Amla

(Phyllanthus emblica)

  

Amla

Die Amla-Frucht ist eine der wichtigsten Heilpflanzen der indischen Ayurveda-Heilkunde. Sie wirkt als Verjüngungsmittel für alle Gewebe des Körpers. Die Amla wird so sehr geschätzt, dass sich zahlreiche Legenden um sie ranken.

Amla wächst auf einem Baum, der in tropischen Gegenden heimisch ist, insbesondere in Indien. Zusammen mit den Früchten Bibhitaki und Haritaki wird Amla zu dem berühmten Heilmittel Triphala verarbeitet.



Steckbrief

Haupt-Anwendungen:
Tonikum,
Heilwirkung:
abführend,
adstringierend,
antibakteriell,
antimykotisch,
antioxidativ,
antiviral,
appetitanregend,
aphrodisierend,
blähungstreibend,
blutbildend,
blutstillend,
Blutzucker senkend,
Cholesterin senkend,
entgiftend,
entzündungshemmend,
fungizid,
immunstimulierend,
Mund reinigend,
nährend,
Sehkraft stärkend,
verjüngend,
Anwendungsbereiche:
Abwehrschwäche,
Altersherz,
Anämie,
Anti Aging,
Arteriosklerose,
Asthma,
Blasenentzündung,
COPD,
Darmentzündung,
Diabetes,
Entzündungen,
Erhöhter Cholesterinspiegel,
Erkältung,
Gastitis,
Gicht,
Graue Haare,
Haarausfall,
Haarschuppen,
Hämorrhoiden,
Harndrang,
Hepatitis,
Herzklopfen,
Herzschwäche,
Immunschwäche,
Infektanfälligkeit,
Kolitis,
Konzentrationsschwäche,
Kopfschuppen,
Krebs (begleitend),
Kurzsichtigkeit,
Leberschwäche,
Milzschwäche,
Osteoporose,
Reizblase,
Rekonvaleszenz,
Schluckauf,
Schuppen,
Schwäche,
Schwermetallvergiftung,
Schwindel,
Sehschwäche,
Übersäuerung,
Unerfüllter Kinderwunsch,
Verdauungsstörungen,
Verstopfung,
wissenschaftlicher Name:
Phyllanthus emblica, Emblica officinalis
Pflanzenfamilie:
Phyllanthaceae
englischer Name:
Indian gooseberry
andere Namen:
Indische Stachelbeere, Amalaki, Myrobalanenbaum, Myrobalan, Dhatri, Eranda Kula
Verwendete Pflanzenteile:
Früchte, Samen, Blätter
Inhaltsstoffe:
Vitamin C, Bioflavonoide, Mineralien, Bitterstoffe, Gerbsäuren, Superoxid-Dismutase (SOD)
Sammelzeit:
Früchte: September bis Dezember


Anwendung

Amla

Amla kann man wahlweise als Pulver, Tabletten, Kapseln oder als Haar-Öl anwenden.

Die häufigste Art, Amla anzuwenden ist das Pulver.

Am liebsten wird Amla jedoch zusammen mit den Heilpflanzen Bibhitaki und Haritaki als Triphala zubereitet und eingenommen.

Pulver

Amla kann man auch als Pulver verwenden. Die übliche Tagesdosis liegt bei 250 mg bis 1 g.

Das Pulver kann man beispielsweise in Wasser auflösen, in Smoothies oder im Müsli verwenden.

In der indischen Ayurveda-Heilkunde werden täglich 5 g Pulver in warmem Wasser aufgelöst und als generelles Tonikum getrunken. Diese hohe Dosis könnte jedoch zu Durchfällen führen, denn Amla wirkt unter anderem abführend.

Presstabletten

Bei Presstabletten wird Amla-Pulver zu Tabletten gepresst. Man kann sie einfach mit Flüssigkeit schlucken, ähnlich wie Kapseln.

Diese Tabletten enthalten häufig 1.000 mg pro Tablette, das ist 1 Gramm. Davon kann man täglich 1 bis 2 mit Flüssigkeit einnehmen.

Die Anwendung von Tabletten anstelle von Pulver eignet sich, wenn man nicht so gerne Zubereitungen mit dem Pulver zu sich nimmt, z.B. Smoothies.

Kapseln

Kapseln mit Amla enthalten häufig einen konzentrierten Extrakt aus Amla-Pulver.

Je nach Anbieter nimmt man täglich 1 bis 2 Kapseln mit Flüssigkeit ein.

Manche Anwender können Kapseln leichter schlucken als Tabletten, weil die Oberfläche glatter ist.

