Süßholz

(Glycyrrhiza glabra)


  

Süßholz


Das Süssholz ist die Wurzel der subtropischen Süssholzpflanze.

Der Saft der Süssholzwurzel ist der Ausgangsstoff für Lakritze.

Süssholz ist aber auch eine vielseitige Heilpflanze.

Es hilft gegen Husten, Magengeschwüre und Kopfschmerzen und stärkt ausserdem niedrigen Blutdruck.

Mit seiner blutreinigenden Fähigkeit ist das Süssholz auch ein wertvoller Begleiter bei Schlankheitskuren oder gegen rheumatische Erkrankungen.



Steckbrief

Haupt-Anwendungen:
Husten,
Gastritis,
Heilwirkung:
abführend,
antibakteriell,
auswurffördernd,
bltudrucksteigernd,
blutreinigend,
entzündungswidrig,
fungizid,
harntreibend,
schleimlösend,
schmerzlindernd,
Anwendungsbereiche:
Bronchitis,
Gicht,
Heißhunger,
Kopfschmerzen,
Magengeschwür,
Magenkrämpfe,
Magenschleimhautentzündung,
Migräne,
Niedriger Blutdruck,
Rheuma,
Sodbrennen,
Übergewicht,
Verstopfung,
Zwölffingerdarmgeschwür,
wissenschaftlicher Name:
Glycyrrhiza glabra
Pflanzenfamilie:
Hülsenfrüchtler = Fabaceae
englischer Name:
Liquorice
andere Namen:
Süßholzwurzel, Lakritze, Lakritzenwurzel, Russisches Süßholz, Spanisches Süßholz,
Verwendete Pflanzenteile:
Wurzel
Inhaltsstoffe:
Glykoside: Glycyrrhizin, Glabrinsäure, Liquiritin, Oleanolsäurederivate; Flavonoide, Isoflavone, Cumarine,
Sammelzeit:
März und April, September und Oktober



Anwendung

Süßholz

Süßholz kann man wahlweise als Tee oder als Tinktur anwenden. Am bekanntesten ist der Süßholz jedoch in Form von Lakritze.

Die häufigste Art, Süßholz-Wurzel direkt anzuwenden ist der Tee.

Gerne wird das Süssholz auch in Teemischungen verwendet, weil es der Mischung eine gewisse Süße und ein angenehmes Aroma verleiht.

Tee

Für einen Süßholz-Tee übergießt man ein bis zwei Teelöffel Süßholz-Wurzeln mit einer Tasse kochendem Wasser und lässt ihn fünfzehn Minuten ziehen.

Anschließend abseihen und den Süßholztee in kleinen Schlucken trinken.

Von diesem Tee trinkt man ein bis drei Tassen täglich.

Wie bei allen stark wirksamen Heilkräutern sollte man nach sechs Wochen Daueranwendung eine Pause einlegen und vorübergehend einen anderen Tee mit ähnlicher Wirkung trinken. Anschließend kann man wieder sechs Wochen lang Süßholz-Tee trinken. Durch die Pause werden eventuelle unerwünschte Langzeitwirkungen verhindert und die erwünschte Süßholz-Wirksamkeit bleibt erhalten und lässt nicht durch Gewöhnung nach.

Süßholz-Teemischung

Gegen Husten kann man folgende Teemischung zusammenstellen.

Sie eignet sich auch für Kinder, weil sie leicht süßlich schmeckt.

  • 40 gr Süßholz-Wurzeln
  • 30 gr Fenchel-Samen
  • 15 gr Anis-Samen
  • 15 gr Spitzwegerich-Blätter

Wer will, kann in den fertigen Tee noch etwas Honig geben, dann wird der Tee noch süßer und man kommt auch in den Genuss der Heilwirkung des Honigs.

