Mariendistel

(Carduus Marianus)


  

Mariendistel


Die Mariendistel kommt ursprünglich aus dem Mittelmeerraum. Hier kommt sie manchmal an warmen Standorten verwildert vor.

Die samenartigen Früchte werden hauptsächlich als Tinktur eingesetzt, weil sie für die Teebereitung etwas zu hart sind.

Ihr Haupteinsatzgebiet sind Leber und Gallenprobleme. Sie hat aber auch eine ausgeprägte entkrampfende Wirkung auf das vegetative Nervensystem.


Steckbrief

Haupt-Anwendungen:
Leberprobleme
Heilwirkung:
adstringierend,
anregend,
entgiftend,
harntreibend,
krampflösend,
leberstärkend,
schweisstreibend,
tonisierend,
Anwendungsbereiche:
Allergien,
Darmbeschwerden,
Gallenbeschwerden,
Gallenstauung,
Hepatitis,
Krampfadern,
Magenbeschwerden,
Migräne,
Pfortaderstauung,
Reisekrankheit,
Seekrankheit,
Schwindel,
Trigeminusneuralgie,
Unterschenkelgeschwüre,
Vergiftungen,
wissenschaftlicher Name:
Carduus Marianus, Silybum marianum
Pflanzenfamilie:
Korbblütler = Asteraceae
englischer Name:
Milk Thistle
andere Namen:
Christi Krone, Fieberdistel, Frauendistel, Heilandsdistel, Marienkörner, Stechkörner, Stechkraut, Venusdistel, Weissdistel
falsche Schreibweisen:
Mariendiestel
Verwendete Pflanzenteile:
Samen mit Schale
Inhaltsstoffe:
Flavon, Flavonoide, Bitterstoff, biogene Amine, Gerbstoff, Farbstoff, unbekannte scharfe Substanz, Silybin, Silymarin, Ätherische Öle
Sammelzeit:
August / September
Fotos von der Mariendistel


Anwendung

Mariendistel

Die leberschützende Wirkung der Mariendistel ist durch mehrere wissenschaftliche Studien belegt.

Normalerweise werden die Früchte (Samen) der Mariendistel verwendet. Mariendistelkraut wird üblicherweise nicht eingesetzt.

Mariendistel kann man als Tee oder in Fertigpräparaten anwenden. Die häufigste Art, Mariendistel anzuwenden sind Fertigpräparate aus der Apotheke, in Einzel-Tees und auch Mischtees wirkt sie jedoch auch sehr gut.

Tee

Für einen Mariendistel-Tee übergiesst man ein bis zwei Teelöffel Mariendistel-Früchte mit einer Tasse kochendem Wasser und lässt ihn zehn bis zwanzig Minuten ziehen.

Anschliessend abseihen und in kleinen Schlucken trinken.

Von diesem Tee trinkt man ein bis drei Tassen täglich, jeweils vor den Mahlzeiten.

Innerlich

Mariendistel kann man innerlich, als Tee gegen Leberprobleme und Hepatitis einsetzen.

Eine Mariendistelkur ist sehr sinnvoll, um sich von einer langwierigen Leberentzündung zu erholen.

Ausserdem hilft Mariendistel gegen Verdauungsbeschwerden und Migräne.

Gegen Allergien kann man eine Teekur mit Mariendistelsamen durchführen, um den Stoffwechsel anzuregen.

Äusserlich

Die Volksheilkunde verwendet pulverisierte Mariendistelsamen, um damit Unterschenkelgeschwüre (Ulcus cruris) zu bestreuen.

Zur Behandlung dieser Geschwüre kann man auch Umschläge mit Mariendistel-Tee machen.

Homöopathie

Auch in der Homöopathie wird die Mariendistel angewendet und zwar unter dem Namen "Carduus Marianus". Man verwendet sie hauptsächlich in niedrigen Potenzen, also zwischen D1 und D6.

Das homöopathische Mittel wird gegen Gelbsucht, diverse Leberprobleme, Blutungen und Hämorrhoiden verwendet, also ähnlich wie in der Pflanzenheilkunde.



Wirkung

Mariendistel

Die wichtigste Wirkung der Mariendistel ist die Leberschutz-Wirkung.

Der Wirkstoff Silibinin (auch Silymarin) schützt die Leberzellen vor dem Eindringen von Giftstoffen. So wird die Leber vor Giften nahezu aller Art geschützt.

Beispielsweise schützt die Mariendistel sogar vor Vergiftungen mit dem Knollenblätterpilz und ist damit eine der ganz wenigen Möglichkeiten solch eine Vergiftung sinnvoll zu behandeln.

Die Mariendistel schützt die Leber auch vor den schädlichen Wirkungen des dauerhaften Alkoholmissbrauchs.

Nebenwirkungen

Nebenwirkungen sind bei der Anwendung der Mariendistel kaum zu erwarten, denn sie ist praktisch ungiftig.



Geschichtliches

Mariendistel

Die Mariendistel war ursprünglich in den Steppen Nordafrikas beheimatet. Auch in Südeuropa war sie wild zu finden.

Erst im Mittelalter gelangte die Mariendistel nach Mitteleuropa.

Die weißen Flecken auf den Blättern der Mariendistel sollen laut einer Legende daher kommen, dass die Muttermilch Marias beim Stillen des Jesuskindes auf die Blätter der Pflanze tropfe.

Hildegard von Bingen empfiehlt die Mariendistel damals schon gegen Vergiftungen und Gelbsucht.

2011 wurde vom Krebszentrum der Colorado State Universitiy eine Studie über die Mariendistel eine Studie veröffentlicht. Sie besagt, dass die Mariendistel das Wachstum von Lungenkrebs verlangsamt, zumindest bei Mäusen. Die Mariendistel kann also noch eine erfolgreiche Zukunft bei der Krebsbekämpfung haben.




Pflanzenbeschreibung

Mariendistel

Die Mariendistel ist in Südeuropa, Kleinasien und Nordafrika heimisch. In Mitteleuropa wird sie in Gärten und Kulturen angebaut.

Sie wächst bevorzugt in warmen Gegenden an trockenen Plätzen.

Die einjährige oder zweijährige Pflanze wird bis zu 150 Zentimeter hoch.

Die Blätter der Mariendistel sind stachelig und in den Blattadern weiss marmoriert. Diese Marmorierung ist das typische Kennzeichen für die Mariendistel.

Die violetten, kugelförmigen Blüten erscheinen zwischen Juli und August.

Aus den Mariendistel-Blüten entwickeln sich bis August oder September die Früchte mit den Samen. An den Früchten hängt zunächst noch ein seidiger Pappus, also eine Haarkrone, ähnlich wie bei Pusteblumen. Dieser Pappus wird bald von den Früchten abgeworfen, er wird auch nicht im Mariendisteltee verwendet, sondern nur die Samen mit ihrer glänzenden, harten Schale.

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