Haltbarkeit


  

Selbstgemachte Cremes sind durch ihren Wasseranteil vom Vergammeln bedroht.

Der grösste Feind der Cremes ist der Schimmel, der meistens in Form von dunklen Flecken auftritt. Fäulnis tritt eher selten auf.

Eine ordnungsgemäss hergestellte Creme ohne Konservierungsmittel hält im Durchschnitt bei Zimmertemperatur eine Woche ohne zu verschimmeln. Im Kühlschrank verlängert sich die durchschnittliche Zeit ohne Schimmel auf zwei Wochen. Mit Konservierungsmitteln kann die Haltbarkeit einer Creme verlängert werden, aber alle mir bekannten Konservierungsmittel haben mehr oder weniger grosse Nachteile.

Doch was ist eine "ordnungsgemäss" hergestellte Creme und welche Faktoren spielen eine Rolle?


Faktoren zur Haltbarkeit von Cremes

Ob eine Creme lange haltbar ist oder nicht, hängt von folgenden Punkten ab:
  • Unproblematische Bestandteile der Wasserphase
  • Hygienischer Arbeitsplatz und Geräte
  • Lagerung
  • Zutaten, die die Haltbarkeit fördern
  • Konservierungsstoffe



Unproblematische Bestandteile der Wasserphase

Die Hauptursache für frühzeitiges Verschimmeln von Cremes sind, meiner Erfahrung nach, Wasserphasen, die Bestandteile enthalten, die zum Schlechtwerden neigen.

Besonders empfindlich sind beispielsweise Cremes, die mit Kräutertee anstelle von reinem Wasser angerührt werden. Man kann zwar solche Cremes herstellen und benutzen, aber sie müssen schnell verbraucht und aufmerksam beobachtet werden.

Selbst Leitungswasser, das zum Trinken durchaus geeignet ist, kann beschleunigtes Schimmeln fördern.

Daher empfehle ich Mineralwasser oder destilliertes Wasser für die Wasserphasen.

Problematisch sind auch Säfte, z.B. Karottensaft, Kräuterpresssäfte, frischer Aloesaft usw. All diese Substanzen kann man zwar verwenden, muss die Creme aber zügig verbrauchen.

Auch gekaufte Ergänzungen zur Wasserphase können hin und wieder zu Schimmelproblemen führen, wenn ihr Haltbarkeitsdatum überschritten ist oder sie zu warm aufbewahrt wurden.

Unproblematisch sind hingegen Tinkturen als Bestandteil von Wasserphasen, denn der Alkohol fördert die Haltbarkeit.

Auch pulvirge Substanzen, wie beispielsweise Harnstoff stellen kein Risiko dar, sofern sie sauber gelagert werden.


Hygienischer Arbeitsplatz und Geräte

Besonders wichtig für die Haltbarkeit von Cremes ist auch die Hygiene am Arbeitsplatz.

Hierbei geht es weniger um die hausfrauentypische optische Sauberkeit als um das effektive Vorhandensein von Keimen, speziell Schimmelsporen.

Geräte

Gefässe und Arbeitsgeräte wäscht man am besten in der Spülmaschine. Das reicht völlig aus, um sie hygienisch genug zu bekommen.

Wenn man keine Spülmaschine hat, dann sollte man die Gerätschaften so heiss wie möglich spülen. Anschliessend sollte man sie nicht abtrocknen, sondern auf einem Küchenpapier abtropfen lassen.

Eine Desinfektion mit Alkohol ist im Normalfall überflüssig und bringt auch keine Vorteile.

Arbeitsfläche

Auch die Arbeitsfläche sollte möglichst sauber sein.

Hierbei ist es nicht ratsam, einen Putzschwamm oder Lappen zu verwenden, denn diese sind die am stärksten verkeimten Gegenstände im ganzen Haushalt.

Besser ist es, die Arbeitsfläche mit einen Küchenpapier und etwas Spülmittel abzuwischen und mit einem weiteren Küchenpapier abzutrocknen.


Lagerung

Für die Haltbarkeit einer Creme spielt auch die Lagerung eine wichtige Rolle.

Im Kühlschrank aufbewahrt hält eine Creme etwa doppelt so lange wie bei Zimmertemperatur.

Ausserdem verringert häufiges Öffnen des Tiegels und Berühren der Creme mit den Fingern die Haltbarkeit.

Nun ist eine Creme ja für den Verbrauch gedacht und nicht dafür, um unbenutzt im Kühlschrank zu lagern.

Am besten bereitet man daher immer nur soviel Creme zu, wie innerhalb eines überschaubaren Zeitraums verbraucht werden kann. Daher ergeben die Rezepte auf dieser Seite auch meistens eher kleine Creme-Mengen.

Man kann auch einen kleinen Teil einer Creme in einen extra Tiegel füllen und diesen Teil schnell verbrauchen. Den Rest einer Creme lagert man im Kühlschrank und füllt das frisch gereinigte Kleingefäss bei Bedarf wieder auf.