Haaröl

Amla Haaröl wird meistens aus einem Ölauszug mit Amla und anderen Ölen zusammengestellt.

Man kann Amla Haaröl als Haarkur zur Haarpflege anwenden.

  • Dazu trägt man Amla-Öl auf Haare und Kopfhaut auf und massiert es ein.
  • Dann lässt man das Öl eine Weile einwirken, z.B. 1 Stunde oder über Nacht.
  • Danach auswaschen mit normalem Shampoo.

Solch eine Kur führt man am besten 2 bis 3 mal wöchentlich durch.

Das Amla-Öl stärkt die Haare, sie werden besser kämmbar und glänzen, Spliss und brüchige Haare werden verhindert. Auch Kopfhaut-Jucken wird gelindert. Die Haare sollen schneller wachsen, berichten zahlreiche Anwender. So kann man Amla-Öl auch gegen Haarausfall und Schuppen einsetzen. Weil die Melanin-Produktion des Körpers durch Amla verbessert wird, verzögert sich die Entstehung von grauen Haaren. Man behält also länger seine natürliche Haarfarbe.

Achtung beim Auswaschen!
Weil das Amla-Öl ein Öl ist, kann es den Boden der Dusche rutschig machen. Daher muss man aufpassen, dass man nicht ausrutscht.

Eine Alternative zu Amla-Öl als Kur wäre ein Amla-Shampoo, das jedoch nicht so intensiv wirkt, weil die Einwirkzeit kürzer ist.

Triphala

Triphala ist eine traditionelle ayurvedische Mischung aus Amla, Bibhitaki und Haritaki. Diese Mischung ist ein beliebtes Verjüngungs- und Kräftigungsmittel. Der Name "Triphala" bedeutet "Drei Früchte".

Triphala wird hierzulande meistens als Kapseln oder Pulver angeboten. Von den Kapseln nimmt man je nach Hersteller 1 bis 3 Kapseln täglich mit Wasser ein.



Wirkung

Amla-Früchte sind sehr reich an Vitamin C. Pro Frucht enthalten sie bis zu 1 Gramm Vitamin C.

Aufgrund der Gerbsäuren, die in der Amla-Frucht enthalten sind, soll das Vitamin C erheblich länger erhalten bleiben, auch im getrockneten Zustand.

Aus der Sicht der indischen Ayurveda-Heilkunde ist Amla ein besonders stark verjügendes Mittel. Sie baut neues Gewebe auf, fördert Haar- und Nagelwachstum, kräftigt die Zähne und verbessert die Sehkraft.

Freie Radikale Fänger

Durch ihren hohen Vitamin C Gehalt und den Wirkstoff Superoxid-Dismutase ist Amla besonders gut in der Lage freie Radikale unschädlich zu machen. Dadurch hilft Amla gegen zahlreiche Zivilisationskrankheiten.

Nebenwirkungen

In hohen Dosen kann Amla abführend wirken und zu Durchfall führen.



Anwendungsgebiete

Amla

Amla gilt in der indischen Heilkunde als Frucht für Jugend und Schönheit. Sie wird häufig als Verjüngungsmittel eingesetzt.

Krebs

Aufgrund ihrer stark aufbauenden Heilkräfte kann Amla als begleitende Behandlung bei Krebserkrankungen eingesetzt werden. Amla stärkt da, wo die Krebs-Therapie Körper und Geist des Krebskranken geschwächt hat. Außerdem leitet Amla Giftstoffe aus dem Körper, sodass sich der Körper leichter regenerieren kann.

Diabetes

Amla Pulver wird in der ayurvedischen Medizin traditionell gegen Diabetes eingesetzt. In medizinischen Studien konnte belegt werden, dass Amla den Blutzuckerspiegel senkt. In Absprache mit dem behandelnden Arzt kann man Amla als ergänzende Behandlung der Diabetes-Erkrankung einsetzen.

Hoher Cholesterinspiegel

Amla kann nachweislich den Cholesterinspiegel senken. Die cholesterinsenkende Wirkung ist fast so ausgeprägt wie bei der Einnahme von Statinen (cholesterinsenkendes Medikament), jedoch ohne deren Nebenwirkungen.

Durch Amla wird das ungesunde LDL-Cholesterin gesenkt und das gesunde HDL-Cholesterin wird erhöht. Dadurch kann man Herz-Kreislaufkrankheiten vorbeugen, wie beispielsweise Herzinfarkt oder Schlaganfall.

Arteriosklerose

Mit Amla kann man Arteriosklerose erfolgreich behandeln und somit Herzinfarkt und Schlaganfall vorbeugen.

