Wacholder


  

Wacholder


Die säulenartigen Wacholderbüsche stehen in vielen Gärten. Früher standen sie dort, weil sie eine ganze Hausapotheke in sich vereinigen, heute ist es eher das gute Aussehen und die langsame Wachstumsgeschwindigkeit, die Gartenbesitzer zum Anpflanzen des Wacholders bringen.

Wild wächst der Wacholder in grossen Mengen in der Lüneburger Heide, aber auch in anderen Gegenden wächst er vereinzelt wild. Er gedeiht bis ins Hochgebirge.

Die Heilwirkung des Wacholders reicht von der Förderung der Verdauung über die Harnorgane bis zum Atmungsapparat und Infektionskrankheiten.



Heilkräuter Hausapotheke


Heilkräuter Hausapotheke als Kindle-Ebook.

Die wichtigsten Heilpflanzen für die Anwendung zu Hause.
Ein Kindle-Ebook von Eva Marbach, der Autorin dieser Heilkräuter-Webseite.



Steckbrief

Heilwirkung: antibakteriell,
blutbildend,
blutreinigend,
harntreibend,
schleimlösend,
schmerzlindernd,
schweisstreibend,
tonisierend,
Appetitlosigkeit,
Mundgeruch,
Verdauungsschwäche,
Sodbrennen,
Magenschwäche,
Gastritis,
Darmentzündung,
Blähungen,
Leberschwäche,
Stoffwechsel anregend,
Diabetes (leichte Formen),
Arthritis,
Rheuma,
Gicht,
Muskelrheuma,
Ischias,
Blasenleiden,
Blasenentzündung,
Blasengries,
Blasensteine,
Kreislauf stärkend,
Nervöse Herzbeschwerden,
Wassersucht,
Husten,
Bronchitis,
Atembeschwerden,
Erkältung,
Kopfschmerzen,
Migräne,
Gereiztheit,
Menstruationsbeschwerden,
Zahnfleischentzündung,
Schlecht heilende Wunden,
Krampfadern,
Psoriasis,
wissenschaftlicher Name:
Juniperus communis
Pflanzenfamilie:
Zypressengewächse = Cupressaceae
englischer Name:
Junipers
andere Namen:
Feuerbaum, Heide-Wacholder, Jachelbeerstrauch, Kaddig, Knirk, Knirkbusch, Krametbaum, Kranawetsbaum, Kranawitten, Qekholder, Reckholder, Wachandel, Weckhalter, Wachulder, Wachtelbeerstrauch, Weihrauchbaum
falsche Schreibweisen:
Wachholder
Verwendete Pflanzenteile:
Beeren, Nadeln, Triebspitzen, Holz, Wurzeln
Inhaltsstoffe:
Bitterstoff Juniperin, Betulin, Kampfer, Zitronensäure, Flavone, Pentosan, Phosphor, Gallussäure, Gerbstoff, Gerbsäure, Harz, Linolensäure, Mangan, Menthol, Oxalsäure, Terpineol, Umbelliferon, Zink, ätherisches Öl
Sammelzeit:
April bis Juli
Fotos vom Wacholder


Anwendung

Wacholder-Beeren

Alle Teile des Wacholderbaums sind heilwirksam. Darum gehörte er früher auch in jeden Garten.

Hauptsächlich die Wacholderbeeren werden in der Heilkunde und der Küche verwendet. Aber auch die Triebspitzen, das Holz und sogar die Wurzeln können benutzt werden.

Die Heilwirkung des Wacholders, allen voran der Wacholderbeere, ist sehr vielfältig und betrifft fast alle gängigen Krankheiten.

Atemwege

Ein Dampfbad, dem ätherisches Wacholderöl beigefügt wurde, hilft gegen Bronchitis und infektiöse Lungenerkrankungen. Es erleichtert nicht nur die Atmung, fördert das Abhusten und vermindert die Schleimbildung, sondern wirkt auch stark antibakteriell.

Wacholdersirup gegen bakteriellen Husten

Für Kinder (und auch Erwachsene) kann man einen Wacholdersirup herstellen.

Dazu nimmt man 100 gr Wacholderbeeren und 400 ml Wasser.

  • Die Beeren zerquetscht man und giesst das Wasser kochend über die Beeren.
  • Über Nacht lässt man die Mischung zugedeckt ziehen.
  • Am nächsten Tag langsam erhitzen und kurz aufkochen.
  • Anschliessend durch ein Sieb streichen.
  • Danach nochmal aufkochen.
  • Zum Schluss Honig oder Zucker hinzufügen, wenn man mag.
Von diesem Sirup gibt man Kindern 2 TL pro Tag und Erwachsenen 4 TL.

Er ist vor allem bei bakteriellen Lungenkrankheiten zu empfehlen, weil er nicht nur den Husten lindert, sondern auch die Bakterien tötet.

Als Nebeneffekt wird der Appetit gesteigert und der Stoffwechsel angeregt.

Wacholder-Tee für Verdauung, Harnorgane und Stoffwechsel

Als Tee oder Tinktur kann man die Wacholderbeeren zur Förderung der Verdauung benutzen.

Bei Entzündungen im Verdauungstrakt werden Bakterien getötet und ausserdem werden die Verdauungsorgane zur Arbeit angeregt.

Wacholder-Tee hilft auch gegen Erkrankungen des Harnapparates. Die Nierentätigkeit wird angeregt und die Ausscheidung gefördert. Dadurch werden auch Ödeme gelindert.

