Erdburzeldorn

(Tribulus Terrestris)


  

Erdburzeldorn

Der Erdburzeldorn ist eine klassische Heilpflanze der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) und der indischen Ayurveda-Heilkunde für eine Vielzahl von Krankheiten.

In neuerer Zeit wurde er unter seinem wissenschaftlichen Namen Tribulus Terrestris auch im Westen entdeckt und vor allem für verbessertes Muskelwachstum und als Potenzmittel eingesetzt.

Erdburzeldorn ist in den Tropen und Subtropen beheimatet und wächst dort häufig wie ein Unkraut. Seine stacheligen Früchte können schmerzhaft in die Füße pieksen, wenn man keine Schuhe trägt.



Steckbrief

Haupt-Anwendungen:
Muskelaufbau
Heilwirkung:
abwehrsteigernd,
antiinflammatorisch,
antioxidativ,
antiseptisch,
aphrodisierend,
blutdruck senkend,
carminativ,
diuretisch,
entzündungshemmend,
fungizid,
harntreibend,
krampflösend,
Libido steigernd,
Milch bildend,
Potenz fördernd,
schmerzstillend,
Anwendungsbereiche:
Abwehrschwäche,
Asthma,
Blähungen,
Blasenentzündung,
Bluthochdruck,
Entzündungen,
Erektile Dysfunktion,
Erhöhter Cholesterinspiegel,
Gicht,
Herzschwäche,
Hexenschuss,
Husten,
Inkontinenz,
Ischias,
Kopfschmerzen,
Kreislaufschwäche,
Libidoschwäche,
Muskelschmerzen,
Muskelschwäche,
Nervenschmerzen,
Nierenschwäche,
Nierensteine,
Ödeme,
PMS (Prämenstruelles Syndrom),
Potenzschwäche,
Prostata-Probleme,
Rheuma,
Schmerzen,
Tonikum,
Wechseljahrsbeschwerden,
wissenschaftlicher Name:
Tribulus Terrestris
Pflanzenfamilie:
Jochblattgewächse = Zygophyllaceae
englischer Name:
devil's-thorn
andere Namen:
Erdsternchen, Erdstachelnuss, Dreispitz, Felddorn, Landbürzel, Morgenstern, Gogshura, Gogshury, Sarrata, Bai Ji Li
Verwendete Pflanzenteile:
Samen, Früchte, Wurzel, Kraut
Inhaltsstoffe:
Saponine (Glykosid), Protodioscin, Furostanol, Spirostanol, Tannin, ätherisches Öl, Linolsäure, Peroxidase, Alkaloide: Harman, Norharman
Sammelzeit:
Bei Samenreife (Fruchtreife)


Anwendung

Erdburzeldorn kann man wahlweise als Kapseln oder als Tee anwenden.

Die häufigste Art, Erdburzeldorn anzuwenden sind heutzutage Kapseln mit einem Extrakt des Erdburzeldorns.

Kapseln

Erd-Burzeldorn Kapseln erhält man im Handel (z.B. Internet) vorwiegend unter seinem Namen Tribulus Terrestris.

Von Kapseln mit Erdburzeldorn-Extrakt nimmt man 1.000 bis 2.000 mg täglich mit Wasser ein. Das ist im Allgemeinen eine Kapsel täglich, je nachdem, wieviel Extrakt die Kapseln enthalten.

Häufig enthalten Kapseln mit Tribulus Terrestris Beifügungen mit Zink oder Vitaminen. Das hilft unter anderem dem Hersteller der Kapseln, weil er dann mit den wissenschaftlich nachgewiesenen Heilfähigkeiten von Zink bzw. den Vitaminen werben kann, z.B. positive Wirkungen von Zink auf den Testosteronspiegel.

Achtung! Manchmal enthalten Tribulus Terrestris Präparate aus unseriösen Quellen auch Beimischungen von anabolen Steroiden, die nicht deklariert werden. Das kann für Leistungssportler problematisch werden und im ungünstigsten Fall auch gesundheitsschädlich wirken.

Gerne wird Tribulus Terrestris in Kombination mit Maralwurzel oder Maca angewendet. Beide haben ähnliche Anwendungsgebiete und können die Wirkung von Tribulus Terrestris unterstüzen.

Tee

Traditionell wird das Kraut oder die Früchte vom Erdburzeldorn auch als Tee getrunken, und zwar als Abkochung.

So macht man eine sanfte Abkochung:

  • Ein Teelöffel Erdburzeldorn-Kraut oder -Früchte wird in einen kleinen Topf gegeben.
  • Dazu kommt eine Tasse voll kaltes Wasser (ca. 250ml).
  • Nun wird die Mischung zum Kochen gebracht.
  • Sobald die Mischung aufkocht, wird der Herd abgestellt.
  • Der Topf wird bedeckt und der Tee sollte noch ca. 15 Minuten lang ziehen.
  • Anschließend abseihen und den Erdburzeldorntee in kleinen Schlucken trinken.

Von diesem Tee trinkt man ein bis drei Tassen täglich.

