Mutterkraut


  


Das Mutterkraut, dessen Blüten an Kamille erinnern, ist heutzutage nahezu unbekannt.

Aus wohlgepflegten Gärten ist die ehemalige Heil- und Zierpflanze weitgehend verschwunden und fristet ihr Dasein als verwildertes Unkraut.

Dabei stand das Mutterkraut schon im Altertum und auch im Mittelalter in hohem Ansehen.

Vor allem in der Frauenheilkunde wurde es viel verwendet.

Heutzutage hat man ausserdem eine medizinisch nachweisbare Wirkung gegen Migräne entdeckt. Auch in vielen anderen Gebieten kann das Mutterkraut helfen, beispielsweise gegen Erkältungen, Asthma, Rheuma und Verdauungsbeschwerden.



Steckbrief

Heilwirkung:
anregend,
beruhigend,
entzündungshemmend,
krampflösend,
Husten,
Asthma,
Erkältungen,
Fieber,
Magenschwäche,
Blähungen,
Verstopfung,
Rheuma,
Gicht,
Gelenkentzündungen,
Kopfschmerzen,
Migräne,
Durchblutungs fördernd,
Gefäss erweiternd,
Ohrensausen,
Depressionen,
Geburts fördernd,
Menstruations fördernd,
Menstruations regulierend,
Eisprung fördernd,
Leukämie,
Eitrige Wunden,
Insektenstiche,
wissenschaftlicher Name:
Tanacetum Parthenium, Chrysanthemum Parthenium, Matricaria odorata, Matricaria Parthenium, Pyrethrum Parthenium
Pflanzenfamilie:
Korbblütler = Asteraceae
englischer Name:
Fewerfew
volkstümlicher Name:
Falsche Kamille, Fieberkraut, Römische Kamille
Verwendete Pflanzenteile:
Kraut (= oberirdische Pflanze)
Inhaltsstoffe:
Chrysanthenol, ätherische Öle, Stigmasterol, Beta-Sitosterol, Borneol, Kampfer, Carvacrol, Eugenol, Gerbstoff, Pyrethrin, Sabinol, Santamarin, Thymol
Sammelzeit:
Fotos vom Mutterkraut


Anwendung


Das Mutterkraut ist als Heilpflanze nahezu in Vergessenheit geraten.

Doch in letzter Zeit wurde von der Schulmedizin seine Fähigkeit, Migräne zu lindern, entdeckt und daher wird es allmählich wieder häufiger verwendet.

Frauenheilkunde

Das Mutterkraut ist traditionell ein Heilkraut der Frauenheilkunde.

Es fördert Monatsblutungen und reguliert den Menstruationszyklus, wenn dieser unregelmässig geworden ist. Auch der Eisprung wird gefördert.

Periodenkrämpfe werden durch das Mutterkraut gelindert, denn es wirkt krampflösend.

Während der Geburt stärkt es die Arbeit der Gebärmutter und löst zugleich unnötige Verkrampfungen, die den Geburtsvorgang erschweren. Nach der Geburt fördert das Mutterkraut die Austreibung der Nachgeburt.

In den Wechseljahren gleicht das Mutterkraut den Hormonmangel aus und lindert dadurch die typischen Wechseljahrsbeschwerden.

Man kann das Mutterkraut entweder als Tee oder als Tinktur einnehmen.

Achtung!
Das Mutterkraut sollte nicht in der Schwangerschaft verwendet werden, vor allem nicht im ersten Drittel.

Migräne

Schon früher wurde das Mutterkraut gegen Kopfschmerzen verwendet.

In den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts wurde jedoch herausgefunden, dass das Mutterkraut effektiv gegen Migräne helfen kann.

Das Mutterkraut hilft jedoch nicht so sehr gegen akute Migräne-Attacken, sondern vor allem, wenn man es vorbeugend regelmässig einnimmt. Wahlweise als Tee, Tinktur oder man kaut täglich ein bis vier frische Blätter.

Achtung! Bei manchen Menschen verursachen die frischen Blätter Brennen im Mund. In diesem Fall sollte man das Mutterkraut besser getrocknet als Tee verwenden.

Leukämie

Forscher haben entdeckt, dass das Mutterkraut Stoffe (Parthenolide) enthält, die möglicherweise gegen Leukämie helfen können.

Ein Mittel für diesen Einsatzzweck muss jedoch erst noch entwickelt werden.

Erkältungen

Das Mutterkraut ist ein gutes Heilkraut gegen Erkältungen und Fieber.

Bei Asthma und Husten erleichtert es die Atmung. Dazu kann man den Mutterkraut-Tee mit Honig süssen und in kleinen Schlucken trinken.

Verschiedene innerliche Einsatzbereiche

Das Mutterkraut fördert die Verdauung, lindert Blähungen und wirkt leicht abführend. Zudem hilft es Würmer zu bekämpfen.

Auch gegen rheumatische Erkrankungen, Depressionen und Ohrensausen soll dass Mutterkraut helfen.

Äusserlich

Gegen die Folgen von Insektenstichen kann man Mutterkraut-Tinktur auf die Stichstelle auftragen.

Wenn man die Tinktur mit Wasser verdünnt und den ganzen Körper damit einreibt, werden lästige Insekten dadurch vertrieben.

