Video: Heilpflanze: Johanniskraut


  

Heilpflanze: Johanniskraut In diesem Video stelle ich die Heilpflanze Johanniskraut vor.

Dauer: 9:19


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Das Johanniskraut steht im Ruf, das Licht der Sonne speichern und in traurige Gemüter bringen zu können. Das ist schon von Paracelsus aus der frühen Neuzeit überliefert und wurde tatsächlich von der medizinischen Forschung bestätigt, zumindest der Teil, dass Johanniskraut gegen Depressionen hilft.

Andere Anwendungsgebiete des Johanniskrautes sind vielfältig. Unter anderem hilft es gegen: Schlafstörungen Wechseljahrsbeschwerden Verdauungsschwäche Reizdarm Rückenschmerzen Ekzeme Juckreiz

Für diese anderen Anwendungsgebiete kann man Tees, Tinkturen oder Zubereitungen aus Johanniskrautöl einsetzen.


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Das Johanniskraut.

Das Johanniskraut ist eine klassische Mittsommerpflanze.
Seine Blütezeit beginnt etwa zur Zeit der Sommersonnenwende am 21.6.
kurz vor dem Johannistag. Vom Johannistag hat das Johanniskraut auch seinen Namen.

Das Johanniskraut steht im Ruf, das Licht der Sonne speichern
und in traurige Gemüter bringen zu können.
Das ist schon von Paracelsus aus der frühen Neuzeit überliefert
und wurde tatsächlich von der medizinischen Forschung bestätigt,
zumindest der Teil, dass Johanniskraut gegen Depressionen hilft.

Das Johanniskraut ist eine mehrjährige Pflanze und wird zwischen 50 cm und 1 m hoch.
Im oberen Bereich sind seine harten Stängel stark verzweigt.
An kurzen Zweigen und direkt am Stängel hat das Johanniskraut kleine ovale Blätter.
Wenn man die Blätter genauer von unten betrachtet,
sieht man kleine, schwarze Punkte und Löcher, durch die das Sonnenlicht scheint.
Diese Löcher sind Öldrüsen.

Die kleinen Löcher sind ganz typisch für das Johanniskraut
und haben ihm auch einen Teil seines lateinischen Namens gegeben.
Das Johanniskraut heißt nämlich Hypericum perforatum.
Perforatum heißt durchlöchert.
Hypericum ist der Gattungsname, das heißt, auch andere Johanniskrautarten tragen ihn.
Es gibt sogar eine ganze Familie der Johanniskrautgewächse.
Als Wildpflanze gedeiht in Mitteleuropa aber nur das Johanniskraut häufig.
Andere Arten kommen hierzulande nur als Zierpflanzen vor.

Die gelben Blüten erscheinen ab Ende Juni, mancherorts auch schon früher.
Die Blüten haben 5 Blütenblätter und zahlreiche Staubblätter.
Sie stehen in üppigen Trugdolden zusammen.

Die Blütezeit geht von Juni bis August, vereinzelt auch noch länger.

Das Johanniskraut kommt in Europa, Nordafrika und Westasien vor.
In Ostasien findet man es selten oder eingeschleppt.
Eingeschleppt wurde es auch in Amerika und Australien.

Das Johanniskraut wächst im Halbschatten und in der Sonne.
Man findet es von der Ebene bis in mittlere Höhen.
Es wächst an Wegrändern, an Böschungen, an Waldrändern.
Selbst auf Schotter gedeiht es und auf Schuttplätzen und im Brachland.

Die Wirkstoffe des Johanniskrautes sind zahlreich.

Sein Hauptwirkstoff heißt Hypericin.
Es ist ein roter Farbstoff.
Hypericin wirkt gegen Depressionen und hat außerdem antibiotische Wirkung.
Aber es wirkt auch photosensibilisierend ,
sodass die Haut empfindlich auf Sonnenlicht reagiert.

Ein weiterer typischer Wirkstoff des Johanniskrautes heißt Hyperforin.
Auch Hyperforin wirkt antidepressiv.
Es wirkt unter anderem als Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer,
genau wie viele chemische Antidepressiva.

Außerdem enthält das Johanniskraut:
Flavonoide
Bitterstoffe
Gerbstoffe
Ätherische Öle
und Phytohormone:
Eines der Phytohormone heißt Beta-Sitosterol und ist östrogenähnlich.
Ein anderes heißt Taraxasterol.
Dieser leberschützende Wirkstoff kommt auch im Löwenzahn vor,
von dem es seinen Namen hat.