Nicht nur, dass durch Amla der Cholesterinspiegel gesenkt wird, auch die Blutgefäße werden elastischer. Außerdem wird durch Amla das Blut etwas verdünnt, sodass das Blut wieder besser fließen kann. Dadurch verbessert sich die gesamte Durchblutung, was einen stark verjüngenden Effekt hat.

Bluthochdruck

Zu hoher Blutdruck ist eine gefährliche Erkrankung, die Schlaganfall und Herzinfarkt zur Folge haben kann. Amla wirkt senkend auf den Blutdruck unter anderem indirekt durch die Wirkung gegen Arteriosklerose.

Durchfall / Verstopfung

In niedrigen Dosierungen hilft Amla gegen Durchfall. In höheren Dosen wirkt Amla abführend und hilft gegen Verstopfung.

Entzündungen / Infektionen

Amla wirkt entzündungshemmend und sowohl antibakteriell als auch antiviral. Dadurch kann man mit Amla Infektionen und Entzündungen behandeln. Interessant ist das vor allem bei chronischen Entzündungen und Infektionen, die sich der schulmedizinischen Behandlung, z.B. durch Anitbiotika widersetzen.

Auch nichtinfektiöse Entzündungen können durch Amla verringert werden. Das kann man in Studien daran erkennen, dass das C-reaktive Protein (CRP) verringert wird.

Die Wirkung von Amla in diesem Bereich ist ähnlich wie die Wirkung von grünem Tee oder Knoblauch.

Zur Behandlung von akuten Infektionen und Entzündungen ist Amla jedoch nur als Ergänzung geeignet. Die schulmedizinische Behandlung steht hier an erster Stelle.



Geschichtliches

Amla-Blüte

In der indischen Ayurveda-Heilkunde wird Amla schon seit Jahrtausenden angewendet. Amla gilt als die Frucht für ewige Jugend und Schönheit. Amla wird sogar in Legenden erwähnt. Der Amlabaum soll aus den Tränen des Gottes Brahma entstanden sein. In diesem Baum soll sich die göttliche Liebe zu allen Lebewesen konzentrieren. Daher wird der Amla-Baum auch als fürsorgliche Mutter beziehungsweise Bewacher bezeichnet: Datri.

Amla gehört zu den Eckpfeilern des Ayurvedas.

Die Ayurveda-Energetik ist sauer/kühlend/süß. Pitta und Vata werden verringert, Kapha und Ama werden erhöht. Amla wirkt laut Ayurveda auf alle Gewebe und vermehrt Ojas.

Amla gilt im Ayurveda als Rasayana für Pitta-Zustände. Sie ist von sattwischer Natur und verleiht Glück, Langlebigkeit und Liebe. Sattwa ist im Ayurveda das Prinzip von Licht, Intelligenz, Harmonie und Wahrnehmung.

Bei Geisteskranken wird Amla im Ayurveda als Paste auf dem Kopf eingesetzt.

Amla wird in Indien auch als Konfekt und Konfitüre zubereitet. Als süße Latwerge wird Amla medizinisch verwendet.

Laut indischer Gesundheitslehre sollte man Amla täglich zu sich nehmen.



Pflanzenbeschreibung

Amla

Amla ist ein tropischer Baum.

Amla-Bäume werden zwischen 8 und 23 Metern hoch. Sie sind laubabwerfend, also nicht immergrün, wie viele andere tropische Bäume.

Der Stamm der Amla-Bäume ist krumm und wird bis zu 35 cm dick. Die Äste sind ausladend.

Die Blätter sehen aus wie gefiedert, weil sie so dicht zusammen am Zweig sitzen. Sie werden nur rund 2 cm lang und 0,5 cm breit. Manchmal haben die Blätter eine kleine, rote, stachelige Spitze.

Die Blüten sehen unterschiedlich aus, je nachdem ob sie weiblich oder männlich sind. Beide sind klein.

Die Amla-Frucht wird zwischen 2,5 und 4 Zentimeter groß. Sie ist kugelig, oft mit sechs Einbuchtungen. Die Farbe der Früchte ist hellgrün mit gelben Streifen. In der Amla-Frucht befindet sich ein Steinkern, der drei Fächer mit den Samen hat.

Die Früchte des Amla-Baum reifen im Herbst.

Der Geschmack der Beeren ist süß, sauer, scharf, herb und bitter. Die Früchte sind faserreich.

Verbreitung / Vorkommen

Amla Verbreitung

Der Amla-Baum ist ursprünglich in Indien heimisch. Inzwischen wächst Amla in vielen tropischen Gegenden, vor allem in Südostasien.

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