Vor Viren schützen: Vitamine und Mineralien

  

Viren Symbolbild

Außer den beschriebenen Heilpflanzen gibt es etliche Möglichkeiten, um gegen Virusinfektionen vorzubeugen und im Fall einer Ansteckung die Beschwerden zu linderrn und den Krankheitsverlauf zu mildern.

Man kann eine Ansteckung zwar nicht mit absoluter Sicherheit verhindern, denn das ist ohne Impfung schwer zu erreichen. Es gibt also keine Garantie. Aber man kann die Wahrscheinlichkeit einer Infektion durch einfache Maßnahmen ganz erheblich reduzieren.

Falls man sich dennoch angesteckt hat, kann man den Krankheitsverlauf mit einfachen Methoden abmildern und erleichtern.


Vorbeugung durch Vitamine und Spurenelemente

Durch ausreichend Vitamine, Mineralien und einige Verhaltensregeln kann man die Gefahr einer Ansteckung durch Viren stark reduzieren.

Bei den Vitaminen und Mineralstoffen geht es in erster Linie darum, Mangelzustände zu beheben und nicht um eine starke Überversorgung mit diesen Stoffen.

Wenn man unter einem Mangel an Vitamin D3 oder Zink leidet, können auch die Heilpflanzen nicht ihre volle Wirkung entfalten. Daher ist es wichtig, einen Mangel von Vitamin D und Zink zu verhindern oder zu beheben.


Vitamin D3

Als besonders wichtiger Faktor bei der Ansteckung mit Viren und Bakterien hat sich Vitamin D erweisen, und zwar in zahlreichen medizinischen Studien. Vitamin D spielt auch eine wichtige Rolle beim Verlauf von Infektionskrankheiten. Vitamin D wird häufig auch als Vitamin D3 bezeichnet.

Wenn man unter Vitamin D Mangel leidet, hat man eine 3-fache Wahrscheinlichkeit sich mit einer Infektionskrankheit anzustecken als jemand ohne diesen Mangel. Mit einer leichten Überversorgung verringert sich die Wahrscheinlichkeit einer Ansteckung um weitere ca. 20%. Laut einer großen Meta-Studie im BMJ vom 15.2.2017 mit dem Titel: "Vitamin D supplementation to prevent acute respiratory tract infections: systematic and meta-analysis of individual praticipant data".

Vitamin D Mangel

Ein großer Teil der Bevölkerung in mittleren und höheren Breiten hat einen mehr oder weniger ausgeprägten Vitamin D Mangel.

Das liegt in erster Linie daran, dass sich die meisten Menschen vorwiegend in Häusern aufhalten.

Vitamin D wird nämlich vom Körper gebildet, wenn wir uns in der Sonne aufhalten, und die Haut dem Sonnenlicht ausgesetzt ist. In nördlichen Ländern (inklusive Deutschland) hat man vor allem im Winter oft zu wenig Sonne, um genug Vitamin D zu bilden. Je dunkler der Hauttyp ist, desto stärker ist diese mangelnde Bildung von Vitamin D ausgeprägt.

Dadurch entsteht bei sehr vielen Menschen unbemerkt ein chronischer Vitamin D Mangel.

Was bewirkt Vitamin D?

Vitamin D hat zahlreiche Wirkungen auf den Körper. Die traditionell bekannteste Wirkung ist die Knochenstärkung. Bei starkem Vitamin D Mangel bekommt man Rachitis mit Knochenerweichung. Durch Vitamin D Mangel kann es auch eher zu Osteoporose bzw. Osteopenie kommen. Das spielt vor allem bei Frauen nach den Wechseljahren eine Rolle.

Die ausgeprägten Wirkungen von Vitamin D auf das Immunsystem sind weniger bekannt, aber im Alltag umso wichtiger.