Wie bei allen stark wirksamen Heilkräutern sollte man nach sechs Wochen Daueranwendung eine Pause einlegen und vorübergehend einen anderen Tee mit ähnlicher Wirkung trinken. Anschließend kann man wieder sechs Wochen lang Erdburzeldorn-Tee trinken. Durch die Pause werden eventuelle unerwünschte Langzeitwirkungen verhindert und die erwünschte Erdburzeldorn-Wirksamkeit bleibt erhalten und lässt nicht durch Gewöhnung nach.



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Wirkung

Heutzutage erhofft man sich vom Erdburzeldorn vor allem ein verbessertes Muskelwachstum und eine verstärkte Potenz. Beides soll vor allem durch einen erhöhten Testosteronspiegel bewirkt werden. Auch das Luteinisierende Hormon (LH) soll durch Tribulus Terrestris erhöht werden.

Doch zur erhöhten Testosteronproduktion gibt es leider keine erfolgreichen medizinischen Studien. Es wurde eher nachgewiesen, dass Tribulus Terrestris beim Menschen nicht den Testosteronspiegel erhöht.

Möglicherweise ist die Hoffnung auf eine potenzsteigernde und anabole Wirkung auch auf eine Verwechslung zurückzuführen. Denn in der chinesischen Sprache heißt Tribulus Terrestris "ci ji li" und die wichtige Heilpflanze Astragalus heißt "ji li". Das kann zu Verwechslungen führen, vor allem bei Westlern, die der chinesischen Sprache nicht mächtig sind. Manche der Wirkungen, die Tribulus Terrestris nachgesagt werden, gelten also möglicherweise eigentlich dem Astragalus.

Dennoch berichten viele Anwender von einer positiven Wirkung auf ihre allgemein Stärke und ihre Libido.

Ob diese beobachteten Wirkungen auf den Placebo-Effekt zurück zu führen sind, oder ob es bisher nicht erforschte Wirkungsmechanismen von Tribulus Terrestris gibt, ist unbekannt.

Doch Tribulus Terrestris hat nicht nur Männern Hoffnung auf eine gestärkte Potenz zu bieten.

Auch Frauen können von den speziellen Saponinen in Tribulus Terrestris profitieren. Denn es handelt sich um spezielle Saponine, die menschlichen Hormonen ähneln, also um sogenannte Phytohormone. In diesem Fall geht es um Stoffe, die dem weiblichen Progesteron ähneln, wie beispielsweise auch die Inhaltstoffe der Yams-Wurzel. Diese Phytohormone helfen nicht nur gegen Progesteronmangel, sondern auch gegen Östrogenmangel, denn Progesteron verwandelt sich in Östrogen, wenn mehr Östrogen gebraucht wird. Dadurch kann Tribulus Terrestris potenziell gegen Wechseljahrsbeschwerden, Prämenstruelles Syndrom (PMS) und Östrogendominanz helfen.

Außer den Mode-Wirkungen von Tribulus Terrestris hat der traditionelle Erdburzeldorn noch viele anderere Heilwirkungen zu bieten, die sich allerdings aus der Erfahrungsheilkunde herleiten, vor allem der chinesischen und indischen. Teilweise lassen sich die Heilwirkungen durch die Inhaltstoffe des Erdburzeldorns herleiten.

Die Saponine, von denen der Erdburzeldorn reichlich enthält, reizen die Nieren und regen sie zu vermehrter Tätigkeit an. Dadurch wird die Bildung von Nierensteinen verhindert. Durch die vermehrte Harn-Ausscheidung werden Ödeme ausgeschwemmt und Blasenentzündungen wird vorgebeugt.

Saponine können auch gegen Pilze wirken, sie sind also fungizid.

Das Tannin und die ätherischen Öle wirken antiseptisch und entzündungshemmend. Auch die pilzhemmende Wirkung wird durch diese beiden Wirkstoffe unterstützt.

Ferner soll laut Volksheilkunde der Blutdruck gesenkt werden, Krämpfe gelöst, Husten gestillt und Blähungen gelindert werden.

Nebenwirkungen

Eine der erwünschten Wirkungen der Saponine ist ihre reizende Wirkung auf die Nieren.

Das ist aber auch gleichzeitig eine unerwünschte und potentiell gefährliche Wirkung, denn empfindliche Nieren werden zu stark gereizt. Das kann im ungünstigen Fall zu einer Nierenreizung führen und infolgedessen zu Störungen der Nierenfunktion.



Anwendungsgebiete

Muskelwachstum

Tribulus terrestris wird hauptsächlich für das Wachstum der Muskeln verwendet. Daher ist es eine typische Sportler-Heilpflanze, insbesondere bei Bodybuildern sehr beliebt.

Auch wenn die anabole Wirkung nicht nachgewiesen ist, erfreut sich Tribulus terrestris für die Stärkung der Muskeln großer Beliebtheit.

Potenz

Die erhoffte Anregung der Libido ist ein weiteres sehr beliebtes Anwendungsgebiet des Tribulus terrestris. Männer erhoffen sich eine Erhöhung des Testosteronspiegels.

