Material für die Salbenküche


Cremezutaten

Das Material für die Salbenküche ist mannigfaltig. Es gibt einige Grundsubstanzen, die regelmäßig verwendet werden, aber auch etliche selten benutzten Spezialstoffe.





Öle

Pflanzenöle können fast alle empfohlen werden. Ein Mandelöl ist natürlich schick und auch besonders hautfreundlich, wo mir auch grad Jojobaöl einfällt (wirklich ein geniales Öl). Aber zur Not mache ich eine Creme auch mit dem gleichen Distelöl, mit dem ich meine Zwiebeln anbrate. Das Ergebnis ist immernoch besser, als das von kommerziellen Cremes.
Für Heilsalben bevorzuge ich Olivenöl oder Jojobaöl.


Gelbes Bienenwachs Konsistenzgeber

Konsistenzgeber sind all die Stoffe, die die Mischung aus Öl und Wasser, bzw. Öl alleine eine schmierbare Creme bzw. Salbe machen. Sie machen die Gesamtmischung dicker. Die unterschiedlichen Konsistenzgeber wirken und verhalten sich unterschiedlich.
In einer Salbe oder Creme können mehrere Konsistenzgeber gemischt werden.

Fettlösliche Verdickungsmittel

  • Bienenwachs, gute Schutzwirkung, bleibt als Film schützend stehen. Leichte Emulgatorwirkung als Co-Emulgator. Härtet recht stark.
  • Kakaobutter, aus Kakaobohnen, bietet gute Zusatzfettung. Härtet nur wenig.
  • Shea-Butter, ein Stoff, der auch in der Haut vorkommt. Wird aus dem afrikanischen Karite Baum gewonnen. Sehr heilsam und macht die Creme schön streichfähig. Hat einen geringen, natürlichen Lichtschutzfaktor. Leichte Emulgatorwirkung als Co-Emulgator. Härtet schwach. (siehe: Sheabutter bei Naturkosmetik-selbstgemacht.de)
  • Lanolin (Wollwachs), sehr weich, aber gute Heilwirkung. Gute Emulgatorwirkung. Härtet nur sehr wenig.
  • Cetylalkohol, eine feste Substanz, die hauteigenen Substanzen ähnelt und daher leicht einzieht. Stabilisiert Emulsionen. Härtet sehr stark.

Natürlich gibt es noch mehr Konsistenzgeber, doch mit den aufgezählten kommt man prima aus.

Wasserlösliche Verdickungsmittel zur Kaltanwendung

  • Gelbildner, für wässrige, kaltgeschüttelte Gels.
  • Xanthan, für wässrige, kaltgeschüttelte Gels.
  • Gelatine, für wässrige, erhitzte Gels.
  • AgarAgar, für wässrige, gekochte Gels.
  • Johannisbrotkernmehl, für gekochte Anwendungen.
Natürlich gibt es noch mehr Konsistenzgeber, doch mit den aufgezählten kommt man prima aus.


Emulgatoren

Emulgatoren sind das Geheimnis, das den Unterschied zwischen Salbe und Creme ausmacht.

Sie sind in der Lage Fett- und Wassermoleküle zu verbinden. Normalerweise trennen sich Fett und Wasser nämlich, wenn man sie einfach so zusammenmischt.

Emulgatoren können sich auf der einen Seite mit dem Wasseranteil und auf der anderen Seite mit dem Fettanteil verbinden und dadurch entstehen Emulsionen. Jede Creme ist eine Emulsion.

Je nachdem, ob der Wasser- oder der Fettanteil höher ist, unterscheidet man verschiedene Arten von Emulsionen.

  • Viel Öl gruppiert sich um wenig Wassermoleküle: Wasser-in-Öl-Emulsion (W/O).
  • Viel Wasser gruppiert sich um wenig Ölmoleküle: Öl-in-Wasser-Emulsion (O/W).

