Pestwurz


  

Pestwurz


Die Pestwurz zeigt im zeitigen Frühjahr bizarre Blüten, die in kolbenartigen Blütenständen in Traubenform in den Himmel ragen.

Aus den zunächst kleinen Blättern wachsen nach der Blütezeit wahre Riesen heran, die in der Form an Huflattichblätter erinnern, aber viel grösser sind.

Früher wurde die Pestwurz so sehr geschätzt, dass man ihr sogar eine Wirkung gegen Pest nachsagte.

Dann wurde die Heilwirkung der Pestwurz nahezu vergessen, bis man entdeckte, dass die Pestwurz gegen Migräne helfen kann.

Auch gegen Asthma und Heuschnupfen kann man sie verwenden, was sie bei der heutigen, verbreiteten Allergieneigung zu einer wichtigen Heilpflanze macht.



Steckbrief

Heilwirkung:
Haupt-Anwendungen:
Migräne,
Asthma,
Heuschnupfen,
Heilwirkung:
beruhigend,
entzündungshemmend,
harntreibend,
krampflösend,
menstruationsfördernd,
schleimlösend,
schmerzstillend,
schweisstreibend,
Anwendungsbereiche:
Allergien,
Blasenentzündung,
Bronchitis,
Darmkrämpfe,
Gallenschäche,
Geschwüre,
Gicht,
Harnwegsinfekte,
Hautleiden,
Herzschwäche,
Husten,
Ischias,
Kopfschmerzen,
Leberleiden,
Menstruationsbeschwerden,
Nierenbeckenentzündung,
Reizmagen,
Rheuma,
Wunden,
wissenschaftlicher Name:
Petasites hybridus
Pflanzenfamilie:
Korbblütler = Asteraceae
englischer Name:
Butterbur
volkstümliche Namen:
Bach-Pestwurz, Echte Pestwurz, Gebräuchliche Pestwurz, Gemeine Pestwurz, Gemeiner Pestwurz, Gewöhnliche Pestwurz, Grosser Huflattich, Rote Pestwurz
Verwendete Pflanzenteile:
Wurzelstock
Inhaltsstoffe:
Ätherische Öle, Petasin, Schleim, Polyphenole, Alkaloide, Pyrrolizidinalkaloide, Beta-Sitosterol
Sammelzeit:
Mai bis August


Video

In diesem Video stelle ich die Heilpflanze Pestwurz vor.

Dauer: 2 Min 12 Sek

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In einem Video seht Ihr, wie ich mich auf die Suche nach der Pestwurz mache.

Dauer: 4 Min 31 Sek

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Anwendung


Am besten verwendet man die Pestwurz in Form von standartisierten Extrakten, bei denen die potentiell leberschädigenden Pyrrolizidinalkaloide entfernt wurden.

Moderne Pestwurzzüchtungen enthalten gar keine oder kaum Pyrrolizidinalkaloide mehr, sodass man die Zubereitungen aus solchen Pflanzen bedenkenlos dauerhaft anwenden kann.

Anwendung gegen Migräne

Neuere Studien haben ergeben, dass die kurmässige Anwendung der Pestwurz die Anzahl der Migräneanfälle bei Migränepatienten um etwa die Hälfte senken kann.

Dazu wird die Pestwurz über einen längeren Zeitraum vorbeugend eingenommen und nicht erst beim akuten Migräneanfall.

Die Pestwurz-Wirkung gegen Migräne hängt mit der Entkrampfung der Blutgefässe im Gehirn zusammen, denn Migräne entsteht durch Gefäss-Verkrampfungen im Gehirn.


Heuschnupfen und Asthma

Pestwurz wirkt vergleichbar stark wie ein medizinisches Antihistaminikum gegen Allergien.

Daher kann man die Pestwurz beispielsweise gegen Heuschnupfen einsetzen.

Ausserdem kann man Pestwurz gegen Asthma verwenden. Bei dieser Anwendung kommt die entkrampfende Wirkung zur antiallergischen Wirkung hinzu.

Pestwurz


Krämpfe im Verdauungssystem

So wie die Pestwurz Krämpfe in den Blutgefässen lindern kann, entkrampft sie auch die Verdauungsorgane.

Daher wirkt Pestwurz-Extrakt gegen Krämpfe und Koliken von Magen und Darm.

Außerdem kann man die Pestwurz gegen etliche andere Beschwerden verwenden, wie beispielsweise Herzschwäche, Periodenkrämpfe oder Gicht.

Äußerlich

Äußerlich kann man Zubereitungen aus den Pestwurzblättern oder dem Wurzelstock gegen Wunden und Geschwüre anwenden.



Produkttipps:


Geschichtliches


In der Antike wurde die Pestwurz in Griechenland und bei den Römern gegen Geschwüre und schlecht heilende Wunden eingesetzt.

Im Mittelalter versuchte man mit der stark riechenden Pestwurz die Pest zu vertreiben.

Auch gegen Husten wurde die Pestwurz schon frühzeitig angewendet.

Schon im 19. Jahrhundert wurde die schmerzstillende und krampflösende Wirkung der Pestwurz festgestellt. Doch obwohl sie gegen moderne Plagen wie Migräne und Heuschnupfen ausgesprochen wirksam ist, wird sie bislang noch nicht sehr häufig eingesetzt, aber immerhin wird sie heutzutage als wichtige Heilpflanze anerkannt.

In vielen Kräuterbüchern sucht man die Pestwurz jedoch vergeblich.



Pflanzenbeschreibung

Pestwurz-Blüte

Die Pestwurz ist in Mittel- und Nordeuropa heimisch.

Sie wächst am liebsten an Flussufern oder an anderen feuchten Stellen.

Der Wurzelstock ist mehrjährig und wird etwa vier Zentimeter dick.

Im zeitigen Frühjahr zwischen März und Mai erscheinen die Blüten, die wie bizarre Kolben aussehen.

Mehrere rötliche Blütenköpfe gruppieren sich traubig um einen Blütenstengel und bilden den typischen Pestwurz-Kolben.

Während der Blütezeit sind die Blätter der Pestwurz noch relativ klein.

Pestwurz-Blätter


Erst nach dem Verblühen wachsen die riesigen Blätter, die zu den grössten Blättern in Mitteleuropa gehören. Die Blätter werden bis zu 60 cm breit.

Die Form der Blätter erinnert an Huflattich-Blätter, was nicht weiter verwunderlich ist, denn die beiden sind nahe verwandt.

Anfänglich sind die Blätter auf der Unterseite wollig behaart. Diese Behaarung verliert sich aber im Laufe des Sommers.


Siehe auch:


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