Kampfer

(Cinnamomum camphora)

  

Kampfer

Der asiatische Kampferbaum kann bis zu 1.500 Jahre alt werden, und mindestens so alt ist auch seine medizinische Anwendung. Alle Teile des Kampferbaums riechen stark balsamisch. Aus seinem Holz wird das ätherische Kampfer-Öl gewonnen.

Das ätherische Kampferöl ist sehr intensiv und dadurch in der Lage Muskelschmerzen und andere Beschwerden des Bewegungsapparates zu lindern. Kampfer kann auch die Atemwege befreien und die Atmung erleichtern, wenn man Husten hat.



Steckbrief

Haupt-Anwendungen: Muskelschmerzen,
Heilwirkung: befreit die Atemwege,
durchblutungsfördernd,
entzündungshemmend,
hautreizend,
krampflösend,
kreislaufstärkend,
kühlend,
schleimlösend,
schmerzstillend,
Anwendungsbereiche: Arthrose,
Bronchitis,
Hexenschuss,
Husten,
Kreuzschmerzen,
Knieschmerzen,
Lumbago,
Muskelkater,
Rheuma,
Rückenschmerzen,
Schleimbeutelentzündung,
wissenschaftlicher Name: Cinnamomum camphora
Pflanzenfamilie: Lorbeergewächse = Lauraceae
englischer Name: camphor tree
andere Namen: Kampferlorbeer
Verwendete Pflanzenteile: ätherisches Öl, Kristalle, Holz, Blätter
Inhaltsstoffe: ätherisches Öl
Sammelzeit:


Anwendung

Kampfer wird ausschließlich äußerlich angewendet.

Vorwiegend wird das ätherische Öle des Kampfers verwendet. Dieses ätherische Öl ist sehr stark. Daher ist es nicht für Kinder geeignet.

Kampfer ist häufig in Einreibemitteln enthalten, die die Durchblutung fördern und die Muskeln entkrampfen sollen.

Typische Mittel, in denen Kampfer enthalten ist, sind beispielsweise Franzbranntwein oder stark riechende Muskelsalben wie z.B. Pferdesalbe.

Wenn man Kampferblätter hätte, könnte man die wohl auch als Tee innerlich anwenden, aber in Mitteleuropa sind Kampferblätter normalerweise nicht erhältlich.

Tinktur

Aus den Kampfer-Kristallen oder dem Kampfer-Holz kann man eine Tinktur herstellen, die man zum Einreiben verwenden kann wie Franzbranntwein.

Um eine Kampfer-Tinktur selbst herzustellen, übergießt man Kampfer-Kristalle oder Kampfer-Holz in einem Schraubdeckel-Glas mit Doppelkorn oder Weingeist, bis alle Pflanzenteile bedeckt sind, und lässt die Mischung verschlossen für 2 bis 6 Wochen ziehen.

Dann abseihen und in eine dunkle Flasche abfüllen.

Von dieser Tinktur nimmt man ein bis drei mal täglich 10-50 Tropfen ein.

Wenn einem die Tinktur zu konzentriert ist, kann man sie mit Wasser verdünnen.

Warnung!

Kampfer darf nicht bei Kindern angewendet werden.

Bei empfindlichen Menschen kann Kampfer zu epileptischen Anfällen führen.

Asthma-Patienten sollten auf die Anwendung von Kampfer verzichten.




Wirkung

Kampfer wirkt in erster Linie aufgrund seiner starken ätherischen Öle.

Das ätherische Kampfer-Öl wirkt stark durchblutungsfördernd, zunächst aber kühlend. Die erste Wirkungswahrnung ist kühlend, und nach einer Weile wird die behandelte Stelle leicht warm und gut durchblutet. Dadurch wirkt der Kampfer krampflösend und entzündungshemmend. Indirekt wirkt Kampfer dadurch auch schmerzlindernd.

Allerdings wirkt Kampfer auch hautreizend, vor allem wenn man ihn häufig oder intensiv an der gleichen Stelle anwendet.

