Kräuter-Radtour: 22.7.2007:
Fahrt zur Petite Camargue Alsacienne


Seit ich von der Petite Camargue Alsacienne, der kleinen elsässischen Camargue, erfahren habe, wollte ich dort unbedingt einmal hinfahren.

In diesem Naturschutzgebiet, das der echten Camargue im Süden Frankreichs ähneln soll, gibt es eine reiche Flora und Fauna. Vor allem der Tierliebhaber soll hier reichlich auf seine Kosten kommen. Aber auch von einem besonderen Pflanzenreichtum wird berichtet.

Doch die kleine Camargue ist weit von meinem Wohnort entfernt, zumindest weit in Hinblick auf meine Radelfähigkeiten. Inzwischen fühle ich mich jedoch fit genug, um die über 50 km pro Strecke mit dem Fahrrad zu bewältigen, was hin und zurück immerhin über 100 km sind.

Also bin ich recht früh morgens aufgestanden, um einen Teil des Weges in der Morgenfrische zurücklegen zu können. Ausserdem will ich ja genügend Zeit in der kleinen Camargue haben, um mir in Ruhe alles anzuschauen.

Zu den Seiten 1 - 2 - 3 - 4 - 5 Weiter > >

Zuerst geht es etliche Kilometer weit durch die Maisfelder, die so typisch für diese Gegend sind.

An diesem Morgen ist es noch so richtig frisch, was mir sehr gut gefällt, denn später kommt bestimmt das grosse Schwitzen.

Am Rand einiger Maisfelder wächst ein wenig Rispenhirse.

Ich frage mich, wie die dort hinkommt.

Ob sie wohl mit dem Mais zusammen ausgesät wurde?

Oder ist sie einfach ein Unkraut?

Ich fände es ja sinnvoll, wenn die Bauern hier Experimente mit Hirse machen würden, denn die ist wohl deutlich geeigneter für heisses, trockenes Klima als der omnipräsente Mais, der nur gedeiht, wenn er täglich gewässert wird.

Bei meiner Frühstückspause fällt mir ein Johanniskraut ins Auge.

Kleine Tropfen erinnern an den Regen, der vor kurzem noch gefallen ist.

Vielleicht könnte es auch Morgen-Tau sein.

Noch tummeln sich etliche Wolken am Himmel, aber es sieht so aus, als würde es allmählich aufklaren.

Auch der Feinstrahl wächst auf dem Stückchen Brachland bei meinem Frühstücksplatz.

Die Blütenblätter sind noch zusammengeklappt, denn im Gegensatz zu mir schläft der Feinstrahl offenbar noch.

Ich mache mich wieder auf den Weg, denn die Camargue ist noch weit.

Einige Kilometer weiter komme ich zu einem Feld voller Blüten.

Was ist denn das, frage ich mich.

Ein Schild auf dem Feld klärt mich auf:

Es handelt sich um die "Operation Jacheres Fleuries". Dabei werden auf Brachflächen von den Bauern Blumen angesät zur Freude der Menschen und Bienen.

Das Tollste ist: Man darf sich auf diesen Blumenwiesen kostenlos einen Strauss für sein Zuhause abschneiden, natürlich nur in bescheidenem Rahmen für den privaten Eigenbedarf.

Ich finde diese Aktion echt toll, denn es ist eine wunderbare Geste, wenn die Bauern der Bevölkerung diese Blumen quasi schenken. Es handelt sich zwar nicht um Wildpflanzen, sondern um eine Mischung aus natürlichen Blumen und Zierpflanzen, aber so ein Feld sieht einfach schön aus, und die Sammelerlaubnis ist eine gute Idee.

Zahlreiche Kornblumen blühen auf dem Blumenfeld.
Es gibt sogar rosafarbene Kornblumen.

Solche Kornblumen habe ich bisher noch nie gesehen.

Hier gedeiht auch Goldmohn mit seinen zarten aber kräftig leuchtenden gelborangenen Blüten.
Dann entdecke ich sogar dunkelrote Kornblumen.

Sachen gibt's, denke ich mir.

Aber sie sehen sehr hübsch aus.

Schliesslich erreiche ich den grossen Wald.

Durch diesen Wald will ich etwa 30 km weit fahren, bis kurz vor meinem Ziel.

So einen grossen Wald, durch den man über so eine weite Strecke fahren kann, finde ich sehr beeindruckend. Die meisten Wälder, die ich kenne, sind sehr viel kleiner.

 

Zu den Seiten 1 - 2 - 3 - 4 - 5 Weiter > >


Home Up