Stark giftig

Stechapfel

(Datura stramonium)


  

Stechapfel

Der Stechapfel ist eine markant aussehende Pflanze mit schönen Trichterblüten und stacheligen Fruchtkapseln. Man findet ihn vereinzelt auf Brachland oder an Wegrändern.

Als giftiges Nachtschattengewächs ist der Stechapfel stark giftig, hat aber auch erhebliche Heilkräfte, die früher gegen Asthma und Nervosität genutzt wurden.

Heutzutage wird der Stechapfel nicht mehr medizinisch genutzt, weil die Giftigkeit letzlich größer als seine Heilkraft ist. Nur in der Homöopathie wird der Stechapfel noch gelegentlich verwendet, weil er in homöopathischer Potenzierung ungefährlich ist.



Steckbrief

Haupt-Anwendungen: Asthma (früher),
Heilwirkung: beruhigend,
hustenstillend,
krampflösend,
schmerzstillend,
Anwendungsbereiche: Früher:
Keuchhusten,
Krampfhusten,
Nervosität,
Neuralgien,
Rheuma (äußerlich),

Homöopathie (D4 bis D6):
Augenentzündungen,
Infektionskrankheiten,
Keuchhusten,
Krampfhusten,
Nervosität,
Neuralgien,

wissenschaftlicher Name:Datura stramonium
Pflanzenfamilie:Nachtschattengewächse - Solanaceae
englischer Name:Datura, jimsonweed, thorn-apple
andere Namen:Asthmakraut, Donnerkugel, Dornapfel, Dornkraut, Hexenkraut, Igelskolben, Krötenmelde, Liebeszwinger, Rauchapfelkraut, Rauhapfel, Schlafkraut, Stachelnuss, Teufelsapfel, Tollkörner, Tollkraut, Zigeunerapfel
Verwendete Pflanzenteile:Blätter, Samen
Inhaltsstoffe:Alkaloide: Hyoscyamin, Atropin, Scopolamin


Anwendung

Stechapfel
Achtung! Stark giftig.

Stechapfel nur homöopathisch anwenden.

Früher wurde der Stechapfel als Tinktur gegen Asthma und Nervosität verwendet.

Gegen Asthma wurden auch Asthma-Zigaretten angeboten. Deren Rauch sollte die Atmung erleichern.

Äußerlich wurden Stechapfelblätter, die mit heißem Wasser aufgeweicht wurden, auf schmerzhaft entzündete Gelenke gelegt, z.B. bei Rheuma. Auch Stechapfeltinktur wurde gegen rheumatische Beschwerden eingerieben.

Inzwischen wird der Stechapfel jedoch nicht mehr in der Pflanzenheilkunde angewendet, weil er zu giftig ist.

Homöopathie

Das homöopathische Mittel Datura wird bevorzugt in den Potenzen D4 bis D6 angewendet.

Man gibt es bei besonders starker Unruhe, aber auch, wie früher die Tinktur, bei Asthma, Keuchhusten und neuralgischen Erkrankungen.



Wirkung

Stechapfel

Die Wirkstoffe des Stechapfels erleichtern die Atmung bei Asthma, weil sie die Bronchien erweitern.

Außerdem hat der Stechapfel eine beruhigende Wirkung, weswegen er früher gegen Nervosität verwendet wurde.

Ferner wirkt der Stechapfel stark schmerzstillend.

Giftwirkung

Obwohl der Stechapfel sehr giftig ist, kommt es nur selten zu unbeabsichtigten Vergiftungen. Das Aussehen des Stechapfels verlockt nicht zum "Naschen".

Falls es dennoch zu eienr Vergiftung kommt, verläuft diese meist milder als bei Vergiftungen durch die Tollkirsche.

Es kommt zu Halskratzen, Mundtrockenheit, Sehstörungen und Unruhe. In schweren Fällen kann es auch zu Lähmungen, Sinnestäuschungen und Halluzinationen kommen.

In sehr schweren Fällen kann eine Stechapfelvergiftung auch zum Tode führen.

Bei Missbrauch des Stechapfels kann es zu Abhängigkeit kommen.

Bei Hautkontakt kann es bei empfindlichen Menschen zu Hautreizungen kommen.

Bei einer Stechapfel-Vergiftung kann man starken schwarzen Kaffee oder starken Eichenrinde-Tee als Gegenmittel trinken. Natürlich sollte man auch dringend einen Arzt aufsuchen.



Magische Anwendung

Stechapfel

Da der Stechapfel ursprünglich in Amerika heimisch ist, wurde er dort auch zuerst für magische Zwecke verwendet, lange bevor der Stechapfel in Europa auftauchte.

Für die Azteken war der Stechapfel eine heilige Pflanze.

Sobald der Stechapfel in Europa heimisch wurde, nutzte man ihn auch hier für magische Zwecke.

Eine beliebte magische Anwendung ist die Auflösung von Flüchen. Bestehende Flüche sollen mithilfe des Stechapfels rückgängig gemacht werden. Dazu werden Pflanzenteile im Haus des Fluchopfers ausgestreut.

