Schlüsselblume


  

Schlüsselblume Die Schlüsselblume ist der Inbegriff der Frühjahrsblüher, doch in den letzten Jahrzehnten ist sie sehr selten geworden.

Daher steht sie auch unter Naturschutz und darf nicht gesammelt werden. Man kann sich ihrer aber erfreuen, wenn man auf sie trifft und im Garten kann man sie anbauen und darf sie dann auch ernten.

Da die Schlüsselblume entkrampfend und schleimlösend wirkt, ist sie als Hustentee sehr geeignet. Sie wirkt vor allem gut, wenn der Schleim festsitzt. Besonders gerne wird sie zur Linderung eines Altershustens verwendet, wenn das schwächer werdende Herz dazu führt, dass sich die Flüssigkeit in der Lunge staut. In diesen Fällen erleichert sie das Abhusten der Flüssigkeit und dadurch entlastet sie auch den Kreislauf.

Ausser gegen Husten verwendet die Volksheilunde die Schlüsselblume auch gegen Nervosität und Neuralgien. Selbst Migräne soll gelindert werden.



Steckbrief

Haupt-Anwendungen: Husten,
Heilwirkung: beruhigend,
blutreinigend,
blutstillend,
entzündungshemmend,
harntreibend,
krampflösend,
schleimlösend,
schmerzlindernd,
schweisstreibend,
Stoffwechsel anregend,
Anwendungsbereiche: Bronchitis,
Erkältung,
Gicht,
Halsentzündung,
Herzschwäche,
Keuchhusten,
Kehlkopfentzündung,
Kopfschmerzen,
Lungenentzündung,
Migräne,
Mundfäule,
Mundschleimhautentzündung,
Neuralgien,
Ödeme,
Rheuma,
Schlaflosigkeit,
Schnupfen,
Schwindel,
Verstopfung,
Vitamin C Mangel,
Zahnfleischentzündung,
wissenschaftlicher Name:Primula veris, Primula officinalis
Pflanzenfamilie:Primelgewächse = Primulaceae
englischer Name:Cowslip
volkstümliche Namen:Allelujableaml, Arznei-Schlüsselblume, Auritzel, Bärenohr, Batenge, Eieräuglein, Eierkraut, Ehrezeicheli, Fastenbleaml, Frauenschlüssel, Gichtblume, Heiratsschlüssel, Himmelschlüssel, Kraftblume, Märzenblümli, Madäneli, Mundfäulkraut, Petriblume, Schmalzschüsseli, Trubechnöpfli, Wiesen-Primel
Verwendete Pflanzenteile:Wurzel, Blüten
Inhaltsstoffe:Saponine, Flavone, Primulaverosid, Primverosid, Phenolglykoside, ätherisches Öl, Gerbstoff, Kieselsäure
Sammelzeit:Achtung! Die Pflanze ist geschützt!
März bis Mai
Fotos der Schlüsselblume



Video

In einem Video stelle ich die Heilpflanze Schüsselblume vor.

Dauer: 4 Min 15 Sek


Bei Youtube anschauen

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Anwendung

Schlüsselblume Schlüsselblume kann man wahlweise als Tee oder als Tinktur anwenden.

Die häufigste Art, Schlüsselblume anzuwenden ist der Tee.

Tee

Für einen Schlüsselblume-Tee übergiesst man ein bis zwei Teelöffel Schlüsselblumen-Wurzeln oder Blüten mit einer Tasse kochendem Wasser und lässt ihn zehn Minuten ziehen.

Anschliessend abseihen und in kleinen Schlucken trinken.

Von diesem Tee trinkt man ein bis drei Tassen täglich.

Wie bei allen Heilkräutern sollte man nach sechs Wochen Daueranwendung eine Pause einlegen und vorübergehend einen anderen Tee mit ähnlicher Wirkung trinken. Anschliessend kann man wieder sechs Wochen lang Schlüsselblume-Tee trinken. Durch die Pause werden eventuelle unerwünschte Langzeitwirkungen verhindert und die erwünschte Schlüsselblume-Wirksamkeit bleibt erhalten und lässt nicht durch Gewöhnung nach.

