Kräuter-Wanderung: 1.8.2007: Auf den Rosskopf bei Freiburg


Der Rosskopf wird manchmal auch als zweiter Hausberg von Freiburg bezeichnet. Er liegt hinter dem Schlossberg zwischen Dreisamtal und Glottertal.

Mit seinen 737 Metern Höhe ist der Rosskopf zwar niedriger als der Kybfelsen und andere Berge auf dem Weg zum Schauinsland, aber der Rosskopf beherrscht einen eigenen Höhenzug, eingebettet zwischen mehrere Freiburger Stadtteile.

Der Schlossberg nahe der Freiburger Altstadt ist mir wohlvertraut aus der Zeit, als ich noch in Freiburg wohnte. Aber bis auf den Gipfel des Rosskopfs habe ich es in all den Jahren nie geschafft. Das will ich bei dieser Tour ändern und auch dem Schlossberg will ich mal wieder einen Besuch abstatten.

Ob ich die alten Pflanzen noch wiedertreffe? Auf den Hängen des Schlossbergs wurde mir nämlich vor vielen Jahren bewusst, dass ich eine Kräuterhexe bin. Vorher hätte ich meine Liebe zu den Kräutern noch für schlichtes Interesse gehalten.

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Am Freiburger Schwabentor beginnt meine Tour.

Es ist einer der wunderschönen Sonnentage, die in diesem Sommer so rar sind.

Glücklicherweise ist es nicht zu heiss, sondern gerade richtig für eine schöne Kräuter-Wanderung.

Normalerweise würde man auf den Schlossberg über die offiziellen, asphaltierten Serpentinen gehen und am Greiffeneck-Schlössle und am Kanonenplatz vorbei kommen.

Aber ich wähle den Hexenweg, um zunächst ein Stück am Fuss des Schlossbergs entlang zu gehen.

Der schmale Hexenweg heisst eigentlich Augustinerweg, aber der Volksmund nennt ihn Hexenweg. Wenn man ihn kennenlernt, versteht man auch sofort warum er so genannt wird, denn er ist schmal und bringt einen auf kürzestem Weg direkt in längst vergangene Zeiten, so verzaubernd wirkt er.

Hinter einer Reihe Einfamilienhäuser kommt man in den wilden Bereich des Hexenwegs.

Hier kann man einige hundert Meter weit unterhalb des Schlossberg-Weinbergs entlang gehen, bis man zum Wald kommt oder zur Kartäuserstrasse abbiegt.

In der Weinberg-Mauer wächst das Zimbelkraut.

Seine Blätter erinnern ein wenig an Gundermann und die Blüten an den Augentrost.

Auch Schöllkraut wächst in den Mauerritzen.
Beim Gehen durch den uberwucherten Weg überkommen mich alte Heimatgefühle und ich kann kaum verstehen, warum ich so lange nicht hier war.

Dieser Weg verändert mich im Nu und ich fühle mich wie in einer anderen Welt angekommen.

Aus dem Schatten reckt sich der Fruchtstand einer Nelkenwurz an die leuchtende Sonne.

Sieht der rote Stacheligel nicht drollig aus?

Auch ein paar Nelkenwurz-Blüten sind noch zu sehen.
Die Brennesseln sind die vorherrschende Pflanze auf beiden Seiten des Hexenwegs.

Stellenweise muss ich meine Arme hoch halten, um nicht verbrannt zu werden.

Ich frage mich, ob die früher auch schon so dicht standen, stelle aber fest, dass ich es nicht mehr so genau weiss.

Einige verkümmerte Reste des einst prächtigen Hopfens wachsen noch am hinteren Teil des Hexenwegs.
An den Brombeeren wird wohl viel genascht, denn man sieht fast nur unreife Früchte.
Ganz am Ende des Hexenwegs kann einen Blick auf den Weinberg erhaschen.

Von dem Wein, der hier entsteht, gibt es nur wenige Flaschen, die bestimmt besonders begehrt sind.

Schliesslich komme ich in den Wald.

Der Weg wird noch ein wenig uriger und ich fühle mich wie verzaubert von der Umgebung.

 

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