Kräuter-Wanderung: 19.8.2007: Der Belchen ruft


Seit Jahren ruft mich der Belchen - Tag für Tag.

Denn von zuhause aus kann ich den Belchen sehen und jedesmal, wenn ich den Rhein überquere, sehe ich ihn noch viel deutlicher.

Trotzdem bin ich dem Ruf lange nicht gefolgt, fast sieben Jahre ist mein letzter Besuch auf dem Belchen schon her. Die Verbindung mit Bus und Bahn ist nämlich alles andere als unkompliziert und Autofahrten vermeide ich möglichst bei meinen Ausflügen.

Doch jetzt mit dem neuen Fahrrad und guter Fitness, bin ich auf die Idee gekommen, mit dem Fahrrad bis an den Fuss des Belchens zu fahren und dann hinauf zu wandern.

Sobald ich diesen Entschluss gefasst habe, bin ich voller Vorfreude auf den Belchen und andererseits auch ein wenig skeptisch, denn die Anfahrt per Fahrrad und dann noch eine lange Bergtour mit 1000 Höhenmetern Auf- und Abstieg überschreiten meine bisherigen Grenzen doch um einiges. Ob es vernünftig ist, mir so eine Anstrengung zuzumuten?

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Kurz nach Sonnenaufgang fahre ich los.

Es ist noch ziemlich kalt, aber so liebe ich es, denn dann schwitze ich wenigstens nicht so doll.

Auf der Rheinbrücke sehe ich, wie so oft, den Belchen vor dem rötlichen Morgenhimmel.

Diesmal ist dieser Anblick voller Bedeutung für mich, denn heute komme ich endlich zu ihm.

Am Wegrand blühen wunderschöne Leinkräuter.

An blühenden Leimkräutern bin ich dieses Jahr schon öfters vorbeigesaust und habe mir nicht die Zeit genommen, abzusteigen und sie zu fotografieren. Immer in der Hoffnung, dass ich etwas später noch mehr davon finden würde.

Diesmal nutze ich die Chance sofort und nehme mir ein paar Minuten, um Bilder vom Leinkraut zu machen. Ich finde, das Leinkraut sieht fast so hübsch aus wie Orchideen.

Nach zwanzig Kilometern bin ich dem Belchen schon deutlich näher gekommen, aber er ist immer noch ziemlich weit entfernt.
Die Spargelfelder, an denen ich vorbeikomme, sind inzwischen voller grüner Pflanzen.

Der Spargel hat den Sommer genutzt, um heranzuwachsen.

Erstaunlicherweise ist die Erde hier rötlich.

Bei uns in der Gegend ist die Erde nicht im Geringsten rötlich, aber gut fünfzehn Kilometer weiter südlich habe ich auch schon rote Erde gesehen, doch das ist auf der anderen Seite des Rheins und in einem anderen Land. Ob die Färbungen der Erde sich in Querrichtung erstrecken und auch vor grossen Flüssen nicht Halt machen?

Den Brennesseln scheint der rote Boden gut zu gefallen.

Sie stehen prachtvoll da und tragen reichlich Blüten.

Einige Kilometer weiter sehe ich blauviolette Wiesen-Storchschnäbel in einer Wiese am Wegrand.

Die oberen Blütenblätter sind noch von winzigen Tautropfen benetzt.

Hinter Bad Krozingen fahre ich in Richtung Staufen.

Vor mir erhebt sich bald der Hügel mit der Burgruine. An diesem Anblick kann man Staufen schon von weitem erkennen.

Neben einem Feld wächst kanadisches Berufkraut.

So häufig ist diese Pflanze hier, dass ich oft vergesse, sie zu fotografieren, weil sie mir zu alltäglich ist.

So kommt es, dass sie auf meinen Tourenbildern zu den selteneren Pflanzen gehört, was nun wirklich nicht der Realtität entspricht.

Daher hier ein Bild dieser nützlichen Heilpflanze mit ihren tausenden von winzigen Blüten.

Bald schon bin ich in Staufen angekommen.

In einem kleinen Park mit herrlichem Blick auf die Burgruine genehmige ich mir ein erstes kleines Frühstück.

Das Hauptfrühstück wird es aber erst am Ziel meiner Radstrecke geben, damit ich gestärkt zur Wanderung aufbrechen kann.

Hinter Staufen komme ich in das Münstertal, das am Anfang relativ breit und flach ist.

Der Belchen wird immer grösser, ganz so, wie ich es erhofft hatte.

Dieses Bild ist jedoch herangezoomt, damit auch auf dieser Verkleinerung deutlich wird, wie der Berg allmählich wächst.

In der saftigen Wiese leuchtet ein sonnengelber Hahnenfuss.

Auch der Hahnenfuss gehört zu den Pflanzen, die ich bei meinem Fototouren oft übergehe.

Dabei sieht man ihn eigentlich fast überall und er setzt immer nette Farbakzente.

Gelbe Farbtupfer findet man auch durch die Nachtkerze, sogar weitaus grössere.
An einem Zaun rankt sich eine Ackerwinde empor.

Eigentlich müsste es ja eine Zaunwinde sein, da sie am Zaun wächst.

Aber ihre rosa-weiss gefärbten Blüten, die auch deutlich kleiner sind als die der Zaunwinde, weisen diese Pflanze eindeutig als Ackerwinde aus.

 

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