Die meisten Emulgatoren sind auf einen Emulsionstyp spezialisiert. Nur wenige Emulgatoren können beide Arten von Emulsion bilden, je nachdem, in welchen Anteilen man Fett und Wasserbestandtteile zusammenfügt.

Nachfolgend findest du Beschreibungen über die Emulgatoren, die wir in den Rezepten verwenden.


Lanolin anhydrid (Wollwachs ohne Wasser)

Lanolin ist ein natürliches Wachs, das von Schafen gebildet wird, um ihre Wolle wasserfest zu machen. Lanolin ist bräunlich und klebrig.

Mit Lanolin kann man Wasser-in-Öl-Emulsionen zubereiten. Es bindet etwa die doppelte Menge des Eigengewichtes an Wasser.

Die entstehenden Cremes sind relativ fettig und zäh. Als Gesichtscreme sind sie eher nicht geeignet, aber dafür umso besser als medizinische Cremes.

Ausser dem emulgierenden Effekt hat Lanolin eine starke Heilwirkung auf die Haut. Es wirkt heilend auf Ekzeme und schlecht heilende Wunden und bewahrt die Haut vor Austrocknung.

Manche Menschen reagieren allergisch auf Lanolin. Diese Menschen sollten Lanolin nicht als Creme benutzen. Als Gesichtscreme benutzt, kann Lanolin ausserdem bei manchen Menschen die Entstehung von Mitessern fördern. Minderwertiges Lanolin enthält manchmal recht viele Pestizide, was aus der heilwirksamen Substanz eine schädigende Substanz macht. Daher ist es wichtig, nur hochwertiges Lanolin zu kaufen, beispielsweise in der Apotheke.

Achtung!
Lanolin kann man mit und ohne Wasser kaufen.

Für die Cremezubereitung braucht man unbedingt Lanolin ohne Wasser, denn das Wasser wollen wir ja selbst hinzufügen.

Speziell in Apotheken wird unter dem Begriff "Lanolin" oft ausschliesslich das wasserhaltige Lanolin verstanden.

Unter folgenden Bezeichnungen versteht man Lanolin ohne Wasser:

  • Lanolin anhydrid
  • Wollwachs ohne Wasser
  • Adeps lanae sine aqua

Kurzinfo:

  • Emulsionsart: Wasser-in-Öl-Emulsionen (W/O)
  • Wasseraufnahme: Maximal doppelte Menge
  • Verwendungsmenge: ca. 20%
  • Schmelztemperatur: 42°C
  • Eigenschaften: Leicht verdickend, zäh, bildet Schutzfilm, hautheilend
  • Nachteile: Relativ häufig allergische Reaktionen

Siehe:


Wollwachsalkohole

Wollwachsalkohole sind die Teile des Lanolins, die emulgierend wirken.

Daher haben Wollwachsalkohole eine deutlich stärkere Emulgierfähigkeit als Lanolin anhydrid. Mit Wollwachsalkoholen kann man bis zum Sechsfachen des Eigengewichtes an Wasser binden.

Mit Wollwachsalkoholen kann man eine Wasser-in-Öl-Emulsion herstellen, wobei der Wasseranteil fast 50% der Gesamtmenge erreichen kann.

Im Gegensatz zum Lanolin sind die Wollwachsalkohole nicht zäh und bilden daher auch geschmeidigere Cremes mit einer herrlichen Konsistenz. Der Film, den Cremes mit Wollwachsalkoholen auf der Haut hinterlassen ist deutlich geringer als mit Lanolin. Man kann Wollwachsalkohole und Lanolin auch mischen, wenn man die Eigenschaften von beiden kombinieren will.

Mit trinkbarem Alkohol haben Wollwachsalkohole nichts gemeinsam, ausser dass sie chemisch zur gleichen Familie gehören. Wollwachsalkohole werden als relativ harte Perlen oder Körner angeboten, wie man auf dem Foto erkennen kann.

