Preiselbeere


  

Preiselbeere


Die herben Preiselbeeren kennt fast jeder als würzig-süsse Beigabe zu Wildfleisch oder gebackenem Camembert. Roh mag kaum jemand die Preiselbeere essen, weil sie leicht bitter und zusammenziehend schmeckt.

Diese herben Eigenschaften sind es jedoch, die die roten Beeren und auch die Blätter des kleinen Strauches zu einer wertvollen Heilpflanze machen.

Die Preiselbeerpflanze hilft, ähnlich wie die pflanzliche Schwester die Bärentraube vor allem gegen Blasenentzündungen und andere Erkrankungen des Harnapparates.



Steckbrief

Haupt-Anwendungen:
Blasenentzündung,
Heilwirkung:
adstringierend,
antibakteriell,
beruhigend,
entzündunghemmend,
harntreibend,
Anwendungsbereiche:
Appetitlosigkeit,
Bettnässen,
Blasenkrampf,
Blasensteine,
Durchfall,
Erhöhter Cholesterinspiegel,
Erkältung,
Fieber,
Gicht,
Harnwegsinfekte,
Husten,
Kopfschmerzen,
Nierenbeckenentzündung,
Rheuma,
Vitamin C Mangel,
wissenschaftlicher Name:
Vaccinium vitis Idaea
Pflanzenfamilie:
Heidekrautgewächse = Ericaceae
englischer Name:
lingonberry, cowberry, foxberry
volkstümliche Namen:
Baroken, Bernitschke, Bickelbeere, Bockskraut, Boiwacken, Bowken, Breinsschnetzen, Breuchelbeere, Brezelbeere, Buchsbeere, Budlergreifeln, rote Bulgrafen, Duttenbeere, Fuchsbeere, Gichtbeinchen, Gickelbeer, Grandelbeere, Grange, Granten, Graubeere, Grestling, Gruse, Kadelbeere, Kastenbeere, Klosterbeere, Klunderbeere, Klusterbeere, Kranichbeere, Krestling, Kronsbeere, Mehlbeere, Moosbeere, Prauselbeere, Rote Welpen, Sauerbeere, Schmalzbeer, Speckbeere, Spreisselbeere, Steinbeere, Winteräpfelchen, Winterkirsche, Zwangerl, Zwengerling
Verwendete Pflanzenteile:
Beeren, Bätter
Inhaltsstoffe:
Arbutin, Anthocyan, Gerbstoff, Gerbsäure, Vitamin A, Vitamin C
Sammelzeit:
Juli bis September


Anwendung

Preiselbeere

Bei den Preiselbeeren kann man sowohl die Blätter als auch die Beeren medizinisch nutzen.

Blätter

Die Blätter der Preiselbeere enthalten ähnliche Wirkstoffe wie Bärentraubenblätter, vor allem das Arbutin und die Gerbsäure.

Bei den Preiselbeeren sind sie jedoch in geringerer Menge enthalten. Daher schmecken Preiselbeerblätter milder als Bärentraubenblätter. Sie wirken jedoch vergleichbar gut wie letztere.

Früher waren Preiselbeerblätter in den Apotheken offizinell, das heisst, sie mussten in jeder Apotheke vorgehalten werden. Heutzutage gelten Preiselbeerblätter bestenfalls als schwacher Ersatz für Bärentraubenblätter.

In erster Linie werden Preiselbeereblätter gegen Harnwegsinfekte angewendet, also gegen Blasenentzündung und Nierenbeckenentzündung.

Die Wirkstoffe der Preiselbeerblätter verhindern die Einnistung der Bakterien in der Schleimhaut von Niere und Blase.

Man kann Preiselbeerblätter-Tee auch gegen Rheuma und Gicht einsetzen.

Preiselbeerblätter-Tee

Getrocknete Preiselbeerblätter werden als Tee zubereitet.

Für einen Preiselbeerblätter-Tee übergiesst man ein bis zwei Teelöffel Preiselbeerblätter mit einer Tasse kochendem Wasser und lässt ihn zehn Minuten ziehen.

Anschliessend abseihen und in kleinen Schlucken trinken.

Von diesem Tee trinkt man ein bis drei Tassen täglich.

Wie bei allen stark wirksamen Heilkräutern sollte man nach sechs Wochen Daueranwendung eine Pause einlegen und vorübergehend einen anderen Tee mit ähnlicher Wirkung trinken. Anschliessend kann man wieder sechs Wochen lang Preiselbeerblätter-Tee trinken. Durch die Pause werden eventuelle unerwünschte Langzeitwirkungen verhindert und die erwünschte Preiselbeerblätter-Wirksamkeit bleibt erhalten und lässt nicht durch Gewöhnung nach.

Mischtee

Man kann Preiselbeer-Blätter auch mit anderen Heilpflanzen zu einem Blasentee mischen.