Produkttipps:

Frühjahrskur-Teemischung

Schlüsselblume Die Schlüsselblumen-Blüten eignen sich sehr gut für einen Frühjahrskur-Tee.

Man kann sie mit folgenden Kräutern sehr gut mischen:

  • Birkenblätter
  • Brennesselblätter
  • Löwenzahn
  • Vogelmiere
  • Ehrenpreis
Von diesen Kräutern kann man die verfügbaren mit Schlüsselblume gemischt als Frühjahrstee trinken.

Siehe auch:

Schlüsselblume als Einzeltee

Schlüsselblume kann man innerlich, als Tee vor allem gegen Katarrhe der Atemwege einsetzen.

Schleim wird gelöst und Entzündungen werden gelindert.

Daher hilft die Schlüssenblume gegen Husten, aber auch gegen Halsentzündungen und Entzündungen der Mundschleimhaut.

Man kann die Schlüsselblumen-Blüten und Wurzeln daher gut einem Grippe-Mischtee beifügen oder als Einzeltee trinken.

Ausserdem hilft die Schlüsselblume gegen ein aufgescheuchtes Nervensystem. Sie beruhigt die Nerven, sodass man besser einschlafen kann und Kopfschmerzen verschwinden.

Ein schwaches Herz wird durch Schlüsselblumentee gestärkt und Wasseransammlungen in den Füssen werden ausgeschwemmt. Die Volksheilkunde setzt die Schlüsselblume auch zur begleitenden Behandlung von Herzmuskelentzündung und Neigung zu Schlaganfall ein.

Tinktur

Schlüsselblume Um eine Schlüsselblume-Tinktur selbst herzustellen, übergiesst man Schlüsselblume in einem Schraubdeckel-Glas mit Doppelkorn oder Weingeist, bis alle Pflanzenteile bedeckt sind, und lässt die Mischung verschlossen für 2 bis 6 Wochen ziehen.

Dann abseihen und in eine dunkle Flasche abfüllen.

Von dieser Tinktur nimmt man ein bis drei mal täglich 10-50 Tropfen ein.

Wenn einem die Tinktur zu konzentriert ist, kann man sie mit Wasser verdünnen.

Schlüsselblumen-Tinktur kann man gegen Migräne, Neuralgien und Schwindelanfälle einsetzen.

Achtung!
Empfindliche Menschen bekommen durch Berührung der Schlüsselblumen manchmal einen juckenden Ausschlag (Allergie).

Bei innerlicher Anwendung kann es bei diesen empfindlichen Menschen zu Übelkeit, Erbrechen oder Durchfall kommen.



Magische Anwendung

Schlüsselblume Die Druiden der Kelten haben die Schlüsselblume wahrscheinlich zu kultischen Zwecken bei Frühlingsfesten eingesetzt. Unter anderem wurde wohl ein berauschender Trunk aus der Schlüsselblume bereitet.

In einigen Sagen wird die Schlüsselblume als Schlüssel für geheimnisvolle Keller oder Schatzkammern verwendet. Häufig wird in diesen Geschichten die türöffnende Schlüsselblume (das Beste) nach dem Auffinden des Schatzes unbeachtet liegen gelassen, sodass man die Schatzkammer später nicht wieder öffnen kann.

Wenn eine Schlüsselblume zu Weihnachten blühte, galt sie als besonders zauberkräftig.

Im Vorgarten angepflanzt, soll die Schlüsselblume Besucher fernhalten.

Eine mitgeführte Schlüsselblume soll die Schönheit erhalten oder zurückbringen.


Geschichtliches

Schlüsselblume Weil die Schlüsselblume im Mittelmeerraum nicht vorkommt, ist sie nicht als antike Heilpflanze bekannt.

Doch die Kelten und Germanen haben sie wahrscheinlich schon in der Heilkunde und zu religiösen Zwecken eingesetzt.

Im Mittelalter wird die Schlüsselblume jedoch in mehreren Heilpflanzen-Büchern erwähnt.

Bekannt ist vor allem die Empfehlung der Hildegard von Bingen, die die Schlüsselblume als Himmelsschlüssel bezeichnet. Dieser Himmelsschlüssel sollte den Himmel aufschließen. Die äußerliche Anwendung der Schlüsselblume sollte wärmen und gegen Melancholie helfen.