Bei der Cremeherstellung kann man Wollwachsalkohole ähnlich wie Lanolin einsetzen, man braucht jedoch nur etwa ein Drittel der Menge des Lanolins und etwas weniger Konsistenzgeber.

Leider sind Wollwachsalkohole ziemlich teuer, was aber durch die angenehme Qualität der daraus hergestellten Cremes voll gerechtfertigt wird.

Wie beim Lanolin muss man auch bei den Wollwachsalkoholen darauf achten, dass man eine gute Qualität bekommt, um Pestizidrückstände zu vermeiden.

Beim Einkaufen muss man darauf achten, dass man echte Wollwachsalkohole bekommt, also die harten Perlen, denn beispielsweise in Apotheken werden kaum reine Wollwachsalkohole verwendet, sondern fast ausschliesslich Eucerin, das teilweise aus Wollwachsalkoholen besteht. Im Zweifelsfall muss man den Verkäufern genau erklären, was man haben will.

Kurzinfo:

  • Emulsionsart: Wasser-in-Öl-Emulsionen (W/O)
  • Wasseraufnahme: Maximal 6-fache Menge
  • Verwendungsmenge: ca. 10%
  • Schmelztemperatur: 62°C
  • Eigenschaften: Stark verdickend, bildet leichten Schutzfilm, hautheilend
  • Nachteile: Nur selten allergische Reaktionen

Siehe:


Eucerin ®

Eucerin besteht zu grossen Teilen aus Wollwachsalkoholen - eine Information, die auch sehr verbreitet ist und die auch für Eucerin spricht.

Allerdings hat Eucerin eine völlig andere Konsistenz als Wollwachsalkohole, es ist nämlich gelartig, fettig und salbenartig.

Wenn man genauer nachforscht, erfährt man, dass Eucerin ausser Wollwachsalkoholen noch Vaseline und ähnliche Substanzen enthält, also Mineralöl-Produkte.

Als Macher von Kräutercremes ist man davon erst mal entsetzt, denn Mineralölprodukte gehören ja zu den grossen Tabus.

Aber Eucerin hat ein paar sehr angenehme Eigenschaften, die den Schrecken über die Mineralölprodukte dann wieder etwas ausgleichen.

Man kann es ähnlich wie Lanolin als Emulgator einsetzen und erhält sehr angenehm geschmeidige Cremes. Doch das kann man auch mit reinen Wollwachsalkoholen.

Man kann Eucerin auch als Konsistenzgeber verwenden, was von der Haut meistens sehr dankbar angenommen wird, aller Vaseline zum Trotz. Aber diese Aufgabe kann beispielsweise Sheabutter noch viel besser übernehmen.

Aber man kann auch Cremes mit Eucerin als Emulgator kalt anrühren und enthält als Ergebnis herrliche, wenn auch fettreiche Cremes. Als schnell zubereitete Heilcremes sucht dieser Einsatzzweck seinesgleichen.

Daher habe ich das Eucerin mit seinen Mineralölbestandteilen aus der Tabu-Ecke gezogen und testweise einige Creme damit zubereitet, die ich nach und nach vorstellen werde.

Kurzinfo:

  • Emulsionsart: Wasser-in-Öl-Emulsionen (W/O)
  • Wasseraufnahme: Maximal 2-fache Menge
  • Verwendungsmenge: ca. 25%
  • Eigenschaften: Leicht verdickend, hautpflegend
  • Nachteile: Enthält Vaseline

Siehe:


Tegomuls (= Hydrogenated Palm Glyceride)

Jean Pütz hat für seine Hobbythek-Sendungen mehrere Emulgatoren entdeckt, die normalerweise für Lebensmittel verwendet werden. Sie sind also essbar.

