Stark giftig Seidelbast


  


Der Seidelbast ist manchmal als Zierpflanze in Gärten zu finden. Er kommt auch wild in Laubwäldern vor.

Das Besondere am Seidelbast ist die Tatsache, dass die Blüten direkt am Stamm der Zweige wachsen.

Der Seidelbast ist sehr giftig. Schon die Berührung der Zweige kann zu Hautreizungen führen.

Der Verzehr der roten Früchte ist tödlich giftig.

In der Heilkunde darf man den Seidelbast daher nur in homöopathischer Verdünnung anwenden. Ab D4 hilft der Seidelbast gegen Hautprobleme, Ekzeme und nässende Ausschläge. Auch gegen Kopfschmerzen kann man den Seidelbast einsetzen.



Steckbrief

Haupt-Anwendungen:
Ekzeme (Homöopathisch),
Zahnschmerzen (Homöopathisch),
Heilwirkung:
hautreizend,
harntreibend,
Anwendungsbereiche:
Achtung! Stark giftig. Nur in verschriebenen Fertigpräparaten oder homöopathisch anwenden.

Homöopathisch ab D4

Blasenkrämpfe,
Blähungen,
Bläschen,
Dekubitus,
Eingeschlafene Füsse,
Ekzeme,
Gastritis,
Gelenkschmerzen,
Gelenkversteifung,
Gürtelrose,
Harnbrennen,
Hautbläschen,
Hautjucken,
Hautkrankheiten,
Hautschuppen,
Herpes Zoster,
Impetigo,
Kolik,
Kopfschmerzen,
Magengeschwür,
Magenschleimhautentzündung,
Magenschmerzen,
Menorrhagie,
Migräne,
Nackenschmerzen,
Nässende Ausschläge,
Neuralgien,
Neurodermitis,
Niesen,
Niesreiz,
Offene Beine,
Pruritus,
Rückenschmerzen,
Schnupfen,
Trigeminusneuralgie,
Ulcus ventriculi,
Verstopfung,
Zungenbrennen,
wissenschaftlicher Name:
Daphne mezereum, Thymelaea mezereum
Pflanzenfamilie:
Seidelbastgewächse = Thymelaeaceae
englischer Name:
volkstümliche Namen:
Kellerhals, Berg-Pfeffer, Brennwurz, Buschweide, Deutscher Pfeffer, Elendsblum, Giftbäumlein, Giftbeere, Wilder Holler, Holzmännchen, Hundszigel, Insigel, Kälberhals, Kellerkraut, Menschendieb, Pfefferstrauch, Wilder spanischer Pfeffer, Rechbeere, Seidelbaum, Süssbast, Waldlorbeer, Waldveigl, Warzenkraut, Warzenbast, Wolfsbast, Zahnwehholz, Zeiland, Ziland, Zilander, Zillingsbeer
Verwendete Pflanzenteile:
Rinde
Inhaltsstoffe:
Daphnetoxin, Daphnin, Mezerin, Cumaringlycosid, Flavonoide, Hesperidin
Sammelzeit:


Anwendung


Achtung! Stark giftig.

Seidelbast nur in verschriebenen Fertigpräparaten oder homöopathisch anwenden.

Da der Seidelbast sehr giftig ist, kann man ihn nicht als normale Heilpflanze anwenden.

Als homöopathisches Mittel Mezereum kann man den Seidelbast jedoch ab der Potenz D4 einnehmen. Am besten verwendet man den Seidelbast auch in dieser homöopathischen Zubereitung nur unter Aufsicht eines Arztes.

So hilft er vor allem gegen juckende Hautentzündungen, die dazu neigen Bläschen und Krusten zu bekommen, insbesondere, wenn zusätzlich neuralgische Schmerzen auftreten.

Daher wird Mezereum gerne gegen Gürtelrose angewendet, denn bei Gürtelrose kommt es zu all den genannten Symptomen und es gibt ansonsten relativ wenig Heilmittel gegen die quälende Gürtelrose.

Äusserlich

In der Volksheilkunde wird eine stark verdünnte Tinktur für Einreibungen gegen rheumatische Schmerzen verwendet.

Die Wirkung wird unter anderem dadurch erreicht, dass die Haut gereizt wird und Blasen bildet. Dadurch wird die Entzündung aus dem Gelenk "abgeleitet" und über die Haut "ausgeleitet".

Aufgrund der Giftigkeit des Seidelbastes und der Schmerzhaftigkeit der Wirkung sollte man jedoch auf diese Anwendung besser verzichten.


Vergiftungserscheinungen

Der Seidelbast ist eine potentiell tödlich giftige Pflanze.

Schon durch einfachen Hautkontakt kann es zu Hautreizungen und Blasen kommen. In schweren fällen stirbt das Gewebe ab, es kommt zur Nekrose.

Innerlich eingenommen ist der Seidelbast noch gefährlicher.

Zunächst kommt es zu Brennen der Mund- und Rachenschleimhäute, dann zu Reizungen von Magen, Darm und Nieren mit Durchfall und Erbrechen. Auch kann es zu Kopfschmerzen und Lähmungserscheinungen kommen.