Zwar ist auch diese Wirkung nicht wissenschaftlich nachgewiesen, aber dennoch erfreut sich Tribuls terrestris als Potenzmittel großer Beliebtheit. Viele berichten auch von diesbezüglichen Erfolgen.

Wechseljahrsbeschwerden / PMS / Östrogen-Dominanz

Weil die Saponine vom Erd-Burzeldorn sogenannte Phytohormone sind, kann man Erdburzeldorn auch gegen Wechseljahrsbeschwerden und PMS einsetzen.

Auch andere Anwendungsgebiete, die mit weiblichen Hormonschwankungen zusammenhängen, kann man mit dem Erdburzeldorn behandeln, beispielsweise hormonbedingte Akne, Stimmungsschwankungen, Reizbarkeit oder Schlafstörungen.

Nierensteine / Nierenschwäche

Die Saponine des Erdburzeldorns regen die Nierentätigkeit an.

Daher kann man Erdburzeldorn bei Nierenschwäche und zur Verhinderung von Nierensteinen verwenden.

Begleitend zur Einnahme des Erdburzeldorns sollte man viel trinken, z.B. Wasser, damit die Nieren für ihre verstärkte Tätigkeit genug Flüssigkeit zur Verfügung haben.

Ödeme

Mithilfe der harntreibenden Fähigkeiten des Erdurzeldorns können Wasseransammlungen im Körper ausgeschwemmt werden.

Das in Ödemen festsitzende Gewebswasser wird dank verstärkter Nierentätigkeit ausgeschieden.

Da Erdburzeldorn auch das Herz und das Hormonsystem stärkt, werden auch die häufigsten Ursachen für Ödeme mitbehandelt.

Der Erburzeldorn wird für zahlreiche weitere Krankheiten und Gesundheitsprobleme angewendet. Diese weiteren Anwendungsgebiete findet man in der Liste oben beim Steckbrief.





Geschichtliches

Der Erdburzeldorn wird schon seit Jahrhunderten in den traditionellen Heilmethoden Asiens verwendet.

In der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) trägt der Erdburzeldorn den Namen ci ji li.

Er ist dem Leber-Meridian und dem Lungen-Meridian zugeordnet.

In der TCM wird der Erdburzeldorn hauptsächlich gegen Leberstörungen, Nierenschwäche und Herz-Kreislaufschwäche verwendet.

In der indischen Ayurveda-Heilkunde wird der Erdburzeldorn Gogshura genannt. Man verwendet ihn hauptsächlich gegen Ödeme.

Auch auf Zypern, in Brasilien und Japan ist der Erdburzeldorn ein traditionellen Heilmittel. Im Prinzip wird Erdburzeldorn überall dort, wo er wild oder verwildert wächst, als Heilpflanze verwendet. Das ist in den Tropen und Subtropen der Fall.

Weil die Spitzen der Samenkapseln des Erdburzeldorn die Füße verletzen können, wenn man hinein tritt, wurden diese Dornen auch als passive Waffe verwendet. Ninjas sollen vergiftete Samenkapseln auf den Weg gestreut haben, um ihre Feinde von der Verfolgung abzuhalten.




Pflanzenbeschreibung

Erdburzeldorn

Erdburzeldorn ist in tropischen und subtropischen Gegenden heimisch. Er wächst beispielsweise in Asien, Afrika und Südeuropa. Inzwischen hat er sich auch in Süd- und Mittelamerika und sogar in Florida niedergelassen.

Die ein- bis zweijährige Pflanze wird zwischen 10 und 50 cm hoch.

Die gefiederten Blätter sind filzig behaart und wirken dadurch leicht grau.

Die gelblichen Blüten blühen ganzjährig und sehen mit ihren fünf Blütenblättern wie zahlreiche andere Blüten aus.

Aus den Blüten entwickeln sich stachelige, asymetrische Kapselfrüchte, die der Pflanze den deutschen Namen gegeben haben. Diese Stachelfrüchte sind so spitz, dass man sich daran verletzen kann.



Anbautipps

Obwohl der Erdburzeldorn eine tropische Pflanze und somit nicht frosthart ist, kann man ihn in warmen Gegenden auch in Mitteleuropa anbauen, wenn auch als einjährige Pflanze.

Der Erdburzeldorn braucht Halbschatten und einen feuchten Boden. Er verträgt jedoch keine Staunässe.

Am besten führt man eine Kältestratifikation bei 4°C durch, um die Keimungschancen zu verbessern. Dazu wickelt man die Samen in Küchenkrepp und legt sie für ca. 3 Wochen in den Kühlschrank bei 4°C.

  • Aussaat in Vorkultur: April bis Mai
  • Aussaat ins Freiland: Mai bis Juni

Die optimale Keimtemperatur liegt bei 25-28°C.

Nach 15-30 Tagen keimt die Pflanze.



Sammeltipps

Vom Erdburzeldorn wird vor allem das Kraut und die Stachelfrüchte verwendet.

Man kann das Kraut ernten, sobald die Pflanze groß genug ist.

Die Früchte erntet man, sobald sie reif (gelblich) sind.

Dann werden die Pflanzenteile an einem schattigen gut belüfteten Ort getrocknet.




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