Mit diesen Emulgatoren kann man richtig geschmeidige Cremes herstellen, die den Vergleich mit kommerziellen Cremes nicht scheuen müssen. Ganz im Gegenteil: weil die Zutaten grossteils natürlich sind, halte ich die selbstgemachten Cremes für besser.

Tegomuls, einer der Emulgatoren wird normalerweise für Eiscreme oder Tortenböden verwendet. Es wird vor allem aus Palmfett gewonnen und zu geringeren Anteilen aus Stearinsäure, einem Stoff, der beispielsweise in Rindertalg enthalten ist.

Tegomuls, bindet ziemlich viel Wasser (etwa die achtfache Wassermenge) und ist einfach in der Handhabung. Es ergibt eine Öl-in-Wasser-Emulsion.

Tegomuls schmilzt ab etwa 50°C und wird in der Fettphase erhitzt. Für eine Creme braucht man etwa 5-10% Tegomuls von der Gesamtmenge.

Problematisch ist Tegomuls nur, wenn man eine Creme mit niedrigem PH-Wert, also sauer, zubereiten will. Und es macht Probleme, wenn der Wasseranteil zu niedrig wird, vor allem in Kombination mit Cetylalkohol, was zusätzliches Wasser binden will.

Tegomuls eignet sich sehr gut für Gesichtscremes und Lotionen. Für medizinische Cremes ist oft der Wasseranteil zu hoch, was aber bei manchen Cremes durchaus erwünscht sein kann.

Tegomuls kann man in Apotheken bestellen, auch wenn die Mitarbeiter dort es meistens gar nicht kennen. Die gängigen Apothekengrosshändler können es liefern.

Auch in Internetshops und speziellen Kosmetikzutaten-Läden bekommt man Tegomuls.

Kurzinfo:

  • Emulsionsart: Öl-in-Wasser-Emulsionen (O/W)
  • Wasseraufnahme: 10-fache Menge
  • Verwendungsmenge: 2% - 15%
  • Schmelztemperatur: 50-55°C
  • Eigenschaften: Ziemlich stark verdickend, matte, leichte Cremes
  • Nachteile: weisselt etwas auf der Haut, empfindlich auf Säuren und div. Zusatzstoffe

Siehe:


Emulsan (= Methyl Glucose Sesquistearate)

Emulsan ist ein Emulgator, der Öl-in-Wasser-Emulsionen mit einem mittleren und hohen Fettanteil ermöglicht.

Cremes mit Emulsan eignen sich für trockene, empfindliche Haut.

Emulsan hat außer der emulgierenden und einer recht starken konsistenzgebenden Eigenschaft auch die Fähigkeit, die Haut mit Feuchtigkeit zu versorgen. Es macht die Haut glatt und weich und hinterlässt einen feinen schützenden Film.

Man erhält Emulsan in Form von gelblichen Pastillen, die an Bienenwachs oder Wollwachsalkohole erinnern.

Emulsan ist rein pflanzlich und besteht aus Palmitin- Stearinfettsäure und Glucose.

Am Anfang sind Cremes mit Emulsan noch ziemlich flüssig, dicken aber innerhalb einiger Stunden an.

Bei den meisten Rezepten kann man Emulsan durch Lamecreme ersetzen, und umgekehrt.

Kurzinfo:

  • Emulsionsart: Öl-in-Wasser-Emulsionen (O/W)
  • Wasseraufnahme: 6-8-fache Menge
  • Fett-Wasser-Verhältnis: 1:1 bis 1:2
  • Verwendungsmenge: 2% - 8%
  • Schmelztemperatur: ca. 60-65°C
  • Eigenschaften: Ziemlich stark verdickend, relativ fette Cremes, gute Stabilität
  • Nachteile:

Siehe:


Reinlecithin-Granulat Reinlecithin (= Lecithin)

Lecithin hat eine ausgeprägte emulgierende Wirkung und wird daher häufig in der Lebensmittelindustrie verwendet. Man kann aber auch Cremes mit Lecithin als Emulgator herstellen.

