Karden-Ernte


Die Ernte von wilden Wurzeln ist für mich immer wieder ein Abenteuer.

Wo das Ausgraben von Wurzeln im Garten ganz normal geworden ist, ist das Gleiche ausserhalb des Gartens doch ein wenig spannend, vor allem, wenn ich im Blickfeld von anderen Menschen bin.

Dennoch wollte ich unbedingt die Wurzeln der Karde ernten, um für den Fall der Fälle ein Mittel gegen Borreliose zur Hand zu haben.

Schon geraume Zeit habe ich die prachtvollen Karden in einem Neubaugebiet eines Nachbardorfes beobachtet und um eventuellen Baumassnahmen vorzugreifen, wollte ich die Ernte der Kardenwurzeln möglichst zügig in Angriff nehmen.

Die beste Erntezeit für Karden ist in vielen Gegenden der Mai, wenn die Blattrosetten schon aus dem Boden schauen und die Pflanzen noch nicht emporgestengelt sind. Die Wirkstoffe in der Wurzel sollen zu dieser Zeit am höchsten sein.

Die Kardenstellen erkennt man am besten schon von weitem an den hoch ragenden Stachelköpfen des Vorjahrs.

Zu Füssen der Stachelköpfe findet man meistens die jüngeren Kardenpflanzen mit ihren Blattrosetten.
Hier meine Ausrüstung:

Die Handschuhe werde ich mit Sicherheit brauchen, weil die Kardenblätter sehr stachelig sind.

Dann habe ich einen Grabestock dabei, falls ich ihn brauche, denn die Elfen und Pflanzengeister haben ja anscheinend Angst vor Eisen und darum empfiehlt sich ein Grabestock aus Holz ;-)

Falls mir der Stock nicht ausreicht, habe ich sicherheitshalber trotzdem eine metallene Schaufel dabei. In diesem Fall müssen die Pflanzengeister halt damit klarkommen, dass ich eine Schaufel benutze ;-)

Auch ein Taschenmesser habe ich mitgenommen, denn schliesslich muss ich die Wurzeln von der Pflanze trennen.

Nun geht es zu den Karden, hier ein schönes. grosses Exemplar.

Mit ein wenig Kraft liess sie sich aus der Erde ziehen, ganz ohne Stock und Schaufel.

Da liegt sie nun im Gras, die Kardenwurzel.

Für die Trenung von der Pflanze brauchte ich mein Messer.

Die Kardenwurzel erinnert mich an eine lange, dünne Karotte.

Noch eine zweite Kardenwurzel erobere ich, von einer etwas grösseren Pflanze.

Ein gründlicher Blick sagt mir, dass ich für meinen Bedarf genug geerntet habe, denn ich habe ja keine Borreliose und will die Karde nur mal persönlich kennenlernen. Da reicht eine Tinktur aus zwei Wurzeln mehr als üppig.

Flugs habe ich die beiden Wurzeln eingepackt und nach Hause gebracht.

Dort liegen sie nun auf meinem Küchentisch.

Auch nach dem Bürsten und gründlichen Abspülen mit kaltem Wasser sehen sie noch recht wild aus, aber immerhin ein wenig sauberer.
Damit ich weiss, wieviel ich geerntet habe, wiege ich die Wurzeln.

Die grosse wiegt 137 gr und die kleine 59 gr.

Und da ist der dicke Strunk im oberen Bereich noch mit dabei.

Als nächstes werden die Wurzeln in kleine Stücke geschnitten.

Ein Geschmackstest zeigt mir, dass die Wurzeln leicht bitter schmecken, ansonsten ist der Geschmack aber nicht spektakulär.

Die Stücke von beiden Wurzeln wandern in ein Glas.
Dann werden sie mit Doppelkorn übergossen, so dass die Wurzelstücke gut bedeckt sind.
Das Glas wird geschlossen und an einen Platz gestellt, wo es etwa sechs Wochen lang ziehen kann.

In der Wartezeit werde ich es immer mal wieder nehmen und gründlich schütteln, damit sich die Wirkstoffe besser in der Tinktur lösen.

 

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