Mit einem konzentrierten Mutterkraut-Auszug in heissem Seifenwasser (vor der Anwendung abkühlen lassen) kann man versuchen, Läuse zu bekämpfen, wenn man keine anderen Mittel gegen Läuse zur Verfügung hat. Die Anwendung muss mehrmals wiederholt werden und bedarf der Nachkontrolle. Ob es funktioniert hängt davon ab, ob die jeweiligen Läuse empfindlich sind oder robust.

Mutterkraut-Tee als Waschung oder Umschlag hilft gegen eitrige Wunden.

Ein Fussbad mit Mutterkraut-Tee verdünnt mit Wasser hilft gegen geschwollene Füsse.


Produkttipps:


Geschichtliches


Schon Dioskurides berichtete in der Antike von der Heilkraft des Mutterkrautes.

Damals und auch noch im Mittelalter war das Mutterkraut eine hochgeschätzte Heilpflanze.

Wie der Name der Pflanze schon sagt, wurde das Mutterkraut vorwiegend in der Frauenheilkunde eingesetzt. Es galt als Mittel, um Geburten zu erleichtern und Menstruationsbeschwerden zu linden.

Auch gegen Fieber und Kopfschmerzen wurde das Mutterkraut schon im Mittelalter verwendet.

Ausser dem Mutterkraut (Tanacetum Parthenium) tragen auch viele andere Heilpflanzen den volkstümlichen Beinamen "Mutterkraut". Man muss also bei volkstümlichen Benennungen von Pflanzen darauf achten, ob es sich wirklich um die kamillen-ähnliche Pflanze "Mutterkraut" handelt.

Auch die wissenschaftlichen Namen des Mutterkrautes sind nicht einheitlich. Es gibt mindestens fünf verschiedene offizielle Bezeichnungen, von denen vier den Artnamen "Parthenium" aber unterschiedliche Gattungsnamen tragen. Es handelt sich aber jeweils um die gleiche Pflanze.



Pflanzenbeschreibung


Das Mutterkraut ist ursprünglich im östlichen Mittelmeerraum heimisch. Von dort wurde es schon vor langer Zeit nach Mittel- und Westeuropa gebracht, wo es in Gärten als Heil- und Zierpflanze angebaut wurde. Dadurch haben sich auch unterschiedliche Sorten des Mutterkrautes gebildet. Inzwischen kommt es eher verwildert vor und wird kaum noch angepflanzt.

Es liebt nährstoffreiche Lehmböden und kommt daher häufig als Gartenunkraut oder in der Nähe von Feldern vor.

In milden Gegenden ist das Mutterkraut eine winterharte Staude, wo die Winter härter sind, muss es jedes Jahr neu aus den Samen wachsen.

Im Frühjahr wachsen zuerst die hellgrünen gelappten Blätter an verzweigten Stengeln.

Das Mutterkraut wird bis zu 80 cm hoch, ist meistens aber eher 40-50 cm hoch. Eine einzelne Pflanze kann sich so stark verzweigen, dass sie fast einen Quadratmeter bedeckt.

Ab Ende Juni bis August blüht das Mutterkraut mit Blüten, die stark an Kamille oder Gänseblümchen erinnern. Zuerst bilden sich die Körbchen mit den den gelben Blüten. Erst nach und nach wachsen die weissen Zungenblüten, die jedoch eher kürzer als die der Kamille sind.

Die ganze Pflanze duftet stark würzig, etwas ähnlich wie die Kamille, aber dennoch unterschiedlich.

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Anbautipps

Die Vermehrung des Mutterkrautes erfolgt durch Samen, Teilung des Wurzelstocks oder Ableger.

Die Samen werden im Februar oder März an warmer Stelle in Anzuchterde gesät.

Im Mai bis Juni pflanzt man die jungen Pflanzen ins Freiland. Das Mutterkraut braucht nährstoffreichen Boden, am besten lehmreich.

Zwischen den einzelnen Pflanzen sollte man mindestens 30 cm Platz lassen.

Wenn man stattdessen durch Teilung der Wurzelstöcke vermehren will, dann teilt man die Wurzelstöcke am besten im März in drei bis fünf Teile, die man dann in den Boden pflanzt.

Stecklinge werden von den jungen Trieben genommen, am besten mit einem Stück der alten Pflanze am unteren Ende. Die Blätter müssen dann etwas zurückgeschnitten werden, damit sie nicht zuviel Nährstoffe von den anfänglich wurzellosen Stengeln fordern. Nachdem sich Wurzeln gebildet haben, kann man die Pflanzen auspflanzen.

Das Mutterkraut wird häufig Opfer von Blattläusen. In diesem Fall hilft es, wenn man Marienkäfer einfängt und beim Mutterkraut aussetzt. Die Larven der Marienkäfer essen viele Blattläuse.


Sammeltipps

Das Mutterkraut wird am besten zu Beginn der Blüte geerntet.

Dazu schneidet man die ganze oberirdische Pflanze ab.

Das geerntete Mutterkraut sollte dann zügig getrocknet werden.

Für die Verwendung der Einzelblätter gegen Migräne kann man die Blätter einzeln frisch von der Pflanze abflücken, sofern man die frischen Blätter verträgt.


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