Lecithin ist ein wichtiger Bestandteil des Körpers, der für die Zellmembranen, den Stoffwechsel und die Gehirnaktivität benötigt wird. Daher wird Lecithin auch gerne als Nahrungsergänzung zur Verbesserung der Gesundheit angeboten. Normalerweise nehmen wir jedoch ausreichend Lecithin mit der normalen Nahrung auf. Chemisch gesehen gehört Lecithin zu den Phospholipiden oder auch Phosphoglyzeriden.

Vor allem in Sojabohnen ist viel Lecithin enthalten. Daher wird käufliches Lecithin meistens aus Sojabohnen hergestellt. Darum ist es wichtig, beim Kauf von Lecithin darauf zu achten, dass es aus Sojabohnen ohne Gentechnik-Anbau stammt.

Die Cremes, die man mit Lecithin herstellen kann, sind entweder Öl-in-Wasser-Emulsionen oder Wasser-in-Öl-Emulsionen, je nachdem wieviel Wasser bzw. Fett man zugibt.

Sie neigen dazu, leicht puddingartig zu bleiben. Mit Bienenwachs als Konsistenzgeber fällt diese Puddingneigung jedoch kaum aus, es wird eine nahezu normale Creme-Konsistenz.

Besonderheiten des Reinlecithins

Reinlecithin ist Lecithin fast in Reinform. 98% reines Lecithin sind der Normalfall.

Man erhält Reinlecithin als Granulat und Pulver.

Normalerweise wird Reinlecithin nur in der Küche oder Lebensmittelindustrie eingesetzt, aber man kann auch Cremes daraus zubereiten, wenn das auch nicht allgemein bekannt ist.

Reinlecithin ist etwas problematischer in der Anwendung als andere Emulgatoren, denn es löst sich eher schlecht auf. Man kann Reinlecithin wahlweise in Öl oder in Wasser auflösen, vorzugsweise in warmer Flüssigkeit.

Einmal aufgelöst kann man Reinlecithin wahlweise als Kalt- oder Warmemulgator einsetzen.

Reinlecithin als Granulat

Reinlecithin-Granulat sind bräunliche Körnchen, die geschmacklich etwas an Wachs erinnern.

Als Granulat wird Reinlecithin für Nahrungsergänzungs-Zwecke angeboten.

Es eignet sich auch zur Cremeherstellung.

Bei Bestellungen im Internet muss man häufig unter Nahrungsergänzungsmitteln suchen, um Reinlecithin-Granulat bestellen zu können. In Apotheken kann man es auch bestellen, wenn es auch manchmal nicht leicht zu erhalten ist.

Bei der Auflösung in der warmen Fettphase besteht die Gefahr, dass es zuviel Reinlecithin für die Ölmenge ist und die Lösung daher übersättigt wird. Ein Teil des Reinlecithins löst sich auf, ein Rest verklumpt sich. Dieses Problem entfällt bei Cremes mit hohem Fettanteil.

Bei der Auflösung in warmem Wasser werden die Granulatstückchen nach und nach immer kleiner und lösen sich auf, bis das Wasser puddingartig aufquillt. Bei dieser Methode muss man die Fettphase in die Wasserphase giessen, also umgekehrt wie sonst üblich.

Generell klappt die Auflösung des Reinlecithins bei Granulat aber relativ gut, wenn man den Granulatkörnern ausreichend warme Flüssigkeit anbietet.

Reinlecithin als Pulver

Reinlecithin-Pulver ist ein gelbliches Pulver.

Als Pulver wird Reinlecithin in der Nahrungsmittelindustrie und zum Backen angeboten.

Manche Shops für Kosmetikzubehör bieten Reinlecithin-Pulver auch gezielt für Cremes an.

Beim Auflösen des Reinlecithin-Pulvers besteht vor allem die Gefahr der Verklumpung.

