Uzara

(Xysmalobium undulatum)


  

Uzarawurzel


Die Uzarawurzel ist eine traditionelle Heilpflanze aus Südafrika, die vor allem gegen Durchfall verwendet wird.

Sie wird seit Jahrhunderten von den Ureinwohnern Südafrikas verwendet und wurde Ende des 19. Jahrhunderts von auf der Reise erkrankten Europäern entdeckt. Infolgedessen wurde die Uzara auch in Europa eine beliebte Heilpflanze.

Die Uzarawurzel hilft nicht nur überraschend schnell gegen Durcfallerkrankungen, sondern kann auch gegen Menstruationsbeschwerden und andere krampfbedingte Erkrankungen helfen.



Steckbrief

Haupt-Anwendungen:
Durchfall,
Heilwirkung:
beruhigend,
brechreizlindernd,
entspannend,
krampflösend,
spasmolytisch,
wundheilend,
Anwendungsbereiche:
Abszesse,
Bauchkrämpfe,
Brechdurchfall,
Diarrhoe,
Erbrechen,
Erkältungen,
Kopfschmerzen,
Menstruationsbeschwerden,
Migräne,
Nachwehen,
Ödeme,
Reisekrankheit,
Verdauungsbeschwerden,
Wunden,
wissenschaftlicher Name:
Xysmalobium undulatum
Pflanzenfamilie:
Hundsgiftgewächse = Apocynaceae
englischer Name:
andere Namen:
Uzarawurzel
Verwendete Pflanzenteile:
Wurzel
Inhaltsstoffe:
Cardenolidglykoside: Uzarin, Xysmalorin, Phytosterine, Gerbstoffe, Flavonoide
Sammelzeit:
Wurzeln von 2 bis 3 Jahre alten Pflanzen


Anwendung

Uzarawurzel

Uzara kann man wahlweise als Tee, Tinktur oder als Fertigpräparat in Tablettenform anwenden.

Die häufigste Art, Uzara anzuwenden sind Tinkturen aus der Apotheke.

Unbearbeitete Pflanzenteile sind von der Uzarapflanze in Mitteleuropa kaum erhältlich.

Von der Tinktur nimmt man ein bis drei mal täglich 10-50 Tropfen ein oder wie auf der Packungbeilage angegeben.

Wenn einem die Tinktur zu konzentriert ist, kann man sie mit Wasser verdünnen.

Dragees nimmt man entsprechend der Packungsbeilage ein.

Traditionell wird das Pulver der Wurzel auf Verletzungen und Abszesse gestreut.



Wirkung

Die Uzarawurzel wirkt nicht nur schnell durchfallhemmend, sondern verhindert auch, dass zu viele Elektrolyte mit dem Durchfall ausgeschieden werden.

Diese Zusatzwirkung ist bei Durchfall besonders wichtig, denn viele Probleme bei Durchfallerkrankungen sind eine Folge des Elektrolytverlustes.

Die Wirkung der Uzarawurzel tritt sehr schnell ein, weil ihre Glykoside schnellwirkend sind. Die glatte Muskulatur des Darms (und anderer innerer Organe) wird entspannt und so werden Darmkrämpfe und krampfhafte Darmentleerungen verhindert. Der gleiche Wirkmechanismus hilft auch gegen Periodenkrämpfe und andere krampfartige Beschwerden im Bauchraum.

Die Zulus aus Südafrika halten die Uzarawurzel außerdem für eine wichtige Traumpflanze, weil sie eine ausgeprägte Wirkung auf die Träume haben soll.

Nebenwirkungen

Nebenwirkungen bei der bestimmungsgemäßen Behandlung mit Uzarawurzeln sind nicht bekannt.

Da in der Uzarawurzel jedoch ähnliche Glykoside wirken, wie bei den herzwirksamen Digitalisglykosiden, sollten Herzpatienten mit Digitalisbehandlung die Uzarawurzel nur unter ärztlicher Beobachtung anwenden.

Uzara-Präparate sollen möglichst nicht gespritzt werden, da sie bei dieser Anwendungsform gefährlich sein können.



Geschichtliches

In Südafrika ist die Uzarawurzel den Ureinwohnern schon seit Jahrhunderten als Heilpflanze gegen Durchfall und andere Erkrankungen bekannt. Die Xhosa benutzen sie seit jeher und nennen sie "Uzara", was der Pflanze auch den in Europa bekannten Namen gegeben hat.

1891 wurde die Heilwirkung der Uzarapflanze von einem deutschen Reisenden in Südafrika kennengelernt. Er litt unter starkem Durchfall und erhielt von Eingeborenen den Tipp, die Uzarawurzel als Heilmittel zu versuchen. Er kaute die Uzarawurzel und nach kurzer Zeit ging es ihm wieder gut.

Zurück in Deutschland sorgte er dafür, dass die Heilwirkung der Uzarapflanze genauer untersucht wurde.

Seit 1911 wird die Uzarawurzel in Deutschland medizinisch verwendet und als Trockenextrakt angeboten.




Pflanzenbeschreibung

Uzarawurzel

Uzara ist in Südafrika heimisch.

Sie wächst bevorzugt an sonnigen bis halbschattigen Standorten. Sie braucht nur relativ wenig Wasser.

Die Wurzeln der Uzarapflanze sind dick, knollig und haben viele Seitenwurzeln, wenn die Pflanze etwas älter geworden ist.

Die mehrjährige Pflanze wird bis zu 100 Zentimeter hoch.

Der runde Stengel kann bis zu 3 Zentimeter dick werden. Er führt reichlich Milchsaft.

Von ihm gehen im Abstand von etwa 8 Zentimetern die kreuzständigen Blätter ab. Die Blätter sind lanzettförmig und ledrig. Sie stehen an einem kurzen Stiel. Der Rand der Blätter ist häufig gewellt.

Aus den Blattachseln wachsen die Blütenstände. Die Blüten stehen in runden Dolden von jeweils bis zu 12 Einzelblüten. Die meisten der Blüten haben 5 Blütenblätter.

Aus den Blüten entwickeln sich Balgfrüchte, die bis zu 7 Zentimeter lang werden können.



Anbautipps

Die Uzarapflanze ist nicht winterhart, daher kann man sie in Mitteleuropa nur im Kübel (Wintergarten) oder als Zimmerpflanze anbauen.

Im Winter sollte man die Uzarapflanze möglichst trocken halten. Dann verliert sie meistens ihr Laub, das im Frühjahr wieder erscheint.

Die gelblichen Blüten erscheinen im Sommer.



Sammeltipps

Wenn man die Uzara-Pflanze erfolgreich angebaut hat, kann man die Wurzeln der 2 bis 3 jährigen Pflanzen ernten, in kurze Stücke schneiden und an der Luft im Halbschatten trocknen.

Die Wurzeln sind fleischig und wenn man nur einen Teil abschneidet, kann die Pflanze weiter wachsen (wenn man Glück hat).




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