Andere mittelalterliche Autoren empfehlen die innerliche Anwendung der Schlüsselblume gegen Gicht, Lähmungen und Schlaganfall.

Auch zur Stärkung des Herzens und zur Wundbehandlung wurde die Schlüsselblume eingesetzt.

Auf der Basis der Signaturenlehre wurde die gelbe Schlüsselblume gegen Erkrankungen von Leber und Galle verwendet.

In der Volksheilkunde wurde die Schlüsselblume im späteren Lauf der Jahrhunderte vor allem gegen Husten angewendet. Diese Anwendung ist heutzutage sogar wissenschaftlich anerkannt.

Weil die Schlüsselblume so selten geworden ist, und daher geschützt, wird sie heutzutage nicht mehr wild gesammelt. Darum ist auch ihre Anwendung als Volksheilkraut zurück gegangen.

Auch in der offiziellen Pflanzenheilkunde wird sie nicht sehr häufig angewendet, weil es andere Hustenkräuter mit stärkeren Wirkungen gibt.

Sie gehört aber nach wie vor zu den klassischen Hustenkräutern.



Pflanzenbeschreibung

Schlüsselblume Die Schlüsselblume wächst bevorzugt auf Wiesen, an Waldrändern und im Gebüsch.

Die mehrjährige Pflanze wird bis zu 20 Zentimeter hoch.

Im Frühjahr treibt die Wurzel zunächst runzlige wellig gezähnte Blätter aus.

In Bodennähe wächst dann eine Blattrosette aus den eirunden Blättern.

Ab März wächst der oben gebogene Stengel. An ihm wachsen keine Blätter.

Die goldgelben Blüten erscheinen zwischen März und Anfang April.

Sie hängen in kleinen Dolden leicht nach unten gerichtet.

Der Duft der Blüten ist honigartig und lieblich.

Mehr Fotos der Schlüsselblume ...

Verbreitung

Schlüsselblume-Verbreitung Die Schlüsselblume kommt in Europa und Vorderasien vor.


Schlüsselblume-Verbreitung In Europa wächst sie fast überall, aber nicht im Süden der Mittelmeerländer, in den Alpen und im nördlichen Skandinavien.


Schlüsselblume-Verbreitung In Deutschland wächst die Schlüsselblume fast überall, aber nicht in Ostfriesland und nur sehr selten in der nordeutschen Tiefebene westlich der Elbe.


Andere Arten: Hohe Schlüsselblume

Schlüsselblume Die hohe Schlüsselblume (Primula elatior) ähnelt der echten Schlüsselblume stark, auch bezüglich ihrer Heilwirkung.

Sie wächst eher in Wäldern als auf sonnigen Wiesen.

Die großen Exemplare dieser Art werden bis zu 30 Zentimeter hoch, also etwas höher als die echte Schlüsselblume.

Ihre Blüten sind hellgelb, also etwas heller als die Blüten der echten Schlüsselblume.


Anbautipps

Schlüsselblume Man kann die Schlüsselblume relativ gut im eigenen Garten anbauen.

Sie fühlen sich auch auf schweren Böden wohl. Am liebsten wächst sie auf sonnigen Hängen.

In manchen Garten-Läden kann man fertige Schlüsselblume-Pflanzen kaufen, die man nur noch anpflanzen muss.

Man kann auch die Samen aussäen, am besten in kleinen Anzuchttöpfchen. Die kleinen Pflänzchen werden dann später ausgepflanzt.

Gegen eventuellen Mehltau kann man Schachtelhalmjauche oder Schalthalmtee zum Gießen verwenden.


Sammeltipps

Schlüsselblume Wilde Schüsselblumen darf man nicht in der freien Natur sammeln, weil die Pflanze geschützt ist.

Gesammelt werden also nur Pflanzen aus eigenem Anbau.

Die Blüten werden zur Blütezeit vorsichtig abgezupft und zügig im Schatten getrocknet.

Die Wurzeln werden im Herbst oder Frühjahr ausgegraben. Dann werden sie gereinigt, geschnitten und schonend im lauwarmen Backofen oder Dörrapparat getrocknet.




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