Am besten geht es, wenn man Öl oder Wasser erhitzt und das Reinlecithin-Pulver dann durch ein Teesieb streicht und in der Flüssigkeit verrührt.

Wenn es trotzdem zu Klumpenbildung kommt, muss man die klumpige Flüssigkeit erneut durch ein Sieb streichen.

Kurzinfo:

  • Emulsionsart: Öl-in-Wasser-Emulsionen (O/W) oder Wasser-in-Öl-Emulsionen (W/O)
  • Fettaufnahme: Maximal 3-fache Menge
  • Verwendungsmenge: 8% - 12%
  • Eigenschaften: Mittel stark verdickend, hautpflegend
  • Nachteile: hellbräunliche Cremes, Löst sich etwas schwierig auf, wahlweise in Öl oder Wasser

Siehe:

  • Rezept ist in Vorbereitung


Fluidlecithin CM (= Glycine Soja, Lecithin, Tocopherol)

Fluidlecithin CM ist Reinlecithin, das bereits in Öl aufgelöst ist, um die Anwendung zu vereinfachen. Für Fluidlecithin CM wird das Lecithin meist in Sojaöl aufgelöst. Ausserdem enthält es 35% Cholinlecithin und 15% andere Phospholipide.

Die sirupartige Flüssigkeit ist braun und klebrig.

Man kann Fluidlecithin kalt oder warm anwenden.

Dadurch eignet es sich für Badeöle, Gels und Cremes.

Alles, was man mit Fluidlecithin CM zubereitet, wird gelb und hat einen relativ starken Eigengeruch, der sich auch mit ätherischen Ölen nur schwer überdecken lässt.

Kurzinfo:

  • Emulsionsart: Öl-in-Wasser-Emulsionen (O/W) oder Wasser-in-Öl-Emulsionen (W/O)
  • Fettaufnahme: 1:1
  • Verwendungsmenge: 8% - 12%
  • Schmelztemperatur: bereits zähflüssig
  • Eigenschaften: hautpflegend
  • Nachteile: gelbe Cremes, puddingartig, relativ starker Eigengeruch, relativ teuer

Siehe:


Fluidlecithin Super (= Lecithin, Carthamus Tinctorius, Tocopherol)

Fluidlecithin Super vermeidet einige der Nachteile von Fluidlecithin CM, so färbt es nicht gelb und die Cremes werden weniger puddingartig.

Fluidlecithin Super ist aber auch erheblich teurer als Fluidlecithin CM.

Es wird normalerweise in Distelöl gelöst und enthält einen hohen Anteil an Cholinlecithin, das offenbar teuer ist als andere Phospholipide.

Kurzinfo:

  • Emulsionsart: Öl-in-Wasser-Emulsionen (O/W) oder Wasser-in-Öl-Emulsionen (W/O)
  • Fettaufnahme: 1:1
  • Verwendungsmenge: 8% - 12%
  • Schmelztemperatur: bereits zähflüssig
  • Eigenschaften: hautpflegend
  • Nachteile: leicht puddingartig, sehr teuer

Siehe:



Wasser

Für eine Creme brauchst du Wasser. Wenn du ganz sicher gehen willst, kannst du destilliertes Wasser nehmen.

Ich habe jedoch seit langem gute Erfahrungen mit einfachem stillen Mineralwasser gemacht.

Aufkochungen als Tee haben viel Ärger in Form von Schimmel und gammeln gebracht. Daher setze ich die Kräuter inzwischen lieber als Kräuteröl oder - tinktur ein.



Wirksame Substanzen

Alle anderen Stoffe habe ich jetzt mal als wirksame Substanzen zusammengefaßt.

Wenn wir eine Heilsalbe machen wollen, nehmen sie eigentlich den ersten Platz unserer Überlegungen ein. Allerdings bewirkt auch schon die Wahl des Öls und der Konsistenzgeber eine gewisse Heilfähigkeit der Salbe.