Tinktur

Um eine Süßholz-Tinktur selbst herzustellen, übergießt man Süßholzwurzeln in einem Schraubdeckel-Glas mit Doppelkorn oder Weingeist, bis alle Pflanzenteile bedeckt sind, und lässt die Mischung verschlossen für 2 bis 6 Wochen ziehen.

Dann abseihen und in eine dunkle Flasche abfüllen.

Von dieser Tinktur nimmt man ein bis drei mal täglich 10-50 Tropfen ein.

Wenn einem die Tinktur zu konzentriert ist, kann man sie mit Wasser verdünnen.

Süßholz-Honig

Süßholzpulver kann man mit 2 Teilen Honig vermischen und löffelweise einnehmen.

Wurzelstücke kauen

Das Kauen der Wurzelstücke wird gegen Magenbeschwerden, Heißhungerattacken und Alkohol-Kater.

Süßigkeit

Die meisten Lakritze-Zubereitungen kann man vor allem als Süßigkeit betrachten, weil sie unter anderem viel Zucker und andere Süßigkeiten-Zutaten enthalten.

Klassische Lakritze-Stangen aus der Apotheke oder dem Bioladen haben jedoch durchaus eine Heilwirkung, die der eines Süßholz-Tees oder Tinktur entspricht.

Man kann traditionelle Lakritze essen, wenn man unter Husten oder Magenproblemen leidet.

Produkttipps:



Wirkung

Süßholz

Beim Süßholz wirkt vor allem das Glykosid Glycyrrhizin sehr ausgeprägt. Es ist etwa 50 mal süßer als normaler Haushaltszucker.

Außerdem wirkt es, zusammen mit den anderen Wirkstoffen der Süssholzwurzel auswurfördernd, krampflösend, entzündungshemmend.

Eine weitere wichtige Wirkung der Süßholzwurzel ist ihre antibakterielle und fungizide Wirkung.

Wichtig ist zu wissen, dass Süßholz den Blutdruck steigert. Das kann bei Menschen mit niedrigem Blutdruck erwünscht sein, bei Bluthochdruck-Patienten ist es aber eher unerwünscht. Darum sollten diese nicht zu viel Süßholz und Lakritze einnehmen.

Süßholz ist eine ganz besondere Heilpflanze für die Blutreinigung. Es fördert nämlich nicht einfach die Nierentätigkeit, wie die meisten anderen Blutreinigungskräuter, sondern er hilft den einzelnen Körperzellen dabei, ihre Abfallstoffe auszuscheiden. Dadurch reinigt das Süßholz das Gewebe.

Nebenwirkungen

Bei Dauergebrauch und hohen Dosierungen kann Süßholz den Blutdruck erhöhen. Außerdem kann es zu Wassereinlagerungen (Ödemen) kommen, weil Süßholz die Ausscheidung von Natrium (Kochsalz) hemmt und die Kalium-Ausscheidung fördert.

Wechselwirkungen

Die Wirkung von kaliumsparenden Diuretika kann durch große Mengen Süßholz verändert werden.

Manche Herzglykoside wirken stärker im Zusammenhang mit Süßholz.

Gegenanzeigen

Menschen, die unter Bluthochdruck, Kaliummangel, Leberzirrhose oder chronischer Hepatitis leiden, sollten kein Süßholz anwenden.



Anwendungsgebiete

Süßholz

Husten

Süßholz kann man als Tee, Tinktur oder Honig gegen Husten aller Art einnehmen.

Da es auswurffördernd, schleimlösend und krampflösend wirkt, ist es sowohl ein Hustenlöser als auch ein Hustenstiller.

Seine antibakterielle Wirkung hilft zudem, den Husten, insbesondere eine bakterielle Bronchitis, erfolgreich zu bekämpfen.

Magenprobleme

Bei Magenschmerzen und Entzündungen kann Süßholz lindernd und heilend wirken.

Es lindert krampfartige Magenprobleme, sorgt für die Abheilung kleiner Magengeschwüre und bekämpft Infektionen im Magen.