Bei Nierenentzündung sollte der Wacholder jedoch nicht verwendet werden, weil er die Nieren zu stark reizt.

Über die Förderung des Stoffwechsels und die entgiftende Wirkung kann Wacholder-Tee auch gegen Migräne, Konzentrationsschwäche und nervöse Herzbeschwerden helfen. Auch leichte Formen von Diabetes können günstig beeinflusst werden. (Natürlich nur begleitend zur ärztlichen Behandlung)

Wacholder-Tee wird mit zerquetschten Beeren hergestellt. Je ein Teelöffel Beeren auf eine Tasse Aufguss. 5 bis 10 Minuten ziehen lassen, reicht aus.

Siehe auch:

Frauenbeschwerden

Wacholder-Tee kann auch gegen Frauenbeschwerden helfen.

Er fördert die Durchblutung des Unterleibs, was den monatlichen Zyklus günstig beeinflussen kann.


Wacholder-Tinktur


Wacholder-Tinktur kann man gegen Beschwerden der Verdauungs- und Harnorgane einsetzen.

Nach schweren Mahlzeiten helfen ein paar Tropfen Wacholder-Tinktur dem Magen bei der Arbeit.

Auch bei Bronchitis kann man den Wacholder als Tinktur verabreichen.

Äusserlich angewandt lindert Wacholder-Tinktur Beschwerden des Bewegungsapparates. Man kann die Tinktur gegen Rheuma, Gicht oder Ischias auf die betroffenen Stellen auftragen.

Ätherisches Öl gegen Gelenkbeschwerden

Das ätherische Öl der Wacholderbeeren zieht durch die Haut sehr gut in den Körper ein und kann daher äusserlich angewendet in kranke Gelenke einziehen und dort heilend wirken. Diese Wirkung gilt auch für Nervenschmerzen, die mit dem Bewegungsapparat in Verdindung stehen, wie beispielsweise Hexenschuss oder Ischias.

Man kann Umschläge mit heissem oder kaltem Wasser und einigen Tropfen ätherischem Wacholderöl machen, je nachdem, ob den Gelenken Wärme oder Kälte besser bekommt. Das ätherische Wacholderöl sollte man nicht unverdünnt auf die Haut auftragen, weil es hautreizend wirkt.

Auch mit einer Salbe aufgetragen, kann ätherisches Wacholder-Öl bei Gelenkbeschwerden helfen. Siehe auch:

Fussbad aus Triebspitzen

Ein Fussbad mit einer Abkochung aus den Triebspitzen oder Nadeln des Wacholderbaumes fördert die Durchblutung in den Füssen und behebt Stauungen.

Kadeöl für Hautprobleme

Das Kadeöl wird durch Destillation aus dem Holz des Wacholderbaumes gewonnen.

Man kann das teerartige Öl gegen Schuppenflechte und andere chronische Hautausschläge anwenden.

Zerkauen der Beeren

Eine einfache Anwendung ist das Kauen der Beeren.

Es soll gegen Ansteckung vor Infektionen helfen.

Ausserdem kann das Kauen von Wacholderbeeren gegen Sodbrennen helfen und die Verdauungs anregen. Auch gegen Mundgeruch hilft das Kauen der Beeren.


Produkttipps:


Wacholder in der Küche

Wacholderbeeren sind ein beliebtes Gewürz in der Küche. Sie verbessern nicht nur den Geschmack der Mahlzeiten, sondern helfen auch bei der Verdauung.

Besonders gerne werden Wacholderbeeren zum Würzen von Sauerkraut, Fleisch- und Fischgerichten verwendet, allesamt schwer verdauliche Speisen.



Pflanzenbeschreibung

Wacholder

Der Wacholder stammt aus den Alpen und Mittel- bis Nordeuropa. Wacholdersträuche, die ursprünglich aus dem Mittelmeerraum stammen sollen, gehören zu anderen Pflanzenarten, die den Zypressen noch näherstehen als die mitteleuropäische Art.

Der Wacholder ist anspruchslos, was den Boden angeht und wächst bis in die Höhen der Gebirge. In der Lüneburger Heide kommt er in grossen Massen vor. Früher stand der Wacholder in jedem Garten, quasi als lebende Hausapotheke.

Je nach Standort wird der Wacholder nur einen halben Meter oder auch bis zu 7 Meter hoch.

Der Wacholder steht säulenartig in der Landschaft.

Seine Blätter haben Nadelform, bei den südlichen Arten sind sie schuppenartig.

Die Blüten sind zweihäusig und wachsen auf verschiedenen Pflanzen. Die männlichen Blüten bestehen aus Staubgefässen, die in Quirlen zusammenstehen. Die weiblichen Blüten haben drei Samenknospen, die nebeneinander stehen.

Aus den weiblichen Blüten bildet sich innerhalb eines Jahres eine grüne Beere. Erst nach zwei Jahren wird die Beere schwarzbraun und reif. Manchmal dauert es sogar drei Jahre, bis die Beeren reif sind.

Eigentlich handelt es sich gar nicht um Beeren, sondern um besonders geartete Zapfen. Man könnte sie wohl korrekter als Beerenzapfen bezeichnen, aber normalerweise wird einfach "Beere" dazu gesagt, auch wenn dies botanisch gesehen falsch ist.

Fotos vom Wacholder ...


Disclaimer: Frage Deinen Arzt oder Apotheker
Der Besuch dieser Seite kann nicht den Besuch beim Arzt ersetzen.
Ziehe bei ernsthaften oder unklaren Beschwerden unbedingt Deinen Arzt zu Rate.


  


Home Up