Eine weitere Wirkung des Kampfers ist die Befreiung der Atemwege. Kampfer wirkt auch schleimlösend und erleichtert somit das abhusten. Diese Wirkungen sind typisch für stark und balsamisch riechende ätherische Öle, z.B. Menthol usw. Daher sind Menthol und ähnliche ätherische Öle häufig in Hustenbonbons oder Hustensalben enthalten.

Weil die ätherischen Kampferöle so stark sind, wirken sie auch anregend auf den Kreislauf. Das kann hilfreich sein, wenn man schlapp und erkältet im Bett liegt.



Anwendungsgebiete

Kampfer wird nur äußerlich angewendet, weil er für die innerliche Anwendung zu stark ist.

Vorwiegend wird Kampfer gegen Muskelschmerzen eingesetzt, z.B. bei Muskelkater oder leichten Muskelfaserrissen, Muskelzerrungen oder Prellungen.

Wegen der kühlenden und durchblutungsfördernden Wirkung werden Kampferzubereitungen auch gerne bei leichter Arthrose und rheumatischen Beschwerden verwendet.

Generell können fast alle schmerzhaften Beschwerden des Bewegungsapparates von Kampfer-Anwendungen profitieren, z.B. Hexenschuss.

Gegen Husten und Bronchitis kann man Kampfer in erster Linie in Form von Brustsalben einsetzen. Durch die Erwärmung der Salben auf Brust und Rücken verdunsten die ätherischen Kampferöle und erreichen so die Atemwege. Die Atemwege werden befreit und das Abhusten gelingt leichter durch die schleimlösende Wirkung des Kampfers.

Wegen der kreislaufstärkenden Wirkung fühlt man sich im Falle einer Erkältung auch weniger schlapp.

Für viele Menschen, auch Erwachsene, ist Kampfer jedoch zu intensiv. Man kann ihn dann entweder stark verdünnt anwenden oder auf mildere ätherische Öle zurückgreifen, z.B. vom Thymian oder Rosmarin.


Geschichtliches

Kampfer wird schon seit Jahrtausenden als Heilpflanze angewendet. Sein intensiver Duft hat die Menschen schon früh auf seine Heilkräfte aufmerksam gemacht.

Außer als Heilpflanze diente Kampfer auch der Herstellung von Zelluloid. Daraus wurden Anfang des 20. Jahrhunderts Filme und Kunststoffprodukte hergestellt. Inzwischen hat die Zelluloid-Produktion an Bedeutung verloren.

Kampferholz ist sehr fest und aufgrund der enthaltenen ätherischen Öle wenig anfällig gegen Schädlinge. Daher wird das Kampferholz für den Bau von Booten, Möbeln und Kunstgegenständen verwendet.

Man kann Kampferholz auch zum Räuchern verwenden. Häufiger wird jedoch das kristallisierte ätherische Öl des Kampfers zum Räuchern benutzt.

Heutzutage findet man Kampfer vor allem in Einreibemitteln wie Franzbranntwein oder durchblutungsfördernden Salben.



TCM = Traditionelle Chinesische Medizin

In der traditionellen chinesischen Medizin gilt Kampfer als erwärmend, obwohl die gefühlte Wirkung zunächst kühlend ist.

Kampfer ist in der TDM den Organen Niere, Herz und Lunge zugeordnet. Das Herz-Yang wird durch den Kampfer gestärkt.

Insgesamt wird das Qi gestärkt.

Feuchte Kälte im Kopfbereich wird vertrieben. Daher wird Kampfer in der TCM gegen Infektionskrankheiten, Herzschwäche, Blasenentzündungen und bei Ohnmacht angewendet.



Magische Anwendung

In der Magie gilt der Kampfer als feminin und ist dem Mond zugeordnet. Sein Element ist das Wasser.

Die Wirkung des Kampfers steht für allgemeine Gesundheit und Keuschheit.

