Weisser Gänsefuss

(Chenopodium album)


  


Der weisse Gänsefuss macht sich überall breit, wo die Erde umgegraben und sich selbst überlassen wurde. Somit ist er eine typische sogenannte "Ruderalpflanze".

Kaum jemand weiss etwas anzufangen mit dieser oft stattlichen Pflanze. Dabei wurde er früher sogar als Gemüse angebaut.

Der weisse Gänsefuss ist ein vielseitiges Wildgemüse und kann auch als Heilpflanze genutzt werden.



Steckbrief

Heilwirkung:
entzündungshemmend,
Blähungen,
Verstopfung,
Darmentzündung,
Würmer,
Zahnschmerzen,
Rheuma,
Blasenschwäche,
Menstruation regelnd,
Gelenkentzündungen,
Geschwollene Füsse,
Ekzeme,
Wunden,
Insektenstiche,
Sonnenbrand,
wissenschaftlicher Name:
Chenopodium album
Pflanzenfamilie:
Gänsefußgewächse = Chenopodiaceae
englischer Name:
Lambsquarter, Fat hen
volkstümlicher Name:
Verwendete Pflanzenteile:
Blätter, Samen, Knospen, Wurzeln
Inhaltsstoffe:
Saponine, Campesterol, Phenylalanine, Stigmasterol, Betain, Oleanolsäure, Oxalsäure, Sitosterol, Tryptophan, Tyrosin, Xanthotoxin, Zink
Sammelzeit:
Juni bis Oktober


Anwendung


Der Gänsefuss wird weder von der Schulmedizin noch von der Volksheilkunde häufig als Heilpflanze angewandt.

Er hat aber durchaus einige interessante Heilwirkungen.

Um den Saponingehalt abzuschwächen, sollte man die Pflanze nur getrocknet als Heilpflanze anwenden oder gekocht als Wildgemüse.

Tee

Um einen Tee aus dem Gänsefuss zu bereiten, übergiesst man ein bis zwei Teelöffel des getrockneten Krautes (oder der Blätter) mit kochendem Wasser. Fünf bis zehn Minuten ziehen lassen und dann abseihen.

Von diesem Tee trinkt man ein bis drei Tassen täglich.

Innerlich

Gänsefuss-Tee wirkt leicht abführend.

Ausserdem wirkt er entzündungshemmend. Man kann ihn also gegen Entzündungen im Verdauungssystem und im Mundraum einsetzen. Er soll auch gegen rheumatische Schmerzen helfen.

Aufgrund seines Gehaltes an Stigmasterol müsste der Gänsefuss auch den Eisprung fördern können. Er enthält zudem östrogenähnliche Substanzen, was auf eine mögliche Wirkung gegen Wechseljahrsbeschwerden hindeutet.

Äusserlich

Tee aus dem Gänsefuss kann man äusserlich als Bad, Waschung oder Umschlag anwenden.

Diese Anwendung soll gegen Insektenstiche, Ekzeme, Sonnebrand, Gelenkentzündungen und geschwollene Füsse helfen.

Der frische Saft des Stammes soll gegen Sommersprossen helfen.

Samen

Die Samen werden zur Linderung von Blasenproblemen gekaut.

Küche

Den Gänsefuss kann man als vielseitiges Wildgemüse verwenden.

Man sollte ihn wegen der enthaltenen Saponin jedoch nur gekocht benutzen. Er sollte auch nicht häufig und in grossen Mengen gegessen werden. Hin und wieder gegessen ist er jedoch gut als Gemüse geeignet.

Die Blätter kann man als Spinatersatz zubereiten.

Zusammen mit Bohnen gekocht, wirken die Blätter des Gänsefusses Blähungen entgegen.

Knospende Blütenstände können wir Brokkoli verwendet werden.

Die Samen kann man trocknen und gemahlen dem Mehl zum Backen zufügen. Man kann sie auch als Grütze kochen, was in Indien sehr beliebt sein soll.

