Verstopfung

  

Verstopfung

Unter Verstopfung leidet man, wenn der der Stuhlgang zu selten oder zu fest ist. Verstopfung kommt fast nur in Industrieländern vor. Ab wann man von Verstopfung sprechen kann, hängt von der jeweiligen Person ab. Es gibt Menschen, die am Tag dreimal Stuhlgang haben, andere nur einmal täglich, manch einer nur einmal pro Woche.

Erst wenn der Stuhlgang seltener wird oder plötzlich zu fest ist, spricht man von Verstopfung. Bei der Verstopfung kommen meistens noch Schmerzen, Blähungen, Völlegefühl und Unwohlsein hinzu.

Doch was hilft gegen Verstopfung?


Steckbrief:

Wissenschaftlicher Name: Obstipation


Symptome:

  • Zu seltener oder zu fester Stuhlgang
  • Harter Stuhl
  • Probleme beim Stuhlgang

Achtung!

In extremer Form kann eine Verstopfung in einen lebensgefährlichen Darmverschluss übergehen.

Doch wann wird es gefährlich?

Wenn eine Verstopfung trotz Behandlung nach über einer Woche nicht besser wird und außerdem mit krampfartigen Bauchschmerzen einhergeht, sollte man unbedingt einen Arzt zu Rate ziehen, bzw. den Notarzt rufen.

Chronische Verstopfung

Bei chronischer Verstopfung besteht die Verstopfung länger als 6 Wochen ohne gebessert werden können.

In diesem Fall sollte man zum Arzt gehen, um die Ursache abklären zu lassen.

In vielen Fällen ist dann eine Ernährungsumstellung angeraten und vermehrte Bewegung.


Ursachen:

Verstopfung ist meistens auf eine der folgenden drei Ursachen zurückzuführen:
  • Ballastarme Ernährung
  • Bewegungsmangel
  • Zu wenig trinken

seltener:

  • psychische Probleme wie Stress, Depressionen
  • Schwangerschaft
  • Wirbelsäulenverletzung
  • ungewohntes Essen (Urlaub)
  • Keime im Trinkwasser
  • Einhalten um Schmerzen zu vermeiden (Hämorrhoiden)
  • mangelndes Kauen der Nahrung (Gebissprobleme, hastiges Essen)

Medikamentengruppen mit Verstopfung als Nebenwirkung:

Folgende Mittel können Verstopfung verursachen:

  • Analgetika
  • Antazida (magensäurebindende Mittel)
  • Antiarrhythmika (Mittel gegen Herzrhythmusstörungen)
  • Antidepressiva
  • Antihypertensiva (blutdrucksenkende Mittel)
  • Anti-Parkinson-Medikamente
  • Antirheumatika (Mittel gegen Rheuma)
  • Beruhigungsmittel
  • Codein (Hustensaft)
  • eisenhaltige Mittel
  • Kalzium (Mittel gegen Knochenschwund)
  • Laxanzien (Abführmittel)
  • Lipidsenker (Blutfettsenker)
  • Neuroleptika
  • Opiate (Betäubungsmittel)
  • Schmerzmittel

Bei den Medikamenten ist besonders die ständige Einnahme von Abführmitteln bedenklich, da diese bei längerer Anwendung zur Verstopfung führen. Jede weitere Nutzung des Abführmittels führt zur Verschlimmerung der Verstopfung, weil z.B. die Dickdarmmuskulatur gelähmt wird.


Therapie:

Wichtige Heilpflanzen:

Gegen Verstopfung helfen zahlreiche Heilpflanzen, die auf verschiedene Weise wirken.

Aloe gegen Verstopfung

Mit Anthrachinon-Derivaten:

Diese Abführmittel wirken relativ stark und können zur Gewöhnung führen. Sie reizen den Darm und beschleunigen dadurch die Stuhlpassage im Darm.

Holunder gegen Verstopfung

Schleimige Mittel:

Die Verdauung kann auch durch schleimige Mittel gefördert werden. Die Gleitfähigkeit des Stuhls wird verbessert und er kann besser durch den Darm gleiten.

Flohsamen gegen Verstopfung

Volumen erhöhende Mittel / ballaststoffreiche Mittel:

Wenn das Volumen der Nahrung erhöht wird, kann diese schneller durch den Darm transportiert werden. Das erleichtert die Verdauung. Aus diesem Grund wird bei Verstopfung auch eine ballaststoffreiche Ernährung empfohlen.

Kümmel gegen Verstopfung

Blähungstreibende Kräuter

Kräutertees, die gegen Blähungen helfen, wirken auch gegen Verstopfung, denn sie wirken entkrampfend auf den Darm.

Folgende Kräuter helfen bei Verstopfung, weil sie blähungslindernd sind.

Hier geht es zu einer umfangreichen Liste mit Heilkräutern gegen Verstopfung...


Abführende Teemischung gegen Verstopfung

Diese Teemischung hilft sanft gegen Verstopfung.

Mische zu gleichen Teilen:

  • Pfefferminz-Blätter
  • Fenchel-Samen
  • Holunderblüten
  • Eibisch-Blätter
  • Sennes-Blätter

So bereitet man diesen Tee zu:

  1. Verwende 1 - 2 TL Teemischung für eine große Tasse Tee (250 ml).
  2. Übergieße die Teemischung mit kochendem Wasser.
  3. Lasse den Tee 15 Minuten lang ziehen.
  4. Filter die Teemischung ab.
  5. Trinke den Tee in kleinen Schlucken.

