Kräuter-Wanderung: 1.10.2007:
Drei-Gipfel-Tour durch den Kaiserstuhl


Blick auf den Badberg Der Kaiserstuhl ist bekanntlich ein winzig kleines Gebirge, so klein, dass ich mir dachte, es müsste doch möglich sein, ihn in seiner grössten Ausdehnung an einem Tag zu durchwandern.

Von Nord nach Süd gibt es einen offiziellen Wanderweg, der von Endingen nach Ihringen führt. Aber dieser Weg ist nur 15 km lang und eigentlich wollte ich diesmal deutlich weiter wandern. Also entschloss ich mich, von Riegel bis nach Breisach zu wandern, also schräg, wie auch die grösste Ausdehnung des Kaiserstuhls verläuft.

Auf dem Weg liegen auch die drei höchsten Gipfel des Kaiserstuhls, die Katharinenhöhe im Norden, die Eichelspitze im Osten und der Totenkopf-Neunlinden Doppelgipfel im Süden. Darum ist die Wanderung eine Drei-Gipfel-Tour.

Durch den Wechsel der Landschaften von Weinbergen über Wiesen bis hin zu Wäldern erhoffe ich mir eine Vielzahl verschiedener Pflanzen.

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Als ich frühmorgens losfahre, ist die ganze Welt noch in dichten Nebel gehüllt.

Beim Breisacher Bahnhof lichtet sich der Nebel schon deutlich und auch die Sonne steigt allmählich höher.

Ich hoffe also auf eine nebelfreie Wanderung.

Der grössere Bahnhof von Riegel liegt etwas ausserhalb des Ortes. Hier fahren sogar ICE-Züge durch.

Auf dem Fussmarsch zum Ort Riegel sehe ich Beinwell am Wegrand.

Kurz vor Riegel kreuze ich die Dreisam.

Hier mündet die Dreisam in die Elz.

Aber eigentlich sieht es eher so aus, als würde die Elz von links in die deutlich grösser wirkende Dreisam in der Mitte fliessen.

Von rechts kommt noch die kleine alte Dreisam, das Flüsschen, das dem alten Lauf der Dreisam folgt. Der grösste Teil der Dreisam wurde ja kanalisiert, um Überschwemmungen zu vermeiden.

Von dieser Mündung aus fliessen die gemeinsamen Gewässer grossteils als Leopoldskanal bis nach Taubergiessen, wo er in den Rhein mündet. Nur ein kleines Rinnsal spaltet sich nach ein paar hundert Metern wieder zur Elz ab und fliesst eigenständig zum Rhein.

In Riegel komme ich bald zum Rathaus.

Ansonsten bekomme ich nicht viel von Riegel zu sehen, denn ich biege bald ab in Richtung Kaiserstuhl.

An einer Hauswand rankt sich Hopfen empor.

Hübsche Hopfen-Zapfen baumeln von den Zweigen.

Am Ortsausgang von Riegel komme ich zu Mutter Erde.

Mutter Erde ist eine Art bewachsenes Erddenkmal, das eine liegende Mutter Erde darstellen soll.

Weil die Mutter Erde so gross ist, kann man sie nur schwer fotografieren.

Auf dem Bild sieht man sie vom Kopf aus, in Richtung rechts sind runde Brüste, ein dicker Bauch und die Beine erkennbar.

Der Weg zum Kaiserstuhl führt zunächst durch das Ried.

Dies ist eine der wenigen Gegenden des Kaiserstuhls, wo weder Wein wächst, noch Wald oder naturgeschützte Wiese.

Hier wird unter anderem Mais angebaut, wie überall woanders in der flachen Rheinebene.

Am Wegrand entdecke ich das Franzosenkraut mit seinen winzigen Blüten.

In manchen Ecken des Kaiserstuhls wuchert es wie ein besonders aggressives Unkraut.

Hier im Ried bei Riegel sehe ich aber nur einige Exemplare.

Auch Hirtentäschel sehe ich.
Daneben wächst ein Kreuzkraut.
Darüber erheben sich prächtige Sonnenblumen, die man hier kostenpflichtig für Blumensträusse abschneiden kann.

Solche Blumenfelder zum Selbstschneiden gibt es hier in der Gegend öfter. Ich halte das für eine recht praktische Angelegenheit.

Auf meinem Weg entdecke ich plötzlich ein merkwürdiges Knäuel.

Zuerst halte ich es für einen Lederknoten, der hier weggeworfen wurde.

Doch der Knoten bewegt sich! Es handelt sich um eine Schlange.

Ich bin ganz erschrocken und aktiviere meine Kamera. Während ich noch rumhantiere, bewegt sich ein Teil des Schlangenknotens zum Wegrand und verschwindet in einem Loch.

Nach einer Weile trennt sich ein Teil des Schlangenknotens vom anderen und mir wird klar, dass es zwei Schlangen sind. Vermutlich habe ich die Schlangen bei der Paarung gestört, was mir natürlich leid tut.

Obwohl ich das Gesehene sehr faszinierend fand, läuft mir ein Schauer über den Rücken und noch einen halben Kilometer später habe ich eine ausgeprägte Gänsehaut.

Hier erreiche ich auch die ersten Weinberge.
Eine wunderschöne Stockrose reckt sich in den Himmel.
Das Weinlaub ist schon stellenweise rot geworden.

Dieses rote Weinlaub ist ein wichtiges Heilmittel gegen Krampfadern.

An einer Böschung wächst der Weissdorn.

Aus seinen heilkräftigen Blüten sind inzwischen leuchtend rote Beeren geworden.

Mein Weg führt mich durch einen Hohlweg.

Zwar wird immer wieder gesagt, dass die Hohlwege des Kaiserstuhls inzwischen selten geworden sind, doch ich komme immer wieder zu Hohlwegen auf meinen Wanderungen.

Eigentlich finde ich, dass es ziemlich viele davon gibt.

 

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