  • Vitamin D erhöht die Immunantwort des Körpers, und zwar sowohl gegen Viren als auch gegen Bakterien.
  • Vitamin D verhindert eine überschießende Immunreaktion im Fall einer Infektion.
  • Vitamin D fördert die Regeneration der infizierten Schleimhäute, sodass die Schleimhäute die Infektion besser abwehren können.
  • Vitamin D beschleunigt die Reifung der weißen Blutkörperchen (Leukozyten), sodass Infektionen besser bekämpft werden können.

Wo ist Vitamin D enthalten?

Vitamin D ist in einigen Nahrungsmitteln enthalten, z.B.:

  • Fette Fische, z.B. Thunfisch, Lacks
  • Eier
  • Käse

Die wichtigste Quelle für Vitamin D ist jedoch Sonne auf der Haut.

Vitamin D3 als Nahrungsergänzungsmittel

Wenn man unter Vitamin D Mangel leidet oder aufgrund seiner Lebensweise unter Vitamin D Mangel leiden könnte, kann man Vitamin D als Nahrungsergänzungsmittel einnehmen.

Es gibt sehr hochdosierte Vitamin D Präparate und normal dosierte Vitamin D Mittel.

Empfehlenswert ist vor allem ein Vitamin D Präparat, das man täglich einnimmt. Vitamin D Präparate, die man nur einmal monatlich einnimmt, wirken weniger gut. Optimal wirksam ist Vitamin D trotz Speicherfähigkeit nur für 24 Stunden, weil es nur ao lange alle Zellen erreichen kann. Gespeichertes Vitamin D erreicht nur einen Bruchteil der Zellen.

Eine typische Dosierung von täglich anzuwendenen Vitamin D Mitteln ist:

  • 25 Mikrogramm (= 1.000 IU)

Das ist etwas mehr als der empfohlene Bedarf von 20 Mikrogramm bzw. 800 IU. Mit dieser Dosierung kann man einen Mangel schonend ausgleichen und hat letztlich eine leichte Überversorgung. Eine leichte Überversorgung scheint sich sogar günstig auf das Immunsystem auszuwirken. Eine starke Überversorgung sollte jedoch vermieden werden.

Häufig werden Vitamin D Präparate zusammen mit Calcium angeboten, speziell zur Behandlung von Frauen jenseits der Wechseljahre zur Vorbeugung gegen Osteoporose. Oft findet man auch Präparate, bei denen Vitamin D mit Magnesium kombiniert wird, um Knochen und Muskeln zu stärken.

In letzter Zeit werden häufiger Präparate mit Vitamin D und Vitamin K1 und K2 angeboten. Die K-Vitamine erleichtern unter anderem beim Knochen- bzw. Calciumstoffwechsel, dass es im Rahmen der Vitamin D Einnahme nicht zu Nierensteinen kommt.

Nebenwirkungen

Eine häufige Befürchtung beim Thema Vitamin D als Nahrungsergänzungsmittel sind Nebenwirkungen im Zusammenhang mit dem Calcium-Stoffwechsel, z.B. Nierensteine.

Auch das wurde in medizinischen Studien untersucht. In der oben genannten Studie von 2017 kam es sowohl bei der Einnahme von Vitamin D Präparaten als auch bei der Placebo-Gruppe zu folgenden Problemen im Zusammenhang mit Kalzium:

  • Hyperkalzämie (zu viel Calcium im Blut): 0,5% der Studien-Teilnehmer
  • Nierensteine: 0,2% der Studien-Teilnehmer

Das heißt, bei moderater Einnahme von Vitamin D kommt es nicht zu gehäuften Nierensteinen und anderen Kalziumproblemen.

Überdosierung

Bei einer starken Überdosierung von Vitamin D Präparaten kann es jedoch zu Gesundheitsproblemen kommen.

Vitamin D ist fettlöslich und sammelt sich daher im Körper an.

Wenn man erheblich mehr Vitamin D zu sich nimmt als man braucht, kommt es zu einer wachsenden Ansammlung von Vitamin D im Körper.

Bei längerfristiger Überdosierung kann es unter anderem zu folgenden Gesundheitsproblemen kommen:

  • Nierenschädigung
  • Kalkeinlagerungen in verschiedenen Organen
  • Osteoporose

Zink

Zink gehört zu den essentiellen Spurenelementen des Körpers, es ist also unentbehrlich.