Spezielle Wirkstoffe, die hautwirksam sind


D-Panthenol

D-Panthenol ist ein Vitamin der B-Gruppe.

Normalerweise ist es in Weizenkeimen, Getreideerzeugnisen, Eiern, Gemüse, Hefe und Leber enthalten.

Es unterstützt Heilungsprozesse der Haut. Das Zellwachstum der Haut wird beschleunigt; dadurch erneuert sich die Haut schneller.


Harnstoff (Urea)

Harnstoff ist ein normaler Bestandteil der Haut.

Fast in jeder Körperflüssigkeit ist Harnstoff enthalten; es handelt sich um ein Abbauprodukt des Eiweisstoffwechsels.

Über den Schweiss gelangt Harnstoff auf die Haut und sorgt dort dafür, dass die Feuchtigkeit auf der Haut gebunden wird. So schützt der Harnstoff die Haut vor dem Austrocknen.

Bei trockener Haut befindet sich etwa nur noch 40% Prozent des Harnstoffes auf der Hautoberfläche wie bei normaler Haut, bei Neurodermitis sinkt der Harnstoffgehalt auf etwa 20% des Normalwertes.

Daher kann man trockene Haut durch harnstoffhaltige Cremes lindern.

Ausserdem löst Harnstoff in Konzentrationen ab 10% Hornhaut auf.

Harnstoff bekommt man recht preiswert in Apotheken.

Man sollte das weisse Pulver in einer Plastiktüte oder Dose aufbewahren, weil es Feuchtigkeit anzieht und ohne Schutz klumpig werden könnte.

Bei der Cremezubereitung wird das Harnstoffpulver mit der Wasserphase verrührt. Es löst sich in Wasser gut auf.

Typische Harnstoffkonzentrationen in Cremes reichen von 3% bis 20%. 10% entspricht einem verbreiteten Harnstoffgehalt in Cremes.

Achtung! Bei entzündeter Haut darf man harnstoff-haltige Cremes nicht verwenden. Denn an den entzündeten Stellen brennt Harnstoff.

Siehe auch: Gesund.org: Harnstoff


Zinkoxid

Zinkoxid ist ein weisses Pulver, das hochwirksam gegen Hautentzündungen wirkt. Sogar Pilzbefall kann mit Zinkoxid behandelt, wenn auch nicht immer zuverlässig geheilt werden.

Zinkoxid eignet sich beispielsweise für Baby-Po-Cremes.

Auch als Sonnenschutz eignet sich Zinkoxid, denn das weisse Pulver reflektiert die Sonnenstrahlen.

Zinkoxid lässt sich mit Öl zu einer Paste verrühren.


Sofitix

Sofitix Sofitix besteht aus Zinkoxid und Titanoxid, die besonders fein gepulvert sind.

Dadurch ist Sofitix ein guter Sonnenschutz, dessen sonnenreflektierende Eigenschaft auf der Haut kaum gesehen werden kann, weil die Partikel so fein sind.

Sofitix filtert sowohl UV-A als auch UV-B Strahlen, man bräunt also nicht und bekommt auch nicht so schnell Sonnenbrand.

Sofitix lässt sich mit Öl zu einer Paste verrühren, bevor das Öl zur Creme weiterverarbeitet wird.

Verwendungsmenge: 5% - 10%


Bezugsquellen

Zutaten für einfache Salben bekommt man in Lebensmittelläden und in Apotheken.

Die benötigten Kräuter für Ölauszüge und Tinkturen kann man natürlich selbst sammeln oder im Garten anbauen. Wenn das nicht möglich ist, bekommt man Kräuter in Apotheken oder speziellen Versand-Shops (im Internet).

Die Emulgatoren für die Cremes kann man in Läden wie Spinnrad und Colimex kaufen. Auch in Apotheken kann man sich die Emulgatoren bestellen.



Home Up