücken kann man einen Kaffeeersatz herstellen.
Dazu röstet man die Klettenwurzelstücke in eienr fettfreien Pfanne.
Dann werden die gerösteten Wurzelstücke gemahlen.
Anschließend kann man das Pulver wie normalen Kaffee aufgießen.
Wurzeln als Wildgemüse
Um Kletten-Wurzel als Gemüse zuzubereiten, sollte man sie zuerst schälen.
Dann kann man sie kochen wie Karotten oder Schwarzwurzeln und entsprechend servieren.
Geschmacklich erinnern sie ein wenig an Artischocken.
Klettenblätter als Spinat-Ersatz
Junge Klettenblätter kann man wie Spinat kochen und servieren.
Klettenstengel als Gemüse
Junge Stengel der Klette kann man kochen und als Gemüse servieren.
Dazu werden sie zunächst weichgekocht und anschließend in Stücke geschnitten.
Man kann sie wahlweise als Salat zubereiten oder als Gemüse.
Magische Anwendung
Die Klette wurde früher auch magisch verwendet.
Ausgestreut oder als Räucherungen, teilweise gemischt mit anderen magischen Kräutern wurde Klettenblätter und Wurzeln als Schutzzauber genutzt.
Dazu werden die Klettenwurzeln bei abnehmendem Mond ausgegraben.
In Stücke geschnittene Klettenwurzel kann man auch auffädeln und als schützende Kette tragen.
Pflanzenbeschreibung
Im ersten Jahr wachsen der Klette grosse Blätter in Bodennähe. Diese Blätter sind gestielt und haben etwa herzförmige Form.
Erst im zweiten Jahr wächst der Klette ein Stengel mit mehreren verzweigten Ästen bis zu 1,20 m hoch. An diesem Stengel wachsen Blätter, die nach oben hin immer kleiner werden.
Die roten bis violetten Blüten wachsen doldentraubig an den Enden der Zweige. Sie sind rund und erinnern an Distelblüten.
Das Besondere der Blüten sind die vielen Hüllblättchen, die wie Stacheln sind und eine hakig umgebogene Spitze haben. Mit diesen Stacheln verhaken sich die Kletten an Kleidern und am Fell von Tieren, um von den unfreiwilligen Transporteuren zur Verbreitung der Pflanze genutzt zu werden.
Die Wurzeln der Klette sind lang und spindelförmig.
Außen sind sie graubraun und innen weiß.
Sammeltipps
Die Wurzel der Klette wird im Herbst des ersten Wachstumsjahres gesammelt.
Im ersten Jahr ist die Klette nicht so leicht zu erkennen wie später, denn dann ist sie noch klein. Aber im zweiten und späteren Jahren, wenn die Klettenpflanze hoch wächst und Blüten bekommt, wird die Wurzel ausgelaugt und verliert an Kraft.
Die Wurzel wird ausgegraben. Am besten lässt man ein Teil der Wurzel im Boden, dann kann die Klettenpflanze wieder neu wachsen.
Die gesammelte Wurzel wird abgebürstet und eventuell ganz kurz mit kaltem Wasser abgespült.
Dann wird sie klein geschnitten und an einem warmen, luftigen Ort oder bei niedriger Hitze im Backofen getrocknet.



