Leicht giftig Schmerwurz


  

Dicke, glänzend rote Beeren leuchten verlockend aus dem Gebüsch, doch die Beeren der Schmerwurz sind giftig und brennen schaurig im Mund, wenn man der Verlockung nicht widerstehen kann.

Daher sollte man die Schmerwurz nur stark verdünnt anwenden, es sei denn, man will bei äusserlicher Anwendung gezielt seine Haut reizen, um beispielsweise Rheuma zu lindern.



Steckbrief

Heilwirkung: Achtung! Leicht giftig. Nur niedrig dosiert, in Fertigpräparaten, homöopathisch oder äusserlich anwenden.

Die Pflanze ist geschützt!,
harntreibend,
hämolytisch (Blut auflösend),
Verstopfung,
Gicht,
Kreislauf anregend,
Hautreizend,
Äusserlich zum Einreiben gegen Rheuma,

wissenschaftlicher Name:Tamus communis, Dioscorea communis
Pflanzenfamilie:Yamswurzelgewächse (oder Schmerwurzgewächse) = Dioscoreaceae
englischer Name:Black bindweed, Black bryony
volkstümliche Namen:Echte Schmerwurz, Feuerwurzel, Schmerzwurz, Späggbeeri, Speckwurzel, Stickwurz
Verwendete Pflanzenteile:Wurzel
Inhaltsstoffe: Saponine, Kalziumoxalat, Diosgenin, Phenanthren-Derivate, Glykosid Dioscin, Glykosid Gracillin, Alkaloid, Schleim, Histaminartige Reizstoffe
Sammelzeit:Herbst, Frühling


Anwendung

Achtung! Leicht giftig.

Schmerwurz nur niedrig dosiert, in Fertigpräparaten, homöopathisch oder äusserlich anwenden.

Die Schmerwurz enthält einige Substanzen, die sie leicht giftig machen. Daher ist sie heikel in der Anwendung. Sie sollte nicht frisch und roh verwendet werden.

Am besten verwendet man sie nur in homöopathischer Dosis.

Früher wurde die Wurzel gegen stumpfe Verletzungen wie Prellungen und Quetschungen eingesetzt.

Die Volksheilkunde verwendete frische Wurzelscheiben, um rheumatisch entzündete Gelenke damit einzureiben. Diese Anwendungsart beruht vermutlich auf der hautreizenden Wirkung der frischen Wurzel. Durch die Reizung wird die Entzündung aktiviert und kann infolgedessen gelindert werden.

Wie die Yamswurzel enthält auch die Schmerwurz Diosgenin, eine Substanz, die dem weiblichen Hormon Progesteron ähnelt. Eigentlich müsste die Schmerwurz daher auch gegen Prämenstruelles Syndrom und Wechseljahrsbeschwerden helfen können. Diese Art der Anwendung ist bei der Schmerwurz jedoch nicht überliefert.



Giftwirkung

Nach dem Essen der rohen Beeren oder Wurzeln der Schmerwurz kommt es durch die Kalziumoxalate und den histaminähnlichen Hautreizstoff zu Brennen im Mund, dann zu Erbrechen und Durchfall.

Bei Kindern reichen schon zwei Beeren, um eine Magen-Darm-Entzündung hervorzurufen.

Bei Hautkontakt kann es zu Hautreizungen bis hin zu Blasenbildung kommen.

Als erste Hilfe kann man zunächst den Mund mit Wasser ausspülen und Aktiv-Kohle gegen die Reizung der Verdauungsorgane.

In schweren Fällen sollte der Arzt gerufen werden.




Pflanzenbeschreibung

Die Schmerwurz ist die einzige Art der Yamswurzel-Familie, die in Mitteleuropa heimisch ist. Noch wohler fühlt sich die Schmerwurz jedoch in Südeuropa, Ungarn und Russland.

Sie wächst bevorzugt an Waldrändern, in Gebüschen und Hecken.

Die mehrjährige Schmerwurz ist eine Kletterpflanze, deren Triebe bis zu drei Meter hoch werden.

Die herzförmigen Blätter sitzen auf eigenen Stengeln, die dem Hauptstengel entspringen. Die Blätter sind etwa zehn Zentimeter lang.

Zwischen Mai und Juni blüht die Schmerzwurz mit unscheinbaren gelbgrünen Blüten, die in Trauben wachsen. Die Blüten sind dreizählig.

Im frühen Herbst reifen leuchtend rote, glänzende Beeren mit etwa einen Zentimeter Durchmesser heran.


Disclaimer: Frage Deinen Arzt oder Apotheker
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