Die bekannteste Wirkung des Johanniskrautes ist die stimmungsaufhellende Wirkung.
Selbst wenn es nur diese eine Wirkung hätte,
wäre das Johanniskraut schon eine sehr wertvolle Heilpflanze,
aber es hat noch mehr zu bieten.
Es wirkt:
Adstringierend
Beruhigend
Blutbildend
Entzündungshemmend
Krampflösend
Schmerzstillend und
Tonisierend

Weil das Johanniskraut eine stark wirkende Heilpflanze ist,
hat es leider auch einige Neben- und Wechselwirkungen.

Seine Haupt-Nebenwirkung ist, dass es sonnenempfindlich macht.
Nachdem man hoch dosiertes Johanniskraut eingenommen oder auf der Haut angewendet hat,
sollte man kein ausgiebiges Sonnenbad nehmen.

Johanniskraut wirkt sich außerdem auf die Leber aus,
sodass andere Medikamente schneller abgebaut werden.
Dadurch wird ihre Wirkung abgeschwächt und in manchen Fällen verstärkt.
Wechselwirkungen bestehen unter anderem mit folgenden Medikamentengruppen:
Pille
Antibiotika
AIDS-Medikamente
Chem. Antidepressiva
Herzglykoside
Gerinnungshemmer
Antiepileptika
Wegen dieser Wechselwirkungen ist es wichtig,
dass man den Beipackzettel genau liest, bevor man hochdosiertes Johanniskraut einnimmt.

Das wichtigste Anwendungsgebiet des Johanniskrautes sind leichte bis mittelschwere Depressionen.
Dazu muss man es aber in hoher Dosis einnehmen,
deutlich höher dosiert als in Tees oder Tinkturen möglich wäre.
Die notwendigen hohen Dosierungen erhält man als Tabletten in der Apotheke oder Drogerie.

Andere Anwendungsgebiete des Johanniskrautes sind vielfältig.
Unter anderem hilft es gegen:
Schlafstörungen
Wechseljahrsbeschwerden
Verdauungsschwäche
Reizdarm
Rückenschmerzen
Ekzeme
Juckreiz

Für diese anderen Anwendungsgebiete kann man Tees, Tinkturen
oder Zubereitungen aus Johanniskrautöl einsetzen.

Als Tee kann man das Johanniskraut allein oder in Mischtees verwenden.
Dazu nimmt man das ganze blühende Kraut.
Für den Tee macht man einen Aufguss,
d.h. einen Teelöffel Kraut pro Tasse wird mit kochendem Wasser übergossen
und 10 - 15 Minuten ziehen gelassen.

Auch eine Tinktur kann man aus dem blühenden Kraut herstellen.
Dazu übergießt man das Kraut mit hochprozentigem Schnaps
und lässt die Mischung zwei bis 6 Wochen lang ziehen.

Tee und Tinkturen kann man gegen Verdauungsbeschwerden, Schlaflosigkeit
und Wechseljahrsbeschwerden einnehmen.

Für das berühmte Johanniskraut-Öl nimmt man nur die Blüten,
die man an einem trockenen, sonnigen Tag sammelt.
Die Blüten werden mit Öl übergossen und 6 Wochen an einem sonnigen Platz ziehen gelassen.
Das Öl wird im Verlauf dieser Zeit leuchtend rot.

Johanniskrautöl kann man äußerlich für Einreibungen
und zur Herstellung von Cremes und Salben verwenden.

Die Sammelzeit für das Johanniskraut entspricht der Blütezeit,
also von Juni bis August.

Mit dem Johanniskrautöl machen wir jetzt noch ein Einreibeöl gegen Rückenschmerzen.
Man kann auch einfach das reine Johanniskrautöl zum Einreiben nehmen.
Aber mit ätherischen Ölen wirkt es noch intensiver.

Als ätherische Öle verwende ich Minzöl, Latschenkiefer-Öl und Rosmarin-Öl.
Alle wirken durchblutungsfördernd.
Man könnte auch nur das Minzöl verwenden und hätte in etwa die gleiche Wirkung.

Die Herstellung des Einreibe-Öls ist wirklich ganz einfach.
Ich öffne die Flasche und tropfe von jedem ätherischen Öl etwa 10 Tropfen ein.
Dann verschließe ich die Flasche und schüttel sie kräftig.

Nun kann man das Öl zum Einreiben und Massieren verwenden.
Es hilft gegen Rückenschmerzen und Verspannungen aller Art.

Das Öl hält sich bis zu ein Jahr bzw. so lange, wie das Johanniskrautöl haltbar ist.

Wie wir gesehen haben, ist Johanniskraut eine wichtige Heilpflanze
mit einer besonderen Haupt-Anwendung, der Depression,
und vielen anderen Anwendungsgebieten.


Disclaimer: Frage Deinen Arzt oder Apotheker
Der Besuch dieser Seite kann nicht den Besuch beim Arzt ersetzen.
Ziehe bei ernsthaften oder unklaren Beschwerden unbedingt Deinen Arzt zu Rate.


  


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