Es hat zahlreiche Wirkungen auf den Körper, die vor allem mit Stoffwechselfunktionen zu tun haben. Insbesondere das Immunsystem wird durch Zink erst richtig funktionsfähig.

Zink-Mangel

Zink-Mangel ist relativ häufig in der Bevölkerung, insbesondere bei Senioren, Frauen, Jugendlichen und Säuglingen, die einen erhöhten Bedarf haben.

Die empfohlene Tagesdosis für Zink liegt laut WHO bei 15 mg für Männer und 12 mg für Frauen. Über die Nahrung wird nicht von allen Menschen genügend Zink aufgenommen.

Bei Zinkmangel kann es unter anderem zu folgenden Gesundheitsproblemen kommen:

  • schwaches Immunsystem
  • Unfruchtbarkeit
  • Wachstumsstörungen
  • Trockene Haut
  • Haarausfall

Was bewirkt Zink?

Zink ist notwendig für die Funktion des Immunsystems. Es unterstützt einerseits eine ausreichende Immunreaktion des Körpers, und andererseits verhindert es überschießende Immunreaktionen.

Außerdem ist Zink wichtig für das Zellwachstum und den Aufbau der DNA. Zahlreiche Hormone benötigen Zink für ihre Herstellung. Zudem wird Zink für zahlreiche Stoffwechselfunktionen gebraucht.

Wo ist Zink enthalten?

Zink ist in folgenden Nahrungsmittel vermehrt enthalten:

  • Rotes Fleisch
  • Käse
  • Haferflocken
  • Verschiedene Nüsse, z.B. Sonnenblumenkerne
  • Linsen
  • Pilze
  • Hefen
  • Muscheln
  • Grüner Tee

Zink als Nahrungsergänzungsmittel

Bei Zinkmangel und mangelnder Zinkzufuhr durch die Nahrung kann es sinnvoll sein, Zink als Nahrungsergänzungsmittel zu sich zu nehmen.

Zu Beginn einer Infektion kann es helfen, wenn man ein oder zwei Tage lang eine doppelte Tagesdosis Zink zu sich nimmt.

Zink wird in verschiedenen Formen als Nahrungsergänzungsmittel angeboten. Es gibt Zinktabletten mit normaler Tagesdosis. Außerdem gibt es Zink als Braustabletten.

Häufig enthalten Zinkpräparate weitere Stoffe, die die Zinkwirkung unterstützen sollen, beispielsweise Histidin, Cystedin oder Vitamin C.

Zink gegen Infektionskrankheiten

Anders als manche Gerüchte besagen, ist Zink kein Mittel gegen Infektionskrankheiten.

Wenn kein Zinkmangel besteht, nützt es nichts, größere Mengen Zink zu sich zu nehmen.

Aber wenn ein Zinkmangel besteht, was bei vielen Menschen der Fall ist, dann nützt die Einnahme von Zink durchaus, um das Immunsystem zu stärken. Infektionskrankheiten können dadurch vermieden oder abgemildert werden.

Zink in Heilsalben

Zink ist auch in manchen Heilsalben enthalten, weil Zink die Wundheilung verbessert.

Zinksalben helfen bei Ekzemen, Hautausschlägen, Wundliegen und manchmal auch bei Hautpilzinfektionen.

Nebenwirkungen

Bei normalen Einnahmemengen kommt es bei Zink nicht zu Nebenwirkungen.

Überdosierung

Obwohl zu viel Zink vom Körper ausgeschieden wird, kann es zu Problemen durch Überdosierung kommen.

Zwischen 25 mg und 40 g täglich gilt als maximale Menge, die der Körper ohne Schaden verträgt. Das ist etwa die doppelte empfohlene Tagesdosis.