Diesen Tee kann man 3 mal täglich trinken.

Bei chronischer Verstopfung stellt man am besten zusätzlich die Ernährung um: mehr Obst, Gemüse und Ballaststoffe. Außerdem sollte man mehr trinken und sich mehr bewegen.



Ätherische Öle:


Behandlung - Hausmittel:

Feigen gegen Verstopfung

Welches Hausmittel hilft bei starker Verstopfung?

Viele Hausmittel wirken gegen Verstopfung, z.B. Schwedenkräuter, Kaffee, eingeweichte Trockenpflaumen, Flohsamen.


Ernährung:

Äpfel gegen Verstopfung

Die Ernährung spielt bei Verstopfung eine wichtige Rolle.

Doch welches Essen wirkt abführend?

Abführend wirken Feigen, getrocknete Zwetschgen, Apfelsaft, Kaffee.

Eine ballaststoffreiche Ernährung hilft nachhaltig bei Verstopfung.

Frisch und ballaststoffreich

Kurzfristig:

  • Trockenobst wie Aprikosen, Feigen und Pflaumen
  • geriebene Äpfel
  • Apfelsaft
  • Melonen
  • Kaffee, Espresso

Regelmäßig:

  • frisches Obst
  • frisches/rohes Gemüse wie Rhabarber, Salat und Sauerkraut
  • Obst- und Gemüsesaft und zusätzlich viel Wasser
  • ballaststoffreiche Naturprodukte wie Leinsamen, Meeresalgen und Weizenkleie
  • Buttermilch

Verhalten:

Die Lebensweise ist wichtig bei der Behandlung von Verstopfung.

Doch was tun bei Verstopfung?

Regelmäßige Bewegung bei ausreichender Flüssigkeitszufuhr hilft gegen Verstopfung.
  • Gymnastik
  • Walking, Spazierengehen
  • Joggen
Wellness
  • warme Vollbäder
  • kälte Fußbäder
  • Bauchmassage
Entspannung
  • Stressabbau/Stressvermeidung
  • Yoga
  • Autogenes Training

Was hilft schnell gegen Verstopfung?

Bei akuter Verstopfung kann man folgendes versuchen:

  • 1 - 2 Tassen Kaffee trinken, wenn man keinen Kaffee gewöhnt ist.
  • 1 - 2 TL Chia-Samen, Leinsamen oder Flohsamen einnehmen.
  • Dazu 2 Glas lauwarmes Wasser trinken.
  • Im Verlauf des Tages 4 weitere Gläser Wasser trinken.
  • Über Nacht 3 Trockenpflaumen in Wasser einweichen und morgens essen.

Verstopfung bei Kindern

Wie kann man Verstopfung bei Kindern behandeln?

Zunächst sollte geklärt werden, ob überhaupt eine behandlungsbedürftige Verstopfung besteht. Größere Kleinkinder und Schulkinder haben normalerweise ein bis drei Mal am Tag Stuhlgang, manchmal aber auch nur alle zwei Tage. Verstopfung wird es erst, wenn der Kot hart ist, nur schwer ausgeschieden werden kann oder wenn Bauchschmerzen bestehen.

Meistens besteht Verstopfung bei Kindern nur kurzfristig, beispielsweise durch eine Änderung im Leben oder bei der Ernährung.

Bei kurzfristiger Verstopfung hilft es häufig:

  • etwas mehr zu trinken
  • mehr Obst und Gemüse zu essen
  • vedünnte Säfte trinken
  • Tee mit Fenchel und Anis

Wenn die Verstopfung länger besteht, sollte man mit dem Kind zum Kinderarzt gehen, und die Ursachen für die Verstopfung abklären lassen.

In seltenen Fällen kann eine Nahrungsmittel-Allergie zur Verstopfung führen oder das Kind hat sich daran gewöhnt, den Stuhl zu verkneifen, beispielsweise nach dem Sauberwerden.

Manchmal ist es dann auch nötig, ein geduldiges Toilettentraining mit dem Kind durchzuführen, damit es lernt, dass es den Stuhldrang nicht verkneifen sollte.


Verstopfung bei Babies

Wie kann man Verstopfung bei Babies behandeln?

Ein gestilltes Baby oder ein Baby, das mit muttermilchähnlicher Pulvermilch gefüttert wird, hat häufig mehrmals am Tag Stuhlgang, aber auch einmal Stuhlgang pro Woche kann normal sein.

Zu Verstopfung wird der Stuhlgang erst, wenn der Kot hart ist und das Baby Probleme hat ihn auszuscheiden. Auch Bauchschmerzen können auf Verstopfung hindeuten, wenn der Kot fest ist. Bei Bauchmschmerzen ziehen die Babies meistens die Beine an während Sie weinen.

Wenn Babies Verstopfung haben, kann es helfen, wenn sie mehr Flüssigkeit trinken.

Das bedeutet je nach Alter und Situation mehr Muttermilch oder ein Blähungstee, der für Säuglinge geeignet ist. Es gibt spezielle Baby-Tees, die beispielsweise Anis und Fenchel enthalten.

Wenn die Verstopfung bei einem Säugling länger besteht, sollte man zum Kinderarzt gehen, um die Ursache abklären zu lassen und entsprechend zu behandeln.

In manchem Fällen wird der Arzt Mini-Klistiere oder Glycerinzäpfchen verschreiben.


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