Speziell für Gesichtscremes mit Tegomuls eignet sich auch die Methode der separat angerührten Fettphase. Dazu stellt man zunächst nur eine grössere Menge der Fettphase her. Diese hält sich im Kühlschrank bis zu einem Jahr. Mit dieser Fettphase und einer jeweils frisch gemischten Wasserphase kann man sich dann mit relativ geringem Zeitaufwand jeweils neue Kleinmengen einer Creme herstellen. Dieses Verfahren macht Sinn, wenn man immer wieder die gleiche Creme herstellen will.


Zutaten, die die Haltbarkeit fördern

Manche Cremezutaten fördern die Haltbarkeit ohne als richtige Konservierungsmittel zu gelten.

Tinkturen / Weingeist

Tinkturen sind vor allen für Heilcremes sehr geeignet. Durch die Tinkturen (zusätzlich zu Kräuterölen) hat man mehr Kräuterwirkstoffe in einer Creme, als wenn man nur Kräuter-Ölauszüge verwendet. Ausserdem lösen sich in Tinkturen andere Pflanzenwirkstoffe als in Ölen. Der Alkohol wirkt in geringem Masse gegen das Schlechtwerden von Cremes.

Für pflegende Gesichtscremes sind Alkohol und Tinkturen weniger geeignet, weil sie stark austrocknend wirken.

Ätherische Öle

Ausserdem fördern viele ätherische Öle die Haltbarkeit von Cremes. Im Prinzip kann man sich diese Wirkung von allen ätherischen Ölen erhoffen, die in ihrem Wirkungsspektrum auch antibakterielle Eigenschaften aufweisen. Beispielsweise kommen dafür Salbei und Thymian in Frage.

Besonders gut eignet sich für diesen Zweck auch Teebaumöl, das in vielen Cremerezepten dieser Seite als Ersatz für Konservierungsmittel aufgelistet wird. Teebaumöl konserviert jedoch nur sehr mild und man kann sich nicht auf bestimmte Mindesthaltbarkeiten verlassen. Ausserdem hat es einen kräftigen Eigengeruch, der nicht Jedermanns Sache ist. Das Gleiche gilt auch für andere ätherische Öle.

Grapefruitkernextrakt

Auch Grapefruitkernextrakt ist kein offizieller Konservierungsstoff. Er wird in Deutschland als Nahrungsergänzungsmittel verkauft und wird meistens in einer Lösung mit Glycerin angeboten.

Grapefruitkernextrakt wirkt recht mild, d.h. Cremes mit problematischen Substanzen in der Wasserphase können trotzdem frühzeitig schimmeln. Ob er überhaupt eine konservierende Wirkung aufweist, ist umstritten. Seine Milde hat aber auch zur Folge, dass man den Grapefruitkernextrakt wohl nicht als besonders gefährlich betrachten kann.

Er riecht nur schwach nach Grapefruit. Dieser Geruch lässt sich leicht durch ätherische Öle überdecken.


Konservierungsstoffe

Richtige Konservierungsmittel sind heftig umstritten. An jedem der Stoffe gibt es mehr oder weniger viel auszusetzen, andere wieder finden die einzelnen Stoffe ganz prima und unbedenklich.

Generell kann man wohl sagen, dass Konservierungsmittel dazu neigen, Allergien auszulösen.

Daher muss das jeder mit sich selbst ausmachen, ob er Cremes lieber unkonserviert benutzt und dann die kurze Haltbarkeit in Kauf nimmt oder sich über die Einwände gegen einen der gängigen Konservierungstoffe hinweg setzt und ihn dennoch benutzt.

Paraben K

Dieses Konservierungsmittel ist ein Stoff aus der höchst umstrittenen Klasse der Parabene. Er besteht aus Methylparaben, Propylparaben, Deodorierungsstoff und Benzylalkohol.

Parabene haben angeblich eine östrogenähnliche Wirkung und stehen daher im Verdacht, das Brustgewebe eventuell zu unkontrolliertem Wachstum anzuregen. Ob aber tatsächlich eine echte Gefahr von den Parabenen ausgeht, ist bislang unklar.

Methylparaben enthält besonders wenig der östrogenartigen Substanzen, daher dürfte Paraben K eher zu den ungefährlicheren Parabenen gehören.

Allerdings wirken Parabene vorwiegend gegen Bakterien und weniger gegen Schimmelpilze. Sie sind also nur bedingt hilfreich, um die Schimmelbildung zu verhindern.

Heliozimt

Heliozimt wirkt auf der Basis eines Duftkonservierers, es riecht stark nach Zimt.

Schon allein wegen des starken Zimtgeruchs ist der Einsatz von Heliozimt Geschmacksache.

Ausserdem wirkt Heliozimt potentiell allergieauslösend und hautreizend.

Disclaimer: Frage Deinen Arzt oder Apotheker
Der Besuch dieser Seite kann nicht den Besuch beim Arzt ersetzen.
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