Früher wurde Kampfer geschnupft oder neben das Bett gestellt, um die Libido zu reduzieren.

Als Amulett in einem Beutel um den Hals getragen, soll das Kampferholz oder die Kristalle gegen die Ansteckung bei Erkältungen wirken.

Zur Weissagung wird Kampfer geräuchert. Es soll die Weissagungs-Kräfte stärken.



Pflanzenbeschreibung

Kampfer

Kampfer wächst bevorzugt in gemäßigten und subtropischen Klimazonen.

Der immergrüne Baum wird bis zu 30 Meter hoch. Die Pflanze ist verwandt mit den Zimtbäumen.

Kampferbäume können sehr alt werden, in manchen Fällen über 1.000 Jahre alt. Ihr Stamm wird im Laufe der Jahre auch sehr dick, bis zu 7 m im Durchmesser. In jungen Jahren hat der Kampferbaum jedoch eher einen schlanken Stamm, der aber stark verzweigt ist.

Die immergrünen Blätter glänzen und fühlen sich ledrig an. Sie sind auf der Oberseite dunkelgrün und auf der Unterseite eher matt. Die Form der Blätter ist eiförmig mit Spitze. Die Blätter werden etwa 10 cm lang.

Die gelblichen Blüten wachsen in Rispen und sind klein und unauffällig.

Aus den Blüten entwickeln sich schwarzrote, beerenartige Früchte, die in kleinen Kelchen heranwachsen.

Alle Teile des Kampferbaums riechen stark nach Kampfer.

Aus dem Holz von Stamm und Wurzel wird das ätherische Kampferöl gewonnen, das häufig in kristalliner Form angeboten wird.

Verbreitung / Vorkommen

Kampfer Verbreitung

Der Kampferbaum ist heimisch in Ostasien, also in China, Taiwan, Korea, Japan und Vietnam. In Ostafrika, Sri Lanka und Brasilien wird der Kampferbaum angebaut.
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Anbautipps

In Kübeln oder im Gewächshaus kann man Kampferbäume auch in Mitteleuropa kultivieren.

Kampferbäume bevorzugen leicht lehmigen, nährstoffreichen Boden.

Die Keimung der Samen kann wochenlang dauern. Am besten lässt man die Samen einen Tag lang bei Zimmertemperatur vorquellen, bevor man sie in kleinen Töpfchen ansät. Bis zur Keimung muss die Erde leicht feucht aber keinesfalls nass gehalten werden.

Sobald die Pflanze gekeimt ist, sollte der Kampferbaum an einem sonnigen oder halbsonnigen Standort stehen.

Im Sommer benötigt der Kampferbaum viel Wasser, weil er viele Blätter hat.

Im Winter sollte der Kampferbaum an einem hellen Platz stehen, wo möglichst zwischen 5 und 15°C herrschen. Frost verträgt der Kampferbaum nicht gut. Es sollten keinesfalls zu lange oder zu starke Frosttemperaturen herrschen.



Sammeltipps

Wenn man den Kampferbaum selbst anbaut, kann man ihn behutsam beernten, sobald er eine gewisse Mindestgröße erreicht hat.

Am unkompliziertesten ist die Ernte von einigen Blättern, jedoch nie so viele, dass es dem Baum ernsthaft Schaden zufügt.

In Anbaugebieten wird das Holz von 50 bis 60 Jahre alten Bäumen geerntet und daraus mit Wasserdampfdestillation das ätherische Öl gewonnen. Beim selbst kultivierten Kampferbaum würde die Ernte des Holzes jedoch einen erheblichen Eingriff in das Leben des Baumes bedeuten, der daran möglicherweise zugrundegehen kann. Inwieweit man einzelne Zweige zu Erntezwecken entfernt, muss man selber abwägen.

Die Wasserdampfdestillation, die nötig ist, um das ätherische Öl zu gewinnen, ist sehr aufwendig, und man braucht große Mengen Holz, um nenneswerte Mengen ätherisches Öl zu gewinnen.