Leicht giftig Scharbockskraut


Das Scharbockskraut ist im zeitigen Frühjahr oft die erste Grünpflanze, die in grossen Massen in lichten Wäldern auftritt. Die Blätter des Scharbockskrautes bilden manchmal ganze Teppiche, dort wo sie wachsen.

Nach den glänzenden Blättern erscheinen leuchtend gelbe Blüten, die dem Blätterteppich zwar ein fröhliches Leuchten hinzufügen, aber auch anzeigen, dass die Scharbockskraut-Blätter von nun an leicht giftig sind.

Vorher kann man die Blätter des Scharbockskrautes gegen Frühjahrsmüdigkeit in Salaten essen.



Steckbrief

Heilwirkung: Nicht überdosieren!,
Frühjahrsmüdigkeit,
Vitamin C Mangel,
Hautunreinheiten,
Hämorrhoiden (Sitzbad),
Warzen,
blutreinigend
wissenschaftlicher Name:Ranunculus ficaria
Pflanzenfamilie:Hahnenfussgewächse = Ranunculaceae
englischer Name:Pileworth
volkstümliche Namen:Feigwurz, Fiegwurz
Verwendete Pflanzenteile:Blätter, Brutknospen, Wurzel
Inhaltsstoffe:Vitamin C, Anemonin, Protoanemonin, Saponine, Gerbstoff
Sammelzeit:Frühling



Anwendung

Achtung!
Die Blätter des Scharbockskrauts sollten nur vor der Blüte und nicht in grossen Mengen eingenommen werden. Sie enthalten eine kleine Menge giftige Scharfstoffe, die beim Aufblühen vermehrt vorhanden sind.

Frische Blätter

Scharbockskraut-Blätter können im Wildpflanzensalat in kleinen Mengen gegessen werden.

Da sie viel Vitamin-C enthalten, helfen sie gegen Vitamin-C Mangelerscheinungen und Frühjahrsmüdigkeit.

Früher als Skorbut (Vitamin C Mangel-Krankheit) noch verbreitet war, galten die Blätter des Scharbockskrautes als Heilmittel gegen Skorbut. Daher stammt auch der Name Scharbockskraut, denn Scharbock ist eine alte Bezeichnung für Skorbut.

Getrocknete Blätter

Aus getrockneten Scharbockskraut-Blättern kann man einen Tee kochen, der innerlich eingenommen gegen Hautleiden, u.a. Hautunreinheiten hilft.

Zusätzlich kann man diesen Tee für Waschungen verwenden.

Als Sitzbad kann Scharbockskraut-Tee gegen Hämorrhoiden helfen.

Bei getrockneten Blättern sind die giftigen Wirkstoffe abgebaut.

Wurzelknollen

Da die Wurzelknollen ähnlich wie Feigwarzen aussehen, wurden sie traditionell gegen Warzen verwendet.

Der scharfe Saft der Wurzelknollen kann Warzen tatsächlich quasi wegätzen.

Brutknospen

Die Brutknospen, die aufgrund ihres Aussehens auch Himmelsgerste, himmlisches Manna oder Himmelsbrot genannt werden, hat man früher in schlechten Zeiten zusammen mit den Wurzelknollen getrocknet und zu Mehl vermahlen.

Siehe auch:

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Pflanzenbeschreibung

Das Scharbockskraut ist in lichten Wäldern Mittel- und Nordeuropas heimisch. Auch auf Wiesen und in Gebüschen kommt es stellenweise wie in grossen Teppichen vor, so häufig ist es dort.

Im zeitigen Frühjahr ist das Scharbockskraut oft die erste Pflanze, die aus dem Boden spriesst, deutlich bevor die Bäume Blätter bekommen.

Aus fleischigen Wurzelknollen, die an Feigwarzen erinnern, wachsen mehrere Stiele mit herzförmigen Blättern an deren Ende. Die Blätter können auch nierenförmig sein, sie sind gesägt oder gezähnt und glänzend. Oft stehen die Blätter so dicht, dass sie den Boden vollständig bedecken.

Nach einer Weile entfalten sich gelbe Blüten an extra Stengeln. Die Blüten haben viele Blütenblätter, die sternförmig angeordnet sind.

Ab dem Erscheinen der Blüten steigt der Giftgehalt der Blätter (Anemonin, Protoanemonin) deutlich an, daher sollten die Blätter ab der Blütezeit nicht mehr verwendet werden.

Obwohl viele Insekten die Blüten besuchen, bilden sich kaum Samen.

Stattdessen entstehen in den Blattachseln der unteren Blätter kleine Brutknospen. Aus diesen Brutknospen wachsen später neue Pflanzen.

Bei starkem Regen werden diese Brutknospen oft zusammengeschwemmt, sodass es aussieht als hätte es Weizen geregnet, denn die Brutknospen ähneln Getreidekörnern. Manchmal werden sie auch Himmelsgerste genannt, weil sie in schlechten Zeiten auch der Ernährung dienten.

Ab Ende Mai ziehen sich die oberirdischen Bestandteile des Scharbockskraut in die Erde zurück.


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