Bei der Verdauung hilft das Süßholz auch, weil es ein wenig abführend wirkt.

Blutreinigung

Weil das Süßholz das Gewebe reinigt, kann man es für Blutreinigungskuren anwenden.

Es hilft auch beim Abnehmen, weil es die Abfallstoffe, die beim Abnehmen vermehrt entstehen, aus den Geweben schleust und für die Entsorgung durch die Nieren vorbereitet.

Außerdem hilft es gegen Heisshunger, wenn man an Süßholzstangen kaut.

Auch gegen Rauchgelüste bei der Rauchentwöhnung kann das Kauen an Süssholzstangen helfen.



Magische Anwendung

Süßholz

Das Kauen von Süßholzstangen soll leidenschaftliche Gefühle erwecken.

Im Beutel mit sich herumgetragen soll Süßholz dabei helfen, die Liebe anzuziehen.

Es wird auch als Zauber für Treue verwendet.



Geschichtliches

Süßholz

Schon in der Antike war das Süßholz als Heilpflanze bekannt.

Der berühmte Theophrastos von Eresos (um 350 v.Chr.) erwähnte das Süßholz gegen Husten.

Im alten Ägypten gab es ein Getränk mit Süßholz namens Mai sus.

Römische Soldaten führten immer Lakritze mit sich, um ein Mittel gegen Husten zur Hand zu haben. Außerdem wurde es als Durstlöscher verwendet.

Im Mittelalter wurde das Süßholz bereits zu Lakritzestangen und Talern verarbeitet.

Heutzutage findet man das Süßholz vor allem als Lakritze, aber auch oft in Mischtees.




Pflanzenbeschreibung

Süßholz

Süßholz ist im Mittelmeerraum und im mittleren Asien heimisch. Es wird sowohl in Spanien, Frankreich und Italien als auch in Russland angebaut.

Es wächst bevorzugt an warmen Standorten auf tiefgründigen Böden.

Die mehrjährige Pflanze wird bis zu 1,50 Meter hoch.

Im Frühjahr treibt die Wurzel neue Stengel mit zahlreichen unpaarigen Fiederblättern aus. An jedem Blatt wachsen bis zu 17 ovale Fiederblättchen.

Die bläulich violetten Schmetterlingsblüten erscheinen zwischen Juni und Juli.

Aus den Süßholz-Blüten entwickeln sich bis zum Herbst die Samen. Die Samen stecken in rötlichen Schoten.



Anbautipps

Süßholz

In sehr milden Gegenden Mitteleuropas, z.B. im Oberrheingebiet, kann man Süßholz im Garten anbauen.

Man kann das Süßholz aus Samen ziehen oder man verwendet fertige Pflanzen.

Der Standort sollte möglichst warm, sonnig und geschützt sein.

Als Boden eignet sich lockerer Boden, der sehr tief geht, damit sich die Wurzeln entfalten können.

Produkttipps:



Sammeltipps

Süßholz

Die langen Wurzelausläufer der Süßholzpflanze sind das eigentliche "Süßholz", das im Herbst geerntet wird.

Diese Wurzelausläufer werden ausgegraben und von der Hauptwurzel (eine lange Pfahlwurzel) getrennt.

Anschließend werden sie gewaschen, geschält und an der Sonne oder im Backofen getrocknet.

Die getrocknete Wurzeln kann man kleinschneiden und als Tee oder Tinktur zubereiten.

Falls man selber Lakritze herstellen will, kocht man die Wurzeln aus, lässt den entstandenen Saft bei niedriger Hitze eindicken.

Aus dem entstandenen Sirup kann man Lakritzestangen gießen, die noch trocknen müssen, bis man Stangen hat. Selbstgemachte Lakritzestangen sind natürlich nicht mit den Lakritze-Süßigkeiten aus dem Supermarkt zu vergleichen.




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