Der Tod tritt bereits nach wenigen Früchten ein, schon 3 bis 15 Beeren können eine tödliche Dosis darstellen.

Eine wichtige Erste Hilfe Massnahme ist die Entleerung des Magens.

Dann sollte sofort der Notarzt gerufen werden beziehungsweise man sollte ein Krankenhaus aufsuchen.


Geschichte

In Oberösterreich gibt es eine Legende, nach der der Seidelbast über besondere Kräfte verfügt, weil er im Zusammenhang mit Jesus eine gewisse Rolle gespielt hat. Damals soll der Seidelbast zusätzlich zu den Palmwedeln gestreut worden sein, als Jesus in Jerusalem einzog. Anschliessend wurde das Kreuz aus dem Holz des damals noch grossen Seidelbastbaumes gefertigt, besagt die Legende. Daher traf ein Fluch den Seidelbast und er wurde zu einem kleinen Strauch.

In einen Palmbusch gebunden, soll der Seidelbast heilkräftige Wirkungen haben.

Ein oder zwei Blüten des Seidelbasts sollen ganzjährig vor Sodbrennen schützen.

Bei Hochzeitskutschen soll man den Pferden einige Seidelbastbeeren zu fressen geben, damit sie möglichst laut wiehern und dadurch Glück bringen.

Achtung! In der Praxis sollte man von diesen Brauch Abstand nehmen, denn Seidelbastbeeren brennen im Mund und in den Verdauungswegen.

Wenn man jemanden ärgern wollte, sollte man Seidelbastbeeren ins Kochfeuer werfen. Dadurch würden alle Speisen anbrennen.

Andere Legenden vermuten eine aphrodisierende Wirkung beim Seidelbast, die durch die Pharmakologie durchaus bestätigt wird.

Ausserdem wurde die Blühreihenfolge des Seidelbasts als landwirtschaftliches Orakel verwendet. Wenn der Seidelbast zuerst oben aufblüht, sollte man möglichst früh säen, weil die Frühsaat besonders gut gedeihen sollte.



Pflanzenbeschreibung

Seidelbast

Der Seidelbast steht streng unter Naturschutz.

Er wächst in Europa und Nordasien an Waldrändern, in lichten Wäldern, Hecken und anderen halbschattigen Standorten.

Der kleine Strauch wird meist zwischen 50 cm bis 1 Meter hoch.

Unter günstigen Bedingungen, beispielsweise wenn er kultiviert wird, kann der Seidelbast auch bis über 2 Meter hoch werden.

Seine Rinde ist graubraun.

Zwischen Februar und April blüht der Seidelbast noch bevor die Blätter austreiben.

Ähnlich wie bei einem tropischen Gewächs sitzen die Blüten direkt am Stengel, was dem Seidelbast ein exotisches Aussehen gibt.

Die Blüten sind rosa und duften stark und angenehm. Sie sind recht klein und stehen in Dreiergruppen in den ehemaligen Blattachseln.

Gegen Ende der Blütezeit treiben die lanzettlichen Blätter aus, die die Blüten deutlich überragen.

Aus den Blüten entwickeln sich leuchtend rote, eiförmige Beeren, die stark giftig sind.

Schon wenige Früchte können tödlich wirken.

Drosseln sind anscheinend immun gegen das Gift der Seidelbast-Beeren. Sie fressen die Beeren gerne und verbreiten so die Pflanze.


Anbautipps

Da der Seidelbast sowohl in der Blütephase als auch mit den roten Beeren sehr hübsch aussieht, wird er gerne in Gärten angepflanzt.

In einem Haushalt mit Kindern sollte man jedoch besser auf diese giftige Pflanze im garten verzichten.

Der Seidelbast liebt nährstoffreichen, kalkhaltigen Gartenboden und bevorzugt einen Standort im Halbschatten.

Wenn man ihn aussäen will, dann tut man das am besten im Oktober.

Einfacher ist es, die Triebspitzen im Frühjahr zu Stecklingen heranzuziehen.

Damit man keine Hautreizungen bekommt, sollte man beim Hantieren mit der Pflanze Handschuhe tragen.

Am einfachsten ist es, die Pflanze fertig in einer Gärtnerei zu kaufen, falls sie erhältlich ist.


Sammeltipps

Das Sammeln von Teilen des Seidelbasts ist nur von eigenen Pflanzen möglich, weil die Pflanze streng unter Naturschutz steht.

Aber auch bei eigenen Pflanzen sollte man auf das Sammeln besser verzichten, weil es sich um eine stark giftige Pflanze handelt und man besser keine selbstgemachten Kräutermittel von ihr anwendet.

Wenn man dennoch unbedingt von eigenen Pflanzen sammeln will, dann erntet man die Rinde junger Äste bevor die Pflanze blüht. Das ist im Spätwinter der Fall.

Die Rinde wird sofort als Tinktur angesetzt.

Achtung! Ausschliesslich stark verdünnt anwenden.

Disclaimer: Frage Deinen Arzt oder Apotheker
Der Besuch dieser Seite kann nicht den Besuch beim Arzt ersetzen.
Ziehe bei ernsthaften oder unklaren Beschwerden unbedingt Deinen Arzt zu Rate.


  


Home Up