Man kann die Samen auch zur Keimung von Sprossen verwenden und Salaten zugeben. Zu diesem Zweck sollten die Samen zuerst über Nacht eingeweicht werden und dann gründlich ausgespült, um die Saponine zu entfernen.



Geschichtliches

Früher wurde der weisse Gänsefuss als Gemüse angebaut.

Schon in manchen Pflahlbauten wurden grössere Mengen der Samen gefunden, was für eine gezielte Nutzung des weissen Gänsefusses spricht.

Auch als Tierfutter, speziell für Gänse wurde er verwandt, was ihm auch seinen Namen eingebracht hat. Er kann aber auch als Futter für Schweine und Schafe genutzt werden. Die Samen eignen sich als Vogelfutter.

Angeblich wurde der Gänsefuss auch als Verhütungsmittel benutzt, denn er soll den Menstruationszyklus hemmen können. Dazu müsste man ihn aber wohl sehr hochdosiert und in einer genau abgestimmten Weise einnehmen.



Pflanzenbeschreibung


Man vermutet, dass der weisse Gänsefuss seine ursprüngliche Heimat im Himalaya hat. Er hat sich jedoch schon seit Jahrtausenden fast weltweit ausgebreitet.

Als Kulturbegleiter folgt er den Siedlungen der Menschen, denn er wächst gerne auf nährstoffreichen Böden, besonders, wenn diese vom Menschen bearbeitet wurden. Er kommt in Gärten, auf Feldern, an Wegrändern, auf Schuttplätzen, an Ufern und auf Waldlichtungen vor.

Der weisse Gänsefuss ist eine sehr vielgestaltige Art, deren Verteter manchmal gar nicht wie die gleiche Pflanze aussehen.

Die einjährige Pflanze wird bis zu drei Meter hoch, an kargen Stellen gibt es jedoch auch weisse Gänsefüsse, die nur fünf Zentimeter hoch werden.

Die Wurzel des Gänsefusses reicht bis zu einen Meter tief, weshalb er auch Trockenperioden gut überstehen kann.

Der Stengel wächst aufrecht und meistens stark verzweigt.

Die Blätter stehen an Stielen, die dem Stengel entspringen. Im unteren Bereich sind die Blätter gelappt mit gesägten Rändern, weiter oben sind sie schmal lanzettlich oder eiförmig-rhombisch. An der Oberseite sind die Blätter meistens dunkelgrün und etwas mehlig bestäubt. Auf der Unterseite sind die Blätter weisslich.

Die weissgrünen Blüten sind geknäulte Knubbel und recht unscheinbar. Sie sind weisslich bemehlt, was der Pflanze die Nebenbezeichnung "weiss" eingebracht hat. Die Blüten stehen in Scheinähren in den Blattachseln.

Die Samen sind schwarz und glänzen. Eine grosse Pflanze kann über eine Million Samen produzieren.


Anbautipps


Normalerweise wird man eher versuchen, den weissen Gänsefuss aus dem Garten zu vertreiben als ihn anzubauen.

Wer ihn aber dennoch in seinem Garten vermisst und ihn anbauen will, kann dies einfach durch Aussaat tun.

Der weisse Gänsefuss mag Böden mit mittlerem Nährstoffgehalt.

Der Standort sollte sonnig sein, denn Schatten mag der Gänsefuss nicht.

Im Frühjahr kann man den Gänsefuss direkt ins Freiland säen.

Die Samen keimen innerhalb weniger Tage, was sie auch für die Keimung von Sprossen geeignet macht.

Wenn man grosse, verzweigte Pflanzen haben will, vereinzelt man die jungen Pflanzen auf 30 bis 50 cm.


Sammeltipps

Die Blätter kann man ab dem Frühsommer bis zum Oktober ernten. Anschliessend trocknen für die Verwendung als Tee oder frisch als Gemüse kochen.

Die knospenden Blütenstände können ab Juli geerntet werden zur Verwendung als Gemüse.

Ab August kann man auch die Samen ernten.



Produkttipps:


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