Kräuter-Wanderung: 31.8.2006:
Zum Totenkopf-Gipfel


Weil die Weintrauben heranreifen und der Kaiserstuhl eine der schönsten Weingegenden Deutschlands ist, lockt es mich zu einem der zahlreichen Weinlehrpfade der Region.

Der Weinlehrpfad von Bickensohl befindet sich bei dem idyllischen Örtchen Bickensohl, das eingebettet in ein Seitental des Kaiserstuhls am Fusse des Totenkopfes liegt. Auf diesem Weinlehrpfad lernt man mehrere Rebsorten kennen.

Ausserdem wachsen auf den Hängen der Rebterassen viele interessante Heilpflanzen.

Da die Strecke so nah beim Totenkopf liegt, habe ich mir offen gelassen, ob ich bei der höchsten Stelle des Weinlehrpfads zum Totenkopf-Gipfel abzweige. Ob oder ob nicht habe ich davon abhängig gemacht, ob die Fernsicht sehr gut ist oder ob mein Tatendrang mich auf den Berg zieht.

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Die Wanderung beginnt in Bickensohl direkt beim malerischen Weingut Hauser.

Hier geht es nach oben in den modernen Weinberg "Herrenstück", der 1980 im Rahmen der Flurbereinigung zu Grossterassen umgestaltet wurde.

Nachdem der Weg ein paar Meter nach oben geführt hat, kann man die Winzergenossenschaft von Bickensohl sehr gut sehen.

Die Winzergenossenschaft liegt am Ausgangspunkt der Wanderung auf der gegenüber liegenden Strassenseite.

Auf der ersten Böschung wachsen Lampionblumen, die orangerot aus dem Grün leuchten.

Leider sind sie zu weit oben, um sie von Nahem zu fotografieren.

Schon bald hat man einen herrlichen Blick über die Reb-Landschaft bis hin zu den Vogesen.

Ich erinnere mich ganz dunkel an eine Wanderung Anfang der 80er Jahre, als wir durch Oberrotweil fuhren, mit seiner markanten, damals noch neuen Terassen-Silhouette. Der Blick nach links in der Tal von Bickensohl offenbarte damals die reinste Mondlandschaft - beeindruckend schaurig.

Inzwischen sind die Böschungen des Rebterassen schon lange bewachsen und nichts erinnert mehr an die damaligen Planierarbeiten. Auch die Weinstöcke sehen schon recht alt aus, einige werden sogar schon neu angepflanzt.

Überall am Wegrand blüht die Rauke und übersät die Hänge mit gelben Tupfern.

Die Bienen freuen sich an den gelben Blüten und umschwirren sie zu tausenden.

Dann sehe ich einen Pfaffenhütchen-Strauch.

Sehr deutlich kann man die drolligen Früchte sehen, die allmählich rot und reif werden.

Ihre lustige Form hat ihnen zu dem Namen "Pfaffenhütchen" verholfen.

Wenn sie richtig reif sind, springen sie auf und lassen die Samen wie kleine Glocken herabhängen.

Die Pfaffenhütchen sind übrigens giftig.

Der weisse Burgunder ist die erste Rebsorte des Weinlehrpfads.

Weisser Burgunder ist eine Mutation aus dem Grauen Burgunder, der meistens auf den Namen Ruländer hört.

Mehr über die Weine des Weinlehrpfades auf unserem Projekt Kaiserstuhl.net: Weinlehrpfad.

An den Böschungen stehen zahlreiche Blasensträucher, die sich offenbar an den Hängen der Rebterassen sehr wohl fühlen.

Ihre "Blasen" sind inzwischen fast alle grau-weiss und trocken geworden, was zeigt, dass die Samen darinnen reif sind.

Mit jeder Kehre der Terassen-Serpentinen wird die Aussicht auf Bickensohl besser.

Das Besondere an Bickensohl ist seine Lage initten der Weinberge.

Im Kaiserstuhl liegen zwar viele Orte in den Weinbergen, aber bei Bickensohl fällt das besonders auf, denn es liegt in einem kleinen Nebental, das nur nach Oberrotweil hin geöffnet ist.

Bickensohl liegt auch etwas höher als die meisten anderen Kaiserstuhl-Orte. Das habe ich deutlich bei der Anfahrt mit dem Fahrrad gespürt.

Unterwegs komme ich zu einem kleinen Plateau, das den Besuchern dieses Weinbergs gewidmet ist.

Hier finde ich nicht nur einen Picknickplatz vor, sondern auch eine grosse Infotafel mit Karte der Bickensohler Wanderwege und Informationen über den Ort und seine Weine.

Selbst wenn man kein Weinkenner ist, wächst Schritt für Schritt das Interesse am edlen Rebensaft.

Der Blick fällt über die Weinreben zu den Weinbergen auf der anderen Seite des Tales.

Weinanbau total.

Ausser Weinreben gibt es aber auch jede Menge Heilpflanzen an den Hängen der Rebterassen.

Die gelb blühende Goldrute kontrastiert wunderbar mit dem tiefblauen Himmel.

Der Sommer scheint am letzten Tag des Augusts voller Schrecken gemerkt zu haben, dass er noch etwas nachzuholen hat.

Zumindest hier im Südwesten haben wir einen herrlichen Sonnentag und ich muss mich immer wieder mit Sonnenschutzcreme einreiben, um keinen Sonnenbrand zu bekommen. (Trotzdem habe ich ein leicht verbranntes Gesicht mit heimgebracht.)

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