Kräuter-Wanderung: 19.9.2007:
Vogesen-Wanderung zum Petit Ballon


Schon lange sehne ich mich nach den Vogesen und ihrer rauen Schönheit.

Bevor sich der Sommer endgültig verabschiedet, wollte ich dieser Sehnsucht endlich nachgeben und eine Wanderung in den Vogesen unternehmen, nicht zuletzt, um die botanischen Unterschiede zwischen Schwarzwald und Vogesen zu erkunden.

Da kam es mir gerade recht, dass mein Vater zu ein paar Tagen Wanderausflug zu Besuch kam. Für zwei Personen lohnt sich auch die Anfahrt mit dem Auto eher als für einen einzelnen Wanderer. Die öffentlichen Verkehrsmittel sind in den Vogesen nämlich sehr viel dünner gesät als im Schwarzwald, und daher kommt man um eine Autofahrt kaum herum.

Die Wahl zwischen den zahlreichen Wanderzielen in den Vogesen fiel nicht leicht, doch schliesslich haben wir uns für den Petit Ballon entschieden. Dieser Berg ist mit seinen 1272 Metern etwa so hoch wie im Schwarzwald der Schauinsland und er liegt näher am Rheintal als der Vogesenkamm, der die höchstgelegenen Vogesenberge beherbergt.

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Von dem kleinen Ort Linthal aus machen wir uns auf den Weg nach oben.

Der Weg führt gleich ziemlich steil bergan in den Wald.

An einer Böschung wächst die Waldbergminze, die ich bisher nur aus dem Kaiserstuhl kannte.
An einer Kurve ist der Felsuntergrund angeschnitten und liegt offen da.

Man kann genau die Faltung des Gesteins erkennen, es ist hochgebogen wie ein mehrlagiges Stück Stoff.

Wir sind schon eine gute Stunde bergauf gewandert, ohne dass mich botanische Besonderheiten zum Fotografieren animiert hätten.

Die Stechpalme mit ihren roten Beeren finde ich jedoch sehr interessant.

Der Strauch ist sehr gross, mindestens vier Meter breit und fast genauso hoch.

An einer Stelle zwischen Wald und Wiese sehe ich auch ein Leinkraut mit seinen hübschen Blüten.
Auf der steilen, schmalen Wiese stehen ein paar Häuschen und wir entdecken eine Bank.

Eine gute Gelegenheit für eine kleine Pause mit Blick über die geschwungene Wiese, die sich gleichsam in den Wald schiebt.

Nachdem wie noch geraume Zeit entlang der Wiese bergauf gestiegen sind, öffnet sich schliesslich der Blick und wir sehen den Petit Ballon.

Der restliche Anstieg führt uns eher sanft über die wilden Bergwiesen.

Im Gegensatz zum Schwarzwald, wo natürlicherweise selbst die höchsten Gipfel bewaldet wären, sind die hohen Vogesengipfel auch ohne Beweidung baumfrei.

Eine Beweidung durch Kühe findet dennoch statt, denn die Gipfelbereiche haben saftiges Gras und sind runde Kuppen, die keine grosse Absturzgefahr bergen.

Wie man deutlich sieht, ist es hier auch ziemlich nebelig. Durch die hohe Luftfeuchtigkeit, die hier stärker ist als im Schwarzwald, befinden wir uns nämlich schon innerhalb der Wolken.

Auf der Kuhwiese entdecke ich plötzlich eine zerzauste Prachtnelke.

Die grossen Blüten fallen in all dem Grün richtig auf und sie schienen mich schon von weitem zu rufen.

 

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