Wenn man deutlich mehr Zink zu sich nimmt, kann es unter anderem zu folgenden Gesundheitsproblemen kommen:

  • Übelkeit
  • Erbrechen
  • Durchfall
  • Kupfermangel
  • Antibiotika wirken nicht mehr zuverlässig

Vitamin C (Ascorbinsäure)

Vitamin C ist das altbekannte Mittel gegen Erkältungen. Jedoch hat man inzwischen herausgefunden, dass eine Vitamin C Gabe über den Bedarf hinaus nicht gegen Ansteckung hilft und auch nicht den Krankheitsverlauf abmildert.

Der Glaube an Vitamin C als Erkältungshelfer hat aber einen realen Hintergrund.

Vitamin C Mangel

Der tägliche Vitamin C Bedarf liegt bei etwa 100mg/Tag.

Bei einem Vitamin C Mangel kommt es unter anderem zu einer erhöhten Infektionsneigung. Man steckt sich schneller an und der Krankheitsverlauf ist schwerer, weil der Körper nicht in der Lage ist, die Krankheit ausreichend gut abzuwehren.

Wenn man also unter Vitamin C Mangel leidet, ist es hilfreich, Vitamin C zu sich zu nehmen, um gegen eine Infektionskrankheit vorzubeugen. Das sollte man aber besser schon deutlich vor der möglichen Ansteckung tun und nicht erst, wenn man schon Krankheitssymptome verspürt.

Bei normaler Ernährung tritt in den Industrieländern eher selten ein Vitamin C Mangel auf. Studien haben bei ca. 7% der Bevölkerung einen Vitamin C Mangel festgestellt, wobei arme und ungebildete Menschen häufiger unter Vitamin C Mangel leiden als reiche und gebildete Menschen. Das hängt unter anderem damit zusammen, dass Vitamin C für viele Menschen ein Begriff ist oder sogar DAS Vitamin schlechthin. Unter einer vitaminreichen Ernährung verstehen die meisten Menschen eine Ernährung mit viel Vitamin C, also beispielsweise Obst und Gemüse. Wer ein wenig auf seine Ernährung achtet, bekommt meistens genug Vitamin C.

Wer sich jedoch vorwiegend mit "ungesunder" einseitiger Nahrung ernährt, kann durchaus einen Vitamin C Mangel entwickeln. Dann sollte man sich entweder vitaminreicher ernähren oder zumindest Vitamin C Präparate einnehmen, und zwar unabhängig von einer möglichen Ansteckungsgefahr.

Wo ist Vitamin C enthalten?

Vitamin C ist beispielsweise in folgenden Nahrungsmitteln enthalten:

  • Zitrusfrüchte
  • Brokkoli
  • Kohlarten
  • Sauerkraut
  • Hagebutte
  • Brennnessel
  • Schwarze Johannisbeere

Vitamin C als Nahrungsergänzungsmittel

Vitamin C wird als Tablette, Brausetabletten und in zahlreichen Multivitamin-Präparaten angeboten.

Die meisten dieser Präparate beinhalten eine einfache Tagesdosis oder etwas mehr Vitamin C. Diese Präparate sind sinnvoll, um einen Vitamin C Mangel durch tägliche Einnahme auszugleichen.

Manche Präparate enthalten hoch dosiertes Vitamin C. Solche Präparate sind nicht dafür gedacht, einen einfachen, nahrungsbedingten Mangel auszugleichen, sondern sie sind als extra Medikament gedacht unabhängig vom Vitamin C Bedarf. Diese überdosierten Anwendungen sind jedoch nicht durch wissenschaftliche Studien belegt. Hochdosierte Einnahme von Vitamin C ist sogar eher schädlich als nützlich.

Nebenwirkung

Bei normaler Dosierung hat Vitamin C keine Nebenwirkungen.

Überdosierung

Überschüssiges Vitamin C wird zwar aus dem Körper ausgeschieden, weil es wasserlöslich ist. Dennoch kann eine Überdosis gesundheitsschädliche Wirkungen haben.

Ab 1 g Ascorbinsäure kann es zu Nierensteinen kommen.

Im Harn kann es zu vermehrter Ausscheidung von Harnsäure und Oxalaten kommen.