Geeignete Kräuter für einen Blasentee sind beispielsweise:

  • Goldrute
  • Hauhechel
  • Birke
  • Kamille

Beeren

Die Beeren des Preiselbeer-Strauchs kann man in vielfältiger Weise einsetzen.

Roh sind sie nicht besonders wohlschmeckend, sondern eher herb und zusammenziehend.

Man kann sie eher in gekochter Form einsetzen, als Kompott, Marmelade oder Saft.

Preiselbeer-Saft

Preiselbeer-Saft enthält viele Vitamine, beispielsweise Vitamin A, B und C.

Man kann Preiselbeersaft daher als Vitaminspender einsetzen.

Eine weitere Anwendungsmöglichkeit von Preiselbeersaft ist die Vorbeugung von Harnwegsinfekten.

Bei dieser Anwendungsmöglichkeit kommt die Verwandtschaft von Preiselbeeren und den amerikanischen Cranberries zum Tragen. Cranberries wurden in den letzten Jahren gründlich erforscht. Wenn man regelmässig Cranberry-Saft trinkt, können sich Bakterien nicht in der Blasenschleimhaut einnisten und vermehren. Diese Wirkung kann man auch von Preiselbeersaft erhoffen.

Preiselbeer-Geist

Für Preiselbeer-Geist werden 250 Gramm frische Preiselbeeren in ein Liter Korn angesetzt.

Diesen Ansatz lässt man 4 Wochen ziehen.

Dann filtert man ihn ab und kann ihn teelöffelweise einnehmen.

Preiselbeer-Geist soll gegen Durchfall helfen.

Preiselbeer-Marmelade

Am beliebtesten ist die Preiselbeere als Marmelade.

In dieser Form wird die Preiselbeere gerne zu Wildgerichten oder gebratenem Käse gegessen.

Preiselbeer-Marmelade kann man bestimmt nicht als Medizin betrachten, aber wahrscheinlich hat sie dennoch eine leicht vorbeugende Wirkung gegen Harnwegsinfekte.

Ausserdem fördert Preiselbeer-Marmelade den Appetit.

Getrocknete Preiselbeeren

Getrocknet schmecken Preiselbeeren etwas besser als frisch. Sie sind dann zwar immer noch herb, aber nicht mehr so ausgeprägt.

Man kann die getrockneten Preiselbeeren essen wie Rosinen.


Geschichtliches

Früher wurden Preiselbeerblätter und auch die Beeren relativ häufig gegen Blasenentzündungen verwendet.

In Apotheken waren die Blätter sogar offizinell.

Inzwischen sind die herberen Bärentraubenblätter und die amerikanischen Cranberry-Früchte jedoch beliebter als die Preiselbeere geworden.



Pflanzenbeschreibung

Preiselbeere

Der kleine Strauch der Preiselbeere ist in Europa vor allem in kühlen und kargen Gegenden verbreitet. Er wächst gerne in trockenen Wäldern, vor allem unter Kiefern. Man findet ihn auch in Hochmooren, insbesondere im Gebirge.

Häufig findet man Preiselbeeren in der Nähe von Heidelbeeren, mit denen sie auch verwandt sind.

Preiselbeer-Sträucher werden bis zu 40 cm hoch, bleiben aber meistens unter 20 cm Höhe.

Ihre eiförmigen Blätter sind immergrün und dunkelgrün glänzend. Am Rand sind die Blätter nach unten etwas eingerollt.

Zwischen Mai und Juni blüht die Preiselbeere mit weissen, manchmal rosafarbenen Blüten. Die Blüten stehen im oberen Bereich der Pflanze in einer Traube.

Aus den Blüten entwickeln sich bis Juli oder August glänzende Beeren, die zunächst weiss und später leuchtend rot sind. Manchmal kann man die Beeren auch noch im September oder Oktober finden, wenn das Wetter milde ist.


Produkttipps:


Anbautipps

Preiselbeersträucher brauchen einen sauren Boden und Halbschatten.

Sie vertragen starke Winterkälte.

Im Herbst kann man Preiselbeeren säen. Der Samen muss sich für mindestens drei Monate im Kalten befinden, denn es ist ein Kaltkeimer.

Meist werden Preiselbeeren jedoch durch Stecklinge vermehrt.


Sammeltipps

Die Preiselbeer-Blätter kann man zwischen Mai und August sammeln und dann trocknen. Die Blätter werden im Halbschatten möglichst zügig getrocknet.

Für die Beeren muss man mindestens bis Juli warten.

Die Beeren müssen kräftig rot sein, erst dann sind sie reif.

Je nach Wärme des Sommers ist das zwischen Juli und September, manchmal sogar noch Anfang Oktober, der Fall.



Siehe auch

Partnerprojekte


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