Der Stechapfel soll auch vor bösen Geistern und Schlaflosigkeit schützen.



Geschichtliches

Stechapfel

Wahrscheinlich kam der Stechapfel erst im 16. Jahrhundert über das südliche Russland nach Europa. Daher war er im klassischen Altertum nicht bekannt und wurde darum auch damals nicht als Heilpflanze verwendet..

Nach seiner Einführung in Europa wurde der Stechapfel vor allem als Hausmittel und für magische Zwecke verwendet.

Erst im 18. Jahrhundert wurde er erstmals von Ärzten offiziell als Medikament verwendet. Der Wiener Arzt von Stoerck machte den Stechapfel als Medikament bekannt.

In der Folgezeit wurden Stechapfel-Tinktur oder -Extrakt gegen Asthma, krampfartigen Husten und nervöse Unruhe verabreicht.

Asthma-Zigaretten aus den Blättern sollten die Atmung bei Asthma erleichtern. Sie wurden noch weit ins 20. Jahrhundert hinein gerne geraucht.




Pflanzenbeschreibung

Stechapfel

Stechapfel kommt ursprünglich aus Mexiko, aber er ist inzwischen auch in Europa heimisch.

Er wächst bevorzugt auf trockenen aber nährstoffreichen Böden und an sonnigen oder halbschattigen Stellen. Daher findet man ihn manchmal auf Schuttplätzen, im Brachland und an Wegrändern.

Die einjährige Pflanze wird bis über 100 Zentimeter hoch, sofern der Standort günstig ist.

In den Boden ragt eine lange Pfahlwurzel.

Die kahlen Stengel verzweigen sich gabelästig.

Die grünen Blätter sind eiförmig, laufen vorne spitz zu und bestehen aus mehreren spitzen Lappen. Ihr Rand ist grob gezähnt oder buchtig.

Die weißen bis leicht violetten Blüten erscheinen zwischen Juni und Oktober in den Achseln der Stengel. Sie sind trichterförmig, haben fünf Zipfel und öffnen sich erst gegen Abend. Sie werden bis zu 8 cm lang. Ihr Duft ist schwer und süßlich. Die Blätter und Stengel hingegen riechen eher unangenehm; ihr Duft erinnert ein wenig an Kichererbsen.


Stechapfel

Aus den Stechapfel-Blüten entwickeln sich stachelige Samenkapseln.

Diesen Samenkapseln verdank der Stechapfel seinen Namen.

Die Samenkapseln sind zunächst grün und fleischig. Sie stehen in den Stengelachseln senkrecht nach oben. Die Kapseln werden bis zu 4 cm lang.


Stechapfel

Im Reifezustand werden die Samenkapseln braun und trocken.

Sie öffnen sich, sodass man die zahlreichen kleinen, schwarzen Samen sehen kann, die sich in den vier Kammern der Kapsel befinden.

Verwandte Arten

Der heimische Stechapfel hat weltweit zahlreiche Verwandte.

Indischer Stechapfel (Datura metel)

Indischer Stechapfel

In Indien und anderen asiatischen Ländern gedeiht der indische Stechapfel.

Die Pflanzen werden häufig größer als die des europäischen Stechapfels.

Die Blätter sind nicht gelappt und gezähnt, sondern haben eine rundliche Eiform mit einer Spitze am Ende.

Die Blüten werden sehr schön und dekorativ.

Nickender Stechapfel (Datura innoxia)

Nickender Stechapfel

Der nickende Stechapfel (auch: Großblütiger Stechapfel) stammt ursprünglich aus Mittelamerika, kommt im Mittelmeerraum und auf den kanarischen Inseln jedoch häufig verwildert vor.

Er wird häufig größer als der europäische Stechapfel. Auch seine weißen oder leicht violetten Blüten werden etwas größer (bis zu 20 cm lang).

Anders als beim europäischen Stechapfel stehen die Kapselfrüchte nicht nach oben, sondern hängen nach unten, als würden sie nicken.



Anbautipps

Stechapfel

Der Anbau des Stechapfels ist relativ einfach. Er braucht nährstoffreiche Böden und einen mindestens halbsonnigen Standort.

Man kann die Samen in kleinen Anzuchttöpfen vorkultivieren, bevor man die jungen Pflanzen im späten Frühjahr ins Freiland auspflanzt. Der Abstand zwischen zwei Pflanzen sollte mindestens 70 cm betragen.

Die Stechapfelpflanzen wachsen schnell, wenn sie sich am Standort wohlfühlen.

In Gärten mit Kindern sollte wegen der Giftigkeit kein Stechapfel angepflanzt werden.



Sammeltipps

Stechapfel

Wegen der Giftigkeit des Stechapfels sollte man keine seiner Teile für die medizinische Anwendung ernten oder sammeln.




Disclaimer: Frage Deinen Arzt oder Apotheker
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