Leicht giftig Schneeglöckchen


  


Wenn das Schneeglöckchen blüht, ist der Winter endlich vorbei.

Diese freudige Botschaft des zarten, weissblühenden Schneeglöckchens kennt fast jeder.

Doch als Heilpflanze ist das Schneeglöckchen fast unbekannt. Auch in alten Kräuterbüchern findet sich das Schneeglöckchen nicht.

Dabei birgt die Zwiebel des Schneeglöckchen Hoffnung für Alzheimer-Kranke und kann auch Kinderlähmung und Neuralgien linden.



Steckbrief

Heilwirkung:
Alzheimer,
Gedächtnisstörungen,
Kinderlähmung,
Nervenschmerzen,
Trigeminus Neuralgie,
Myasthenie (Muskelschwäche),
Menstruations fördernd,
wissenschaftlicher Name:
Galanthus nivalis
Pflanzenfamilie:
Amaryllisgewächse = Amaryllidaceae
englischer Name:
Snowdrop
volkstümlicher Name:
Hübsches Februar-Mädchen, Kleines Schneeglöckchen, Lichtmessglöckchen, Lichtmessglocken, Marienkerzen, Milchblume, Schnee-Durchstecher, Weiße Jungfrau.
Verwendete Pflanzenteile:
Knollen
Inhaltsstoffe:
Galantamin, Lycorin
Sammelzeit:
Ab Spätfrühling


Anwendung


Schneeglöckchen, die unbekannte Heilpflanze

Das Schneeglöckchen ist eine sehr ungewöhnliche Heilpflanze.

Es war nämlich weder in der Antike, noch im europäischen Mittelalter als Heilpflanze bekannt. Daher haben wir hierzulande gar keine Tradition in der Anwendung des Schneeglöckchens. Den meisten Menschen gilt das Schneeglöckchen ausschliesslich als Zierpflanze ohne Heilwert.

Schneeglöckchen im Kaukasus

Im Kaukasus wird das dortige Schneeglöckchen (Galanthus woronowii) jedoch schon lange in der Volksheilkunde verwendet.

Die alten Menschen essen die Zwiebeln gegen Alterserscheinungen und Gedächtnisschwäche.

Kinder, die an Kinderlähmung erkrankt sind, werden mit einem Tee aus den Zwiebeln behandelt. Bei so behandelten Kindern hinterlässt die Kinderlähmung gewöhnlich keine dauerhaften Schäden.

Schneeglöckchen-Wirkstoffe gegen Alzheimer

Die Anwendung des Schneeglöckchens im Kaukasus wurde von bulgarischen Forschern untersucht und sie entdeckten unter anderem das Alkaloid Galantamin, auch Galanthamin genannt.

Dieser Wirkstoff ist in der Lage, die Folgen von Alzheimer deutlich zu lindern, wenn auch die Grunderkrankung nicht zu heilen.

Da es weltweit sehr viele Alzheimer-Patienten gibt, die von diesem Alkaloid profitieren könnten, reichen die natürlichen Vorkommen in Schneeglöckchen bei weitem nicht aus.

Daher wurde lange Zeit geforscht, bis es endlich gelang, das Galantamin synthetisch herzustellen. Inzwischen gibt es ein pharmazeutisches Mittel, das künstliches Galantamin enthält und zur Linderung der Alzheimer-Symptome eingesetzt wird.

Auch gegen neuralgische Schmerzen kann man Galantamin einsetzen.

Andere Heilwirkungen

Bestimmt gibt es ausser den Heilwirkungen auf das Nervensystem und der Fähigkeit, die Menstruation zu aktivieren, noch etliche andere Heilwirkungen des Schneeglöckchens.

Doch der Einsatz gegen Alzheimer ist so wichtig und es gibt keine traditionelle Erfahrung über die Verwendung des Schneeglöckchens in der Heilkunde, dass andere Heilwirkungen kaum bekannt sind.

Siehe auch:




Pflanzenbeschreibung


Das Schneeglöckchen kommt ursprünglich aus Südosteuropa und dem Kaukasus. Die verbreitetste Art Galanthus nivalis wächst jedoch schon lange in mitteleuropäischen Gärten und kommt in Mittel- und Westeuropa auch verwildert vor.

Da die Pflanze wildwachsend sehr selten ist, ist sie in Deutschland geschützt, darf also nicht gesammelt werden.

Das Schneeglöckchen ist eine Zwiebelblume, sie wächst also aus Zwiebelknollen, die ziemlich dicht unter der Erdoberfläche ruhen.

Sobald der Frost im Winter nachlässt, treiben die Schneeglöckchen ab Februar schmale Blätter aus. Die zarten Knospen werden noch von einem extra Blatt geschützt.

Die jungen Triebe des Schneeglöckchens produzieren ein bisschen Wärme, sodass sie Schnee in ihrer direkten Umgebung schmelzen können.

Schon wenige Tage nach dem Erscheinen der Knospen blühen die Schneeglöckchen auf und kündigen damit den Vorfrühling an. Die Blüten sind weiss, sehr zart und hängen nickend am Stengel, was ihnen den Namenszusatz "Glöckchen" eingebracht hat.

Aussenrum gibt es drei längliche schneeweisse Blütenblätter und im Inneren drei zusammengewachsene Blätter, die weiss und grün sind.

Die Samen bilden sich nach dem Verblühen in kleinen Samenkapseln. Sie werden gerne von Ameisen verbreitet.

Das Schneeglöckchen Galanthus nivalis ist verwandt mit vielen anderen Schneeglöckchen-Arten und auch mit dem Märzenbecher, der gerne in Gärten angebaut wird. Alle Arten